Es könnte so schön sein mit Ihrer neuen Liebe. Der Mann ist zärtlich, aufmerksam und kinderlieb. Doch ein paar Dinge an ihm machen Sie rasend. Egal ob seine Kleidungswahl, sein Speiseplan oder seine Lieblingsstücke: An allem haben Sie etwas zu meckern. Ein paar Kilo weniger, ein paar Muskeln mehr, und der Schrank, den dieser Mann in die Beziehung eingebracht hat, muss auch endlich weg. Lieben Sie den Kerl überhaupt? Oder nur die Aussicht, aus diesem Mann "etwas machen" zu können?
"Es ist nicht aussichtsreich und vor allem nervenzermürbend, an der Persönlichkeit Ihres Mannes herumdoktern zu wollen. Wenn Sie nicht locker lassen, dann führt Ihr Plan im besten Fall auf die Couch eines Paartherapeuten, im schlechteren Fall in die Dauerkrise", warnen Heike Blümner und Jaqueline Thomae in ihrem Werk "Eine Frau, ein Buch". Wer mit einem schachspielenden Buchhalter liiert ist, wird diesen Mann auch mit allen erzieherischen Maßnahmen nicht in einen segelnden Zwillingsbruder von Brad Pitt verwandeln. Und spätestens wenn die Mühe doch von Erfolg gekrönt sein sollte, verliebt die Frau sich in einen Mann, der ihrem ursprünglichen Gatten ziemlich ähnlich ist.
Wenn es sich allerdings nur um ein paar Kleinigkeiten handelt, die Sie stören, geht es vor allem darum, dem Mann die Wahrheit in homöopathischen Dosen zu verabreichen. Viele Männer reagieren auf Kritik von Frauen gereizt, vor allem wenn es um Äußerlichkeiten geht: Mancher Mann fragt sich bei dieser Art von Fürsorge, ob er mit seiner eigenen Mutter zusammen ist. Statt seinen gesamten Hemdenvorrat in die Altkleidersammlung zu verfrachten, loben Sie Ihren Mann lieber überschwänglich für das eine Hemd, in dem er Ihnen gut gefällt. Stören Sie sich an seinen fleckigen Zähnen? Beschaffen Sie dem Mann eine elektrische Zahnbürste. Seine Nasenhaare treiben Sie in den Wahnsinn? Dann nörgeln Sie um Gottes Willen nicht täglich darüber, vor allem nicht in Gegenwart anderer Leute. Tun Sie bei Gelegenheit einfach überrascht: "Was ist denn das? Ist mir ja noch nie aufgefallen", das erspart dem Mann Peinlichkeiten und Ihnen einen handfesten Krach.
Hände weg von seinen Lieblingssachen. Auch wenn Sie das Rasierwasser oder die Cordhosen des Mannes hassen wie die Pest, hier hilft nur auf Zeit spielen. "Die Veränderung muss Spaß machen und darf nicht durch Tyrannei entstehen", warnen Heike Blümner und Jaqueline Thomae. Bevor Sie Ihrem Mann mit dem Zaunpfahl winken, sollten Sie sich überlegen, wie Sie selbst auf Unzulänglichkeiten angesprochen werden wollen. Welche Frau möchte von einem Mann schon hören: "Schatz, zwei Kleidergrößen weniger und du wärst perfekt"?
Maya Kristin Schönfelder/PARSHIP