"Es war genau am letzten Tag meines 3-monatigen Parship-Abos. Es war ein Sonntag. Sebastian - der Wochenendkleinsparerabonnent - und ich hatten unser erstes Date! Tagelang zuvor hatten wir uns die lustigsten Mails geschickt. In homöopathischen Dosen. Jeden Tag eine. Er schrieb bevorzugt mittags. Ich nachts. Sie waren witzig, unbeschwert, voller Blödeleien ... und dennoch jeder Menge Stoff zwischen den Zeilen. Wir schienen die gleiche Art Humor zu haben. Ein Wort ergab das andere, es war im Fluss ... es gab keine Sekunde der Langeweile, keine Missverständnisse. Ein Kosenamenbombardement sondergleichen. Es war schon unerträglich sülzig. Aber einfach spaßig und irgendwie tief vertraut ...
Ich glaube, es war dann auch schon die dritte Mail, in der wir uns aus Jux die Ehe versprochen hatten, und so blieb es nicht aus, dass wir uns wildromantisch mit weichen Knien vor dem Standesamt trafen. Als ich ankam, saß er schon auf der Treppe ... Statt Ringe gab's ein Überraschungsei. Ich fand ihn auf Anhieb ziemlich lecker ... Genau wie ich es mir vorgestellt hatte. Zuerst juckelten wir mit dem Fahrrad (er fiel fast vom Rad, weil ich so langsam fuhr) zum Warmtrinken und Lockerwerden in den Biergarten, danach gab's lecker Wein ... und noch mehr Wein (die erste Flasche war schnell leer ...), ein Wort gab das andere, und dann wurden wir aus der Kneipe geschmissen, weil geschlossen wurde. Er brachte mich heim und küsste mich zu meiner Enttäuschung nur auf die Wange ... ;-)
Am nächsten Tag kam er, nicht wie am Vortag mit Sonnenbrille, Bombenlegerfrisur und Shirt, sondern im Anzug und mit Scheitelfrisur kurz aus dem Büro, welches in unmittelbarer Nähe zu meiner Wohnung liegt, zu mir, um bei einem Kaffee mein neugeliefertes Sofa zu bewundern. Es gab schon wieder nur einen öden Wangenkuss ... ;-)
Am Dienstag haben wir uns zum Joggen verabredet. Da wir kein Geld für ein Getränk dabeihatten, sind wir anschließend zu mir gegangen, und ich habe gekocht. Beim Abschied schon wieder dieser doofe Distanzwangenkuss ... und anschließend einige SMS zur guten Nacht ... mit der Aufforderung, dass ich einen richtigen Kuss doch schon erwartet habe ... :-)
Am nächsten Tag sahen wir uns nicht, da er sich mit seinen Jungs getroffen hat. Übrigens der einzige Tag, seit wir uns kennen, an dem wir uns nicht gesehen haben, mit Ausnahme meiner bereits vorher geplanten Wochenendreisen ...
Am Donnerstag ging es zum Wandern in die Berge. Es war super Wetter, und er hatte erheblichen Restalkohol von der Feier mit seinen Freunden, so dass wir nach 300 Höhenmetern die erste Rast machen mussten (er hatte alles eingekauft und perfekt vorbereitet) und er sein erste Stärkung zu sich nehmen konnte und nicht mehr bei jedem Schritt stolperte ... Wir wanderten 9 Stunden, 1300 Höhenmeter und mindestens 20 Kilometer. Wir waren echt fertig und hatten die ganze zeit über viel Zeit zum Quatschen, Quatsch machen und Spaß haben. Auf dem Rückweg sind wir dann noch in einen Landgasthof eingekehrt und haben lecker gegessen. Anschließen ist es dann passiert ... der erste Kuss auf dem Weg zum Auto ... eeeeeeeeeeeeeeeeendlich ... :-)))
Jedenfalls sind wir seit diesem Tage gänzlich unzertrennlich (zwischendurch müssen wir noch arbeiten ...), und ich denke, für unsere Mitmenschen fast schon unerträglich ...
Was soll ich also den anderen hier im Netz mit auf den Weg geben ...? Ich denke, wer entspannt an die Sache rangeht ... nicht alles so bierernst nimmt und vor allem auch mal zwischen den Zeilen liest ... der kann hier durchaus sein Glück finden. Ich halte an meinem doll fest!"
Sandra (38), Designerin