Von 421 befragten PARSHIP-Mitgliedern gaben über 70 Prozent an, lieber gleich per Ehevertrag alle Eventualitäten regeln zu wollen, um so späterem Streit aus dem Weg zu gehen. Die Befürworter eines Ehevertrags bilden somit die mit Abstand größte Fraktion und verweisen die vehementen Gegner schnöder Rückversicherungen mit 9 Prozent klar auf die Plätze. Auch die Unentschlossenen, die ihre Entscheidung für oder gegen den Ehevertrag vom Votum ihres Partners (10 Prozent) oder dessen Brieftasche (9 Prozent) abhängig machen wollen, sind klar in der Minderheit.
Wo bleibt denn da die Romantik, könnte man fragen und den Untergang des Abendlandes prophezeien - was aber letztlich nichts an den Tatsachen ändert: Offenbar gehören Eheverträge inzwischen einfach zur gesellschaftliche Realität - und die PARSHIP-Mitglieder sind Vorreiter dieses Trends. Vielleicht auch aufgrund vorangegangener leidiger Erfahrung? "Angesichts ständig steigender Scheidungsraten wächst auch das Bedürfnis der Menschen nach Absicherung", erklärt PARSHIP-Jurist Andreas Udluft die überraschend hohe Zahl. "Die Leute finden zu Recht nichts Verwerfliches mehr daran, per Ehevertrag für den Fall einer Trennung vorzubeugen", so Udluft, "das ist vergleichbar mit einer Autoversicherung - man schließt sie ab und hofft, sie nie zu benötigen."