"Sehr geehrtes Parship-Team,
da mich durch Ihre Organisation die Liebe noch einmal so heftig berührt, möchte ich mich konstruktiv verhaltend revanchieren - hier also meine Geschichte:
Zuerst hatte ich ja Bedenken, mich über Kontaktanzeigen o.ä. der Hoffnung auf ein erfülltes Leben und eine glückliche Beziehung zuwenden zu können. Der Parship-Test hat mich dann umgestimmt. Besonders berührt hat mich der Umstand, dass ich mich wohl zu einem pragmatisch-verstandesbestimmten Menschen entwickelt hatte, mit verkümmerter Bereitschaft, seinen Instinkt und seine Gefühle zu leben. Wie kommt man da raus? Sich trauen und den Kontakt mit geeignet erscheinenden weiblichen Partnern zulassen - sich öffnen.
So habe ich zuerst unkompliziert schriftlich kommunizieren können, und dabei haben sich Dialoge entwickelt, die es mir erlaubt haben, mich neu zu positionieren. Es war mir möglich, nicht immer alles unter dem Aspekt der Risikobewertung - oder wie man es sonst nennen will - anzugehen; die bis dahin zunehmend unterdrückten Gefühle wieder zuzulassen. Immer wieder lese ich diese Dialoge und stelle fest, wie sehr mir die Kontaktsuchenden geholfen haben; auch wenn es zu keinem 'glücklichen Ende' geführt hat.
Nun denke ich nicht, ein 'Mann von der Stange' zu sein. Ich habe einige Eigentümlichkeiten entwickelt und hatte konkrete Vorstellungen von einer Partnerin. Nach über 100 Kontaktversuchen und wenigen persönlichen Kontakten habe ich nach vier Monaten dann eine Partnerin kennen gelernt, bei der eigentlich alles stimmte. Wir beide sind uns bereits in den Mail-Dialogen als geistesverwandte Seelen so nahe gekommen, dass es beinahe beängstigend war. Tatsächlich durften wir die durch den Briefwechsel erkennbare Tendenz in so überwältigender Weise erleben, dass wir nicht mehr voneinander lassen wollen. Obwohl das Schicksal und Parship uns über eine räumliche Distanz von 600 km zusammengeführt haben, haben wir in drei Monate bereits einige kleine Kurzurlaube miteinander verbracht und uns so lieben und schätzen gelernt, wie wir es eigentlich nicht mehr für möglich gehalten hatten. Und wenn wir so beisammen sind und feststellen, wie glücklich 120 versammelte Jahre miteinander sein können, danken wir auch Ihnen.
Natürlich sind wir nach bspw. einem gemeinsamen verlängerten Wochenende voll Trauer, weil wir physisch so weit auseinander sind, und zugleich glücklich, weil wir uns so lieben. Natürlich versuchen wir auch unsere gemeinsame Zukunft gestalterisch zu planen; vielleicht sollten wir es lassen. Vielleicht sollten wir die Worte Khalil Gibrans 'Von der Liebe' (aus 'Der Prophet') mehr beachten: '... Und glaube nicht, du kannst den Lauf der Liebe lenken, denn die Liebe, wenn sie dich für würdig hält, lenkt deinen Lauf. Liebe hat keinen anderen Wunsch, als sich zu erfüllen ...' Es ist schön, die Liebe und damit das Lachen und Weinen zuzulassen. Es ist schön, sich dank Parship Menschen zuwenden zu können, deren Vita einem nicht ganz unbekannt ist und Gemeinsamkeiten erwarten lässt. Ich danke Ihnen.
Friedrich"
Friedrich (60), Sachverständiger