"Ich bin ein eher vorsichtiger Mensch, manche würden mich vielleicht bedächtig nennen, denn Sicherheit ist mir ein hohes Gut. Und seit einem halben Jahr erkenne ich mich nicht wieder - was die Liebe im Leben doch verändern kann! Eigentlich wollte ich das Parship-Abenteuer ganz langsam angehen lassen - es war für mich der erste Versuch, auf diesem Weg einen Partner zu finden. Ich habe extra einen Computer angeschafft, mit den besten Freunden einen Zugang zum Internet gefunden, langsam, tastend - eine völlig neue Welt: Viel Mut und Überwindung war gefragt.
Kaum bin ich angemeldet, waren da meine ersten, unsicheren Schritte bei Parship: eine fremde Technik, ein gebranntes Kind in Sachen Liebe und zwei Stunden lang 'Ich über mich' - Was mag eine hohe Übereinstimmung in der realen Welt bedeuten? Soll ich zahlendes Mitglied werden? - Ein Angebot zum Spaß-Match kommt angeflattert - auf den Schwingen der Liebe (habe ich es damals schon gewusst?). Alles noch recht unverbindlich, was riskiere ich? So ging ich spontan auf die Fragen ein, und zu meiner großen Überraschung ergaben sich auf Anhieb 100% Übereinstimmung - bei 68 % Matching-Punkten. Das Gegenüber bekommt einen Namen. Martin (ein fremder Name, und nun schon so vertraut) meldet sich sofort und erkundigt sich auch gleich nach meinem Profil, das zu diesem Zeitpunkt noch wenig aussagekräftig ist.
Da ich mich sehr schwer damit tue, so viel Persönliches einem so großen, anonymen Publikum zu präsentieren, trete ich spontan auf die Bremse und bitte ihn um Zeit und Geduld. Seine sehr sensible Reaktion auf meine Einstiegsschwierigkeiten ist beeindruckend. Wohin schwinden all die guten Vorsätze (langsam angehen!)? Es bricht das Eis, ich werde neugierig und bin interessiert. Mein Gegenüber hat einen Namen und eine Farbe, es wird greifbarer und so vieles mehr. Es eilen viele Nachrichten hin und her, eine anfängliche Vorsicht (gab es die?) schwindet, ich werde immer persönlicher. Einen Menschen, den ich noch nie gesehen habe, bereits etwas zu kennen, und auch schon irgendwie gerne zu haben, was war da bisher verschüttet: Zuneigung, Vertrauen, warum fiel mir das so lange Zeit so schwer? Keine zwei Wochen und das Schreiben ist schon längst nicht mehr genug - eine Stimme am Telefon? Bilder tauschen? Ja, dieses Gegenüber soll eine Stimme bekommen und ein Gesicht - wir wollen uns treffen. Aufregung trägt mich, und Aufregung ist doch das falsche Wort - denn da ist auch schon so vieles mehr.
90 km schnurren zusammen, am Bahnhof stehend, kann ich es nicht erwarten, der Zug hat Verspätung. Ungeduldig werden? Unsicher, ob er kommt? Nein, in mir ist unendliche Ruhe, ich werde meinem Gegenüber begegnen. Alles ist vorbereitet, ein Lokal in meiner Heimatstadt mit Bedacht gewählt. Martin kommt, und durch die Verspätung wird er bald wieder fahren. Jetzt heißt es improvisieren und Pläne über Bord schmeißen (ich lerne neue Stärken an mir kennen). Wir landen in einem wenig ansprechenden Lokal in Bahnhofsnähe, egal. Meine anfängliche Unsicherheit weicht schnell (wir haben doch keine Zeit), ins Gespräch kommen, wohlfühlen, die Zeit rast nur so dahin. Was passiert hier (mit mir)? Nicht gehen, bleiben, möchte doch die Zeit anhalten - wie formuliere ich es? Nicht gehen, so bleibe doch (Höre ich auf das, was Martin erzählt?). Auf den letzten Drücker verlassen wir das Lokal, um noch rechtzeitig zum Bahnhof zu kommen.
Nach kaum einem Vierteljahr das Happy End, ein Tanzen, ein Schweben. Ein Happy End? Was passiert mit den Liebenden nach dem Abspann, ist das Leben wie ein Film? Kaum eingezogen, kam die Diagnose einer schweren Krankheit, mehrere Operationen, ein Bangen, Fragen, die die absolute Sicherheit berühren sowie die Illusion der Unverwundbarkeit, aber unsere Liebe trägt. Nach einem stürmischen Anfang werden wir jetzt in den Alltag verschwinden, und die Liebe trägt und hat Bestand. Und unser erstes halbes Jahr klingt in einer Heirat aus."
Christine und Martin haben am 28.08.2008 geheiratet. Das gesamte PARSHIP-Team gratuliert herzlich und wünscht für die gemeinsame Zukunft alles Gute!