Ulrike:
"Wieder ging eine Partnerschaft auseinander. Sollte Einsamkeit mein Schicksal werden? Es war Oktober, nicht mehr lange bis Weihnachten. Eine Freundin machte mir Mut, es über Parship zu versuchen. Welch ein Glück, dass mir meine Tochter kurz vorher einen Laptop eingerichtet hatte und mir zu einer neuen Partnerschaft Mut zusprach. So ging ich den Weg mit Parship.
Mitte Dezember erhielt ich eine Kontaktanfrage. Wann ist ein Tag perfekt für mich? Da schrieb er: sich in die Augen schauen, lächeln, schweigen und wissen, dass unsere Liebe lebt. Schöne Augen hat er und schöne Hände, das hat auch nicht jeder geschrieben. Und was er am liebsten macht? Gedichte schreiben und Prosa. Ich schrieb zurück, für mich ist der Tag auch perfekt, wenn wir uns in die Augen schauen. Es waren nur noch wenige Tage bis Weihnachten.
Wie ich im weiteren Verlauf unserer Begegnungen mit viel Freude immer wieder erlebte, antwortete er mit einem Gedicht und bat um die erste Begegnung. Ich ahnte, dass er Heiligabend allein sein würde. Ich wünschte ihm ein frohes und gesegnetes Fest. Mit einer Freundin verlebte ich den Heiligabend. 'In die Augen schauen', das ging mir nicht aus dem Sinn. Ich lud ihn ein zu mir nach Hause zum zweiten Weihnachtsfeiertag. Völlig gegen alle Regeln, aber ich fühlte es, 'gehe nicht in ein seelenloses Lokal, Gott ist bei dir'."
Detlef:
"Was für eine Frau? Unser erstes Treffen bei ihr zu Hause! Welch ein Mut, einen wildfremden Kerl zu sich einzuladen. Ich wurde zum Pennäler von 18 Jahren, der zum ersten Rendezvous geht, das Herz klopfte mächtig. Eine Blume mitbringen. Klar, das war keine Frage. Aber welche? Es darf auf keinen Fall anzüglich sein, aber eine schöne Blume sollte es schon sein. Ich entschied mich für eine Orchidee. Die Wahl war auf jeden Fall gut, denn sie steht heute noch in voller Schönheit in ihrem Zimmer.
Ich musste 100 km fahren. Ich fand schnell ihre Adresse. Ich klingelte, sie ließ mich hinein. Welch schöne Frau erblickte ich? So schick gekleidet, ein Lächeln um ihre Lippen und diese Augen, wie sie mich ansahen. Etwas gar zu unbeholfen versuchte ich nun, das Papier vom Blumentopf zu entfernen und ihr irgendwie die Orchidee zu überreichen. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass ein Schalk aus ihren Augen blitzte. Sie half mir und nahm die Blume in Empfang. Sie führte mich zum festlich gedeckten Tisch. Ohne viele Umstände erkundigte sie sich dann nach dem Wunsch, eine Partnerschaft einzugehen."
Ulrike:
"Mein erster Eindruck: Modisch ist er nicht auf der Höhe der Zeit. Aber sollte sich etwas entwickeln, werde ich schon dafür sorgen, dass ich einen schmucken Partner habe. Seine Augen, in der Tat, die sind schön. Ich fühlte: 'Diese Augen wollen in meine Augen sehen und dann lächeln, schweigen und wissen, dass es Liebe ist.' Ob meiner Verwegenheit, diesen Fremden zu mir nach Hause einzuladen, war mir nicht mehr bange. Seine Gegenwart vermittelte mir Frieden und Vertrauen."
Ulrike und Detlef:
"Nach enttäuschenden Ehen kam die Sehnsucht nach Frieden und Geborgenheit, in der die Liebe wachsen kann. Grundlage dafür ist, dass jeder seinen Freundeskreis pflegt und nicht klammert. Von platonischer Liebe halten wir beide nichts. Unsere ganz große Gemeinsamkeit ist die Freude an Kultur, insbesondere die Klassik in allen Kulturformen. Der Wunsch nach Gedankenaustausch über das gemeinsam erlebte kulturelle Ereignis. Es war ein sehr intensiver, sehr offen geführter Dialog."
Ulrike:
"Wollen wir Silvester gemeinsam verbringen?"
Detlef:
"Welche Freude! Mit einem ersten sanften, schüchternen Kuss, den sie richtig als Zustimmung interpretierte, verabschiedete ich mich. Ich musste mich auf die Heimfahrt konzentrieren. Welch eine Frau hatte ich kennengelernt!"
Ulrike:
"Der Mann hat geistigen Tiefgang. Er ist auf jeden Fall nicht langweilig. Schauen wir mal. Seine Hände: Die hat er richtig beschrieben, selten so schöne Hände gesehen. Ob die mich auch liebkosen könnten?"
Ulrike und Detlef:
"Ein schön gedeckter Tisch war gerichtet. Das Silvestermahl, ein Lachsgericht, war köstlich. Dezent dazu spielte ein Klarinettenkonzert von Mozart. Klassische Musik begleitete uns den ganzen Abend, für uns sehr hilfreich zum leidenschaftlichen Küssen. Hatten sich jemals zwei Menschen so hingebungsvoll durch eine Silvesternacht geküsst?"
Detlef:
"Die Heimfahrt war fürchterlich. Es war früh am Neujahrsmorgen. Sauwetter, dann die Fahrt in den Schwarzwald, vereiste Straßen, Nebel, und immer umschwebte Ulrikes Bild meine Gedanken. Sich auf die Straßenverhältnisse zu konzentrieren war mühsam. Ich schaffte es. In welchem Himmel ich war? Im schönsten."
Ulrike:
"Erwachen am Neujahrsmorgen. Die Küsse spürte ich noch auf den Lippen. Zweifel kamen. Was liebt er denn? Mich? Oder die Muse? Seine Musik? Was ist ihm denn wichtiger? Musik ist natürlich schön, aber ich wollte doch in seinem Mittelpunkt stehen? War ich sein Mittelpunkt? Nein, ich war es nicht, mach Schluss. Bevor es schlimmer wird mit den Gefühlen. Ist er wertvoll? Sicher ist er es. Leider, ich fühle es, es wird nicht reichen für eine erfüllte Partnerschaft. Mach Schluss, mach jetzt Schluss. Kurz und knapp teile ich es ihm mit."
Detlef:
"Was für eine Nachricht? Schluss, einfach Schluss hat sie gemacht. Das war hart. Meine Erfahrung war, wenn Schluss mitgeteilt wird, dann ist es vorbei. Erinnerung an einer wunderschönen Silvesternacht wird mir immer in Erinnerung bleiben. Tage später löschte ich ihr Profil ..."
Ulrike:
"Er geht mir nicht aus dem Sinn. Sicherlich war es richtig, dass ich Schluss gemacht habe. Aber das erste Schreiben war wohl zu grob. Wie soll ich mich zwischen Verstand und Gefühl entscheiden? Der Verstand sagt nein, aber mein Gefühl? Mein Herz gibt keine Ruhe. Ich teile es ihm so noch einmal mit."
Detlef:
"Wie ungewöhnlich? Aber das habe ich ja schon an ihr erfahren. Alles ist ungewöhnlich an ihr. Jetzt dieses Schreiben! Es ist kein anderer Mann, da bin ich mir ganz sicher. Sie zweifelt. Ich spüre fast körperlich diese Zweifel. Sie zweifelt, was ich wirklich liebe, sie oder die Musik. Ich will um sie kämpfen. Jetzt bekommt sie einen Brief von mir. Ich schreibe ihr eine Liebeserklärung."
Ulrike:
"Sein Schreiben hat mich tief beeindruckt. Ich muss noch einmal mit ihm sprechen. Ich bitte ihn, mich noch einmal zu besuchen. Wird er kommen?"
Detlef:
"Natürlich komme ich. Überheblich, wie ich nun einmal bin, war ich felsenfest davon überzeugt, dass dieses Schreiben einer Liebeserklärung mein Meisterstück ist. Was noch unklar zwischen uns war, wurde geklärt."
Ulrike und Detlef:
"Ein Schutzengel hat seine Hände über uns gehalten, dass eine sehr zarte Pflanze nicht vergangen ist. Möge er uns weiter beschützen."
Ulrike:
"Welche Wonne. Wenn er mich in die Arme nimmt. Welch zärtlicher Mann. Seine Hände, wenn sie mich berühren, welche Wärme durchströmt meinen Leib. So zarte Liebkosungen, Detlef, welche Gefühle erweckst du in mir? Detlef, nimm mich in deine Arme, heute und in Zukunft, ich bin dein."
Detlef:
"Ulrike, welch Glücksgefühl, wenn du mich küsst. Wie schmiegst du dich an mich, wenn meine Hände dich liebkosen. Glücklich machst du mich, wie du es annimmst. Mein größter Wusch geht in Erfüllung: einer geliebten Frau ein zärtlicher Mann sein zu dürfen."
Ulrike und Detlef:
"Wir haben eine gemeinsame Zukunft. Unsere Zukunft heißt Liebe."
Zu Parship:
"Vielen Dank für diesen Dienst. Macht noch viele einsame Menschen glücklich.
Ulrike und Detlef"