"Ich war vor ein paar Wochen umgezogen an den Bodensee und stellte fest, dass ich nach eineinhalb Jahren Singledasein davon genug hatte. Allerdings bin ich beruflich sehr eingespannt, so dass mir die Wahrscheinlichkeit, an einem fremden Ort auf direktem Wege eine Partnerin zu finden, sehr gering erschien. Also entschied ich mich fürs Internet. Von Parship hatte ich schon einiges Positives gehört und meldete mich spontan an. Ich wollte Verantwortung dafür übernehmen, nicht mehr alleine zu sein!
Jetzt begann eine spannende Zeit mit einigen netten und auch interessanten Kontakten. Aber zu einem Treffen hat es nicht gereicht (ob die Chemie stimmt oder nicht, merkt man doch recht früh, schon per Mail oder am Telefon). Nach vier Wochen hatte ich einen 'Parship-Kater': Die 'Highscores' in der Umgebung - ich wollte keine Wochenendbeziehung, daher hatte ich einen engen Suchradius gewählt - waren abgegrast. Nicht alle Kontakte waren ermutigend, und ich musste erkennen, dass auch ich ein Individuum mit Ecken und Kanten bin - so wie alle anderen auch! Und dann passierte es. Ohne dass ich wirklich wusste, dass es passiert war.
Eigentlich nur so nebenbei stöberte ich bundesweit und traf auf ein ansprechendes Profil mit 75% Matching-Punkten, welches irgendwie auch ähnlich klang wie meines. Ein Spaß-Match machte den Anfang, allerdings ohne wirklich zu matchen. Mein Profil gefiel ihr scheinbar auch, und wir begannen zu schreiben. Schon die Mails waren sehr vertraut, jeder Gedanke, als wäre er selbst geschrieben. Jede persönliche Offenbarung voll Vertrauen, als würden wir uns schon immer kennen. Dann kam das erste Telefonat. Warme, weiche Stimme, bestimmt im Denken und Wollen - und sehr nah und sehr vertraut. Wir telefonierten stundenlang in nur wenigen Tagen und stellten viele Gemeinsamkeiten fest. Fast war es so, als ob wir uns schon am Telefon verliebt hätten ... Das kann doch nicht sein!
Wir mussten uns bremsen, wussten wir doch gar nicht, wie wir wirklich sind - was sagt denn schon ein Foto aus? Wir mussten uns sehen. Sie kam am nächsten Tag spontan mit dem Zug, der auch noch ständig umgeleitet wurde, weshalb eine Verspätung der anderen folgte. Und was hatte ich Angst. Angst, dass wenn wir uns gegenüberstehen, es nicht mehr passt: Wir uns eben nicht 'riechen können' und das Aussehen dann doch entscheidet. Am Vorabend fragte ich vor Angst sogar noch nach weiteren Fotos, die aber alle so verschieden waren, dass ich nur noch irritierter wurde. Jetzt waren wir so weit gekommen und doch: Wir wussten nicht, ob es überhaupt passt.
Noch genau erinnere ich den Augenblick, wie sie die Bahnunterführung herunterkam. Erste Erleichterung - die Befürchtungen waren nicht eingetroffen! Und es war spannend zu sehen, wie meine Wahrnehmung versuchte, die Nähe aus den Telefongesprächen und Mails mit dem realen Gegenüber zu verlinken. Unglaublich spannende Augenblicke.
Aus dem Nachmittag, den wir verabredet hatten, wurden dann vier Tage mit vielen Spaziergängen am See, mit Erzählen, Austauschen, Lachen und Weinen. Wir mussten feststellen, dass wir uns verliebt hatten. Und wir beschlossen, nach einem Trennungstag, den jeder wieder in seiner Welt verbrachte ('mal eine Nacht drüber schlafen'), es zusammen zu versuchen. Seitdem sind sieben Monate vergangen. Wir kennen uns inzwischen bestens, finden aber immer noch Gemeinsamkeiten und freuen uns wie Kinder, wenn wir auch mal Unterschiede entdecken - wäre sonst ja auch langweilig. Wir sind verliebt. Wir sind glücklich, uns gefunden zu haben. Und uns wird heute immer ganz anders, wenn wir uns vorstellen, wir wären uns nie bei Parship begegnet ..."