Wer die Liste seiner Partnervorschläge öffnet, kann sich leicht überfordert fühlen ...
Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich beim ersten Date mit einem PARSHIP-Flirt von Ihrer besten Seite zeigen.
ich habe die Erfahrung gemacht, dass sehr viele Männer in den 30ern nach nur ca. zwei Mailwechseln und ohne mich je getroffen zu haben, regelrecht 'abchecken', ob ich als Heiratskandidatin in Frage komme. Mit Fragen wie 'Du arbeitest viel? Wie lange denn noch? Und willst du mal Kinder und Familie haben?' Ich kenne diese Männer nicht, weiß nicht, ob wir uns überhaupt sympathisch finden, geschweige denn, ob ich mir mit ihnen eine Beziehung vorstellen kann. Ich bin keine Heiratsgegnerin, finde aber, man muss erst einmal jemanden kennen, den man heiraten will! So etwas schlägt mich in die Flucht, und ich finde es ähnlich distanzlos wie die Frage - ohne längeren Vorlauf -, wie ich mir die Sexualität in einer Partnerschaft vorstelle. Was sagen Sie dazu?"
Sabine (32), Wissenschaftlerin
welche Fragen jemand wann angemessen findet, ist ganz verschieden. Ein gradliniger Typ wird anders urteilen als ein etwas verschnörkelterer. Wer weiß, dass er in den Lebensabschnitt "Nestbau" eintreten möchte, wird direkter sein als andere. An Fragen zu Lebenszielen ist in diesem Sinne nichts Verwerfliches. Wie und was Sie antworten, liegt ja bei Ihnen. So urteilt auch das Gros der von uns befragten rund 9.000 Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz:
• 64 Prozent der Frauen und 69 Prozent der Männer haben nicht gegen frühe Fragen nach Familienwunsch oder Heirat.
• Bei 16 Prozent der Frauen und 13 Prozent der Männer lösen die Fragen ein gewisses Unbehagen aus: Geht es wirklich um mich, oder will er/sie nur partout heiraten?
• 17 Prozent der Frauen und 13 Prozent der Männer schließlich fühlen sich ähnlich wie Sie, Sabine, in die Flucht geschlagen.
Vielleicht fragen Sie sich einmal, warum die Direktheit Sie so stört. Fühlen Sie sich reduziert auf die Rolle des Heimchens, der Braut auf der Hochzeitstorte? Das geben die genannten Fragen aber nicht her, es wäre Ihre Interpretation. "Für mich gehört eine Frau an den Herd, und die Hausschuhe soll sie mir auch hinterhertragen" hat ja vermutlich niemand gesagt. Die Frage nach Zukunftsplänen setzen Sie mit der vorschnellen Thematisierung von Sex gleich. Uns erscheint aber nur letzteres wirklich problematisch. Online-Partnersuche ist vom Grundprinzip her schon zielgerichtet. Noch bevor eine Anfrage Sie erreicht, wurden Sie nach Alter, Region etc. "abgecheckt". Das heißt nicht, dass sich nicht auch ganz viel Romantik einstellen kann - ein wenig später.
Probieren Sie bei der nächsten Tabu-Frage doch mal, keine Schubladen aufzumachen ("Wieder so ein typischer Mann in den 30ern ..."), sondern genauer hinzusehen. Lassen Sie sich nicht so leicht in die Flucht schlagen - dabei könnten Sie Ihrem Glück davonlaufen. Sie müssen sich weder für Ihre Arbeitszeit rechtfertigen noch schon Vereinbarungen zur Kinderbetreuung treffen. Spielen Sie den Ball zurück: "Das ist im Moment nicht so mein Thema, aber ich habe grundsätzlich nichts gegen das Heiraten." Oder: "Ich kann gut mit den Kindern meiner Schwester, das reicht mir erst mal." Oder: "Frag mich das später noch mal." Vielleicht stellen sich Ihre Ansichten wirklich als unvereinbar heraus. Vielleicht entsteht aber auch etwas, das Sie gar nicht erwartet hätten. Manchmal braucht es den Mut, sich einen Korb zu holen: Wer überkritisch ist, sitzt zwar am längeren Hebel und wählt aus, wird aber auch nie erfahren, ob er damit richtig lag.
Annemarie Lüning/PARSHIP
"Für mich gehören solche Fragen einfach dazu. Sicher kann man auch zu schnell schießen, aber damit kann man ja diplomatisch umgehen und selber entscheiden, ob und wann man antwortet. Was das Thema Sexualität betrifft, bin ich aber auch der Meinung, dass das dann kommen sollte, wenn der Zeitpunkt, um darüber zu reden, für beide passt. Aber auch das kann man in Ruhe sagen oder schreiben. Jeder Mensch ist einzigartig und sollte nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt werden. Vielleicht finden aber gerade Menschen vorschnell ein Haar in der Suppe, die doch noch nicht so bereit sind, sich zu öffnen?"
D. (27), Pädagogin (05.07.07)
"Ich kann Sabine gut verstehen. Natürlich ist es legitim, herauszufinden, ob die Zukunftsvorstellungen des Gegenübers mit den eigenen vereinbar sind. Es kommt aber meiner Meinung nach sehr darauf an, WIE man solche Fragen formuliert. Wenn man die Berufstätigkeit einer Frau gleich mit der Frage assoziiert 'Willst du denn überhaupt Kinder?', dann trifft das einen wunden Punkt. Zu lange mussten die Frauen für ihre Berufstätigkeit und um Anerkennung als Berufstätige kämpfen. Die Entweder-Oder-Frage - Beruf oder Kinder - ist zudem heute für viele Frauen, die Spass an ihrer Berufstätigkeit haben, überholt. Eine so gestellte Frage löst bei vielen Frauen Ängste vor starren Rollenklischees und somit Abwehr aus. Ich empfehle, die Frage nach dem Kinderwunsch möglichst in einem mündlichen Gespräch und möglichst 'neutral' zu stellen - also z.B. 'Wie stellst du dir deine Zukunft vor?', 'Möchtest du einmal Kinder haben?'. Die Verknüpfung von Berufstätigkeit und Kinderbetreuung und Absprachen darüber kann man dann machen, wenn eine Beziehung erst einmal entstanden ist und auf einem solideren Fundament steht."
D. (37), Redaktorin (18.07.07)
"Fragen signalisieren zunächst einmal Interesse und sollten sich idealerweise im Rahmen einer Unterhaltung von selbst ergeben. Entscheidend ist jedoch auch, wie die Frage verpackt wird, schließlich denkt man sich ja auch was dabei. Es spricht nicht wirklich etwas dagegen, die Beweggründe auch mitzuteilen. Im Gegenteil, es führt eher zu einer besseren Verständigung. Wie man(n) oder Frau darauf reagieren sollte, lässt sich relativ einfach beantworten: offen und ehrlich! Es kann immer wieder mal vorkommen, dass jemand zu weit geht oder ein Thema anspricht, das dem Gegenüber unangenehm ist. Aber dann schreibt man das halt, und auch hier ist das Wie sehr wichtig. Entweder mein Kontakt geht dann respektvoll und mit Verständnis auf meine Entscheidung ein und kann damit umgehen, indem er beispielsweise Wege sucht, die von mir gezogene 'Grenze' abzubauen bzw. mich zu motivieren, den Grenzübergang selber zu öffnen ... Oder er verfügt eben nicht über die notwendige Sensibilität, mit meiner Persönlichkeit umzugehen, findet sozusagen keinen Draht zu mir. Es ist meiner Ansicht nach also nicht die Frage an sich, die relevant ist, sondern die Art und Weise, wie beide damit umgehen. Manch gestellte Frage kann so dabei helfen, herauszufinden, ob zwei Menschen zueinander passen - und das ist doch das eigentliche Ziel, oder nicht?"
Yves (39), selbstständig (21.07.07)
"Ich finde es nicht schlimm, wenn man sich darüber austauscht, wie man sich sein Leben vorstellt und die Zukunft gestalten will. Entweder passt es oder halt nicht. Aber selbst, wenn die Zukunftspläne nicht harmonieren, würde ich nicht unbedingt einen Kontakt abbrechen. Andere Meinungen helfen einem, die eigenen zu überdenken und vielleicht zu korrigieren. Zukunftspläne sind gut, aber Situationen verändern sich, und damit muss man auch schon mal Zukunftspläne ändern und anpassen."
U. (32), Lehrerin (01.08.07)
"Ich frage auch ab und zu mal, ob noch weitere oder überhaupt Kinder gewünscht werden. Das heißt nicht, dass ich die angeschriebene Frau heiraten möchte. Es geht lediglich darum, ein Gespräch anzufangen. Bei vielen hat man nicht immer etwas als Gesprächsanlass. Außerdem ist die Antwort darauf entscheidend, sie zeigt mir, wie der Mensch dahinter ist. Wer sich an der Frage nach Kinderwunsch oder allgemein an Fragen, die weder beleidigend noch verletzend sind, stört, sollte lieber versuchen, herauszufinden, warum der andere das fragt. Und warum sollte meine vielleicht zukünftige Partnerin NICHT von Anfang an wissen, wie ich zu Kindern oder anderen Dingen stehe?"
Bernd (34), PC-Techniker (12.08.07)
"Bei einer ernst gemeinten Partnersuche kann es keine zu direkten Fragen geben. Wie will man sich sonst kennenlernen, wenn nicht über Austausch der persönlichen Meinungen und Einstellungen?"
Manuela Eva (48), selbstständig (28.08.07)
"Mir ist besonders übel aufgestoßen, dass einige Männer mit der Frage nach sexuellen Vorlieben mit der Tür ins Haus gefallen sind. Männer, die gleich mit Oberweite oder 'Highheels' angefangen habe, habe ich systematisch gelöscht. Im normalen Leben würde ich mir das ja auch verbitten."
G. (44), Lehrerin (02.09.07)
"Ich habe bei Parship bereits einmal die Liebe auf den ersten Blick erlebt. Wir haben uns einige Male hin- und hergeschrieben, dann telefoniert und uns nach einem Monat zum ersten Mal getroffen. Trotz der Entfernung Hamburg-Berlin haben wir unsere Beziehung gut in den Griff bekommen, bis nach drei Monaten erstmals 'Zukunftspläne' Thema waren. Er erklärte, dass er es sich kaum vorstellen könne, mal zu heiraten, und schon gar nicht, eine Familie zu gründen. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen! Trotz der Trennung habe ich ihn noch immer sehr lieb. Einerseits bedaure ich sehr, dass dieses Gespräch - vielleicht zu früh - stattgefunden hat. Andererseits bin ich auch froh darüber, denn so stehen mir neue Türen offen, um den Mann zu finden, der sich - genau wie ich - eine Familie wünscht. Ich denke, dass es wichtig ist, über solche Dinge offen und ehrlich zu sprechen."
B. (31), Exportsachbearbeiterin (30.10.07)
"Habe nun 3 Treffen gehabt, die allesamt sehr witzig, interessant und schön waren. Von allen 3 Männer wurde ich sehr direkt gefragt, ob ich Kinder will! Das hat mich doch etwas irritiert. Die Frage finde ich an sich nicht schlimm, aber alle wollten mich gerne näher kennen lernen. 2 davon haben mir allerdings gesagt, dass sie nach Partnerinnen suchen, die Kinder wollen ... geht's hier denn nur noch um Kinder? Warum wollen Männer Mitte/Ende 30 so unglaublich dringend eine Frau zum Kinderzeugen? Ich fände ein ungezwungenes Kennenlernen in Ruhe viel wichtiger ... ich kam mir da sehr 'abgehakt' vor, obwohl es wirklich sehr unterhaltsame Abende waren."
V. (33), Massagetherapeutin (11.11.07)
"Immer wieder stellt man fest, dass sich Frauen und Männer einfach nur falsch verstehen, ohne es zu wollen. Es wird hinein- oder herausinterpretiert, was keiner wirklich sagt. Wir haben in unserer schnelllebigen Zeit einfach verlernt, auf derselben Augenhöhe miteinander umzugehen. Wir suchen doch alle nach Demselben, schön muss man sei, finanziell abgesichert, möglichst ohne Altlasten, als wenn es nichts Wichtigeres gäbe. Oft höre ich, dass sich gerade Frauen darüber empören, wenn Männer ab 40 sich bei der Partnersuche auf das osteuropäische oder asiatische Ausland konzentrieren. Hier sollten sich unsere Frauen aber einmal Gedanken machen, warum er das tut ... Wir sind einfach mit nichts mehr zufrieden, das ist unser Riesenproblem - man könnte ja doch noch was Besseres finden."
Gregor (47), Versicherungskaufmann (10.01.08)
"Mir ist es mit direktem Fragen auch schon andersherum so gegangen. Meine Kinder sind bereits erwachsen, ich habe meine Umschulung - Schichtdienst, verspätete Karrierewünsche - vor zwei Jahren abgeschlossen und suche also jemanden, der keine kleinen Kinder hat bzw. der auch keine eigenen Kinder mehr mit mir zusammen haben möchte. Daher habe ich schon öfter ziemlich am Beginn eines Mailwechsels deutlich gemacht, was ich suche bzw. gefragt, ob Kinderwunsch bei ihm eine Rolle spielt. Da bekam ich auch schon gekränkte Antworten von Männern, die sich vor den Kopf gestoßen fühlten. Mir war und ist es aber wichtig, dass das von vornherein klar ist, weil es anders eben nun mal nicht in meinen Lebensplan passt. Wer sich da sofort unwohl fühlt, tut mir dann einfach leid. Warum soll ich dann erst hin- und herschreiben, mich evtl. verlieben, wenn es letztendlich doch nicht passt?"
A. (42), Altenpflegerin (14.04.08)
"Ich wurde frühzeitig zum Thema Sexualität befragt - und schlug den Herren mit meiner offenen Antwort leider in die Flucht. Also, liebe Frauen: Wenn auch Ihr einmal antwortet, dass für Euch Sexualität in einer Beziehung sehr wichtig ist, erwähnt am besten gleich dazu, dass Ihr das mit genau einem Mann möchtet, und zwar mit dem, den Ihr liebt, und dass Ihr eine langfristige Beziehung mit Ruhe und Harmonie sucht. Ansonsten wird wohl vermutet, dass man irgendwie unseriös ist ... Und an die Männer: Am besten, man stellt derartige Fragen erst, wenn man sich kennengelernt hat, dann kommt es ganz bestimmt auch ein bisschen persönlicher an."
J. (39), Wissenschaftlerin (22.04.08)
"Ich gehöre zu jenen Männern, die solche Fragen eher abschreckend finden. Nun ist es mir aber schon häufiger passiert, dass ich geschrieben habe, dass ich aus einer Großfamilie komme und somit im Umgang mit Kindern einige Übung habe, worauf mein Gegenüber annimmt, dass ich auch einen 'Stall voll Kinder' will, und entgegnet: 'Ich will aber keine Kinder'. Dann muss ich die Bremse treten und erwähnen, dass so etwas prinzipiell zu berücksichtigen ist, auf der anderen Seite aber auch eine Frage der Zeit sein kann - in meinem Umfeld haben sich viele nach einiger Zeit eben doch entschlossen, Kinder zu wollen.
Was mir aber gewaltig stinkt, ist die Frage nach der Arbeit. Als Selbstständiger habe ich nun mal keine geregelten Arbeitszeiten. Klar arbeitet man nicht ewig 'rund um die Uhr', aber zunächst mal sollte der Partner das schon aushalten können, hat doch auch was davon, Stichwort finanzielle Sicherheit. So etwas muss man im Vorfeld abklären. Ob die 1. oder 2. Mail dafür allerdings richtig ist, bleibt jedem selbst überlassen - zum 'guten Ton' gehört es aber nicht."
Steffen (40), Zimmermann (24.09.08)