Sie gehören zum Repertoire jedes guten Comedians, und eigentlich sind sie der Schreck jeder erwachsenen Frau: Muttersöhnchen. Unmodisch, unbeholfen und im schlimmsten Fall noch ungeküsst. Mit fünfunddreißig noch im Hotel Mama verschrecken sie jede Frau spätestens dann, wenn es um die Frage geht: Zu dir oder zu mir? Besonders unnahbar werden sie aber durch den oft wichtigsten Menschen in ihrem Leben: Ihre Mutter.
Im Hotel Mama
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Gut, dass wir es hier mit einem klassischen Stereotyp zu tun haben. Denn nur in den seltensten Fällen erfüllt ein Mann alle Facetten dieses Klischees. Und letztlich werden sich Frauen in ebenso seltenen Fällen nur in die äußeren Umstände eines Mannes verlieben. Dennoch hat jedes Klischee irgendwo einen Ursprung, auch wenn es letztlich eine mutierte Darstellung seiner Wurzeln ist. Stereotype können also in gewisser Weise als eine Art Orientierung dienen, man könnte sie quasi als 'Worst-Case-Szenario' bezeichnen.
Was können Sie also tun, wenn es einem Muttersöhnchen gelungen ist, Ihr Herz zu erobern? Wie können Sie ihn aus seinem Nest in ihr eigenes locken und vor allem: Wie kommen Sie an seiner Mutter vorbei? Denn oft ist es eine spezielle Art von Über-Mutter, die ihrem Schützling das Nest so warm hält, dass er keinen Grund sieht, endlich flügge zu werden. Das kann im direkten Sinn gemeint sein - indem er tatsächlich noch Zuhause wohnt - oder aber im übertragenen Sinn: Sie versorgt ihn psychologisch mit allem, was er glaubt, zu brauchen. Allerdings weiß er noch nicht, was Sie zu bieten haben. Und das gilt es, ihm klar und vor allem schmackhaft zu machen.
Ein ganz wichtiger Tipp, der sich generell anwenden lässt, ist hier besonders wichtig: Überfordern Sie Ihren zukünftigen Partner nicht. Wer so lange in einer engen Verbindung mit der eigenen Mutter lebt, muss erst behutsam an eine andere Art der Zweisamkeit gewöhnt werden. Bieten Sie Ihre Nähe an - aber drängen Sie sich nicht auf. Das gilt auch für Ihre Schwiegermutter in spe, denn vor allem sie muss erst einmal begreifen, dass Sie ihr nicht den Platz als Mutter streitig machen wollen, sondern ihrem Sohn etwas geben können, was ihm bisher gefehlt hat: Partnerschaftliche Liebe. Es geht nicht um den Ersatz von Nähe, sondern um deren Ergänzung beziehungsweise Erweiterung.
Sollte er tatsächlich noch zu Hause bei Mama wohnen, lassen Sie sich für den Anfang auf keinen Fall auf ein Treffen bei ihm ein. Im schlimmsten Fall müssen Sie dann gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, und sowohl Mama als auch Sohn von sich überzeugen. Bauen Sie erst einmal eine Verbindung zu ihm auf - denn ob Sie später mit seiner Mutter klarkommen oder nicht, wichtig ist, dass es zwischen Ihnen beiden eine Basis gibt. Wenn die vorhanden ist, können Sie es auch mit der Mutter aufnehmen. Denn dann ist er Ihnen vielleicht inzwischen soweit zugeneigt, dass er auch bereit ist, sie gegen die eventuelle Kritik seiner Mutter zu verteidigen. Bei einer so engen Mutter-Kind-Beziehung führt der Weg zum einen nur über den Umweg des anderen. Sprich: Wenn Sie ihm gut tun und er Ihnen vertraut, ist es leichter, auch seine Mutter zu überzeugen, denn schließlich ist sie Mutter und will nur sein Bestes. Und wenn seine Mutter Ihnen vertraut, können Sie auch den letzten Funken Zweifel bei ihm ausräumen. Vorsicht jedoch bei zu viel Einmischung der Über-Mutter: Machen Sie klar, dass Sie eine Beziehung mit dem Mann wollen und nicht mit seiner Mutter.
Bei aller Liebe zu Klischees gilt jedoch eins: Schauen Sie zunächst, wen Sie vor sich haben. Denn manchmal ist es auch einfach nur ein beneidenswert gutes Verhältnis, das Mutter und Sohn verbindet.
Lea-Patricia Kurz/PARSHIP