Hochzeitsgeschenke können eine ziemlich stressige Angelegenheit sein. Wer als Brautpaar einen Geschenketisch in einem Fachgeschäft bestellt, damit willige Geber daraus ihre Hochzeitsgeschenke auswählen, ist damit eine ganze Weile beschäftigt. Denn schließlich muss solch eine Liste auch erst einmal zusammengestellt werden und sollte Hochzeitsgeschenke für größere und kleinere Geldbeutel gleichermaßen enthalten. Darin liegt allerdings auch schon die erste Stolperfalle: Wer sich als Gast hier nicht beeilt, kann unter Umständen nur noch zwischen der Kristallvase für 295 Euro und dem Flaschenöffner für 4,95 Euro als Hochzeitsgeschenke wählen. Wenn die Gäste nicht in einer Stadt wohnen, kann die Verwaltung des jeweils noch vorhandenen Angebots in einen Vollzeitjob ausarten.
Vor allem wenn Tante Elfriede in Sachen Hochzeitsgeschenke den Geschmack der künftigen Eheleute nicht teilt, droht zusätzlicher Ärger. Wenn Verwandte zur Selbsthilfe schreiten und einfach eine andere Marke für das Service auswählen, weil diese im Angebot ist (selbstverständlich nur Einzelteile), sorgen die Hochzeitsgeschenke nicht eben für Freude beim glücklichen Paar. Auch die Entsorgung von ungeliebten Hochzeitsgeschenken bei anderer Leute Hochzeit ist leider kein Einzelfall. Doch auch wenn es sich dabei um eigentlich hübsche Stücke handelt, ist Vorsicht geboten. Es könnte sein, dass einer der Gäste seine Hochzeitsgeschenke vom letzten Jahr wiedererkennt.
Viele junge Paare wünschen sich von ihren Gästen Geld statt handfester Hochzeitsgeschenke. Am besten wird der Wunsch akzeptiert, wenn damit schon in den Hochzeitseinladungen ein bestimmter Zweck verbunden wird. Statt andere Hochzeitsgeschenke auszuschließen und sich einfach nur Geld zu wünschen, formuliert man zum Beispiel: "Wir wünschen uns einen Zuschuss zu unserer Hochzeitsreise nach Marokko" oder "Wir wollen unseren Garten verschönern und wünschen uns Geld dafür."
Oft findet sich in Hochzeitseinladungen auch die Notiz, dass man sich keine Hochzeitsgeschenke wünsche, nur die Anwesenheit der Gäste. So bescheiden dieser Satz auch daherkommen mag, birgt er jede Menge Konfliktpotenzial. Kaum jemand möchte ohne Hochzeitsgeschenke eine Hochzeit besuchen. Was da von den Gästen als Notnagel ausgewählt wird, kostet viel und füllt den Dachboden der Beschenkten. Gerade wenn man das frisch gebackene Ehepaar nicht sehr gut kennt, sorgt die blinde Auswahl von Hochzeitsgeschenken für Frust.
Gäste, die kein Geld überreichen wollen und für Hochzeitsgeschenke von der Geschenkliste zu spät kommen, greifen gern zu einem Gutschein. Hierbei ist Vorsicht geboten. Wenn am Ende der Empfänger eine gewaltige Zuzahlung leisten muss, um überhaupt in den Genuss seiner Hochzeitsgeschenke zu kommen, ist die Wirkung verfehlt. Auch wenn das ausgewählte Geschäft nicht zu den bevorzugten Einkaufsquellen des Paares zählt, heißt es Finger weg. In Sachen Hochzeitsgeschenke hilft oft ein Anruf bei den Trauzeugen weiter. Meist haben sie genau den Tipp, der Gastgeber und Gäste gleichermaßen glücklich macht.
Maya Kristin Schönfelder/PARSHIP
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