"Eigentlich hatte ich mich in meinem Single-Dasein ganz gut eingerichtet, war zufrieden mit Beruf und Kind, Freundeskreis und Hobbys, doch ab und zu dachte ich, es wäre doch schön, wenn ... man das alles mit einer besseren Hälfte teilen könnte. Andererseits glaubte ich nach so manchen Enttäuschungen nicht mehr so richtig daran, diese Hälfte überhaupt noch zu finden. Das gelingt immer nur den anderen, dachte ich.
Durch die Zeitschrift 'Brigitte' und 'Die Zeit' wurde ich auf Parship aufmerksam und versuchte es einfach mal. Ich ging das ganz locker an. Nur keine verbissene Rasterfahndung! Aber den Bekanntenkreis etwas erweitern. Und warum nicht online? Also begab ich mich frohen Mutes und neugierig an den PC und - war gleich völlig ratlos. 600 Partnervorschläge! 600 Traumprinzen? Es gibt keine Traumprinzen, es gibt nur normale Menschen. Wie fische ich mir den Passenden heraus? Ich fing an, auf gut Glück hier und dort zu korrespondieren. Bei den Profilen sah ich besonders darauf, ob sie mich ansprachen, geistreich und originell waren. Wenn derjenige Kinder hatte, achtete ich darauf, wie er in seinem 'Ich über mich' von ihnen sprach. Jemand, der seine Kinder aus erster Ehe als 'Altlasten' elegant entsorgt (so was gibt es leider), hat bei mir keine Chance.
Einem besonders warmherzigen und lustigen Profil gab ich den Namen 'Waldpilz' und schickte ein Spaß-Match in der Hoffnung, dass er mir daraufhin eine Kontaktanfrage schickt. Tat er aber nicht! Eigentlich hätte ich ja dann selbst die Initiative ergreifen können, aber ich war dann doch zu sehr mit den vielen anderen Kontakten beschäftigt. Ich führte anregende 'Gespräche' und lernte interessante Menschen kennen. Es schlug aber nirgends der Blitz ein.
Als dann Ende Januar meine Mitgliedschaft beendet war, ließ ich diese erst einmal ruhen mit dem Gedanken: war interessant, aber mehr auch nicht. Jetzt hatte ich wieder anderes zu tun (Beruf und Kind, Freundeskreis und Hobbys). Da kam wenige Tage später eine Kontaktanfrage von 'Waldpilz'! Und ich konnte seine Mail nicht lesen! Was tun? Noch eine neue Mitgliedschaft? Könnte die teuerste Mail meines Lebens gewesen sein. Und wenn darin nur Blödsinn steht? Ich überlegte lange. Als dann ein Sonderangebot von Parship kam, sagte ich mir: dann soll es so sein, und riskierte Ende Februar die Kosten einer neuen Mitgliedschaft, nur um diese eine Mail zu lesen!
'Waldpilz' schrieb kurz, aber herzlich. Es begann ein fröhlicher, lustiger, aber auch ernsthafter Briefwechsel, in dem wir schon viel voneinander erfuhren. Seinen Schreibstil fand ich so herrlich, dass ich mich zunehmend auf die Mails freute. Und als einmal eine Woche keine kam, hatte ich schon Entzugserscheinungen. Bald trafen wir uns, zuerst zu zweit, dann mit den Kindern, und nach schüchternen und zaghaften Annäherungen entdeckten wir immer mehr Gemeinsamkeiten. Inzwischen nutzen wir jede Gelegenheit, um zusammen zu sein, was bei den getrennten Wohnorten nicht so einfach ist.
Alles in allem: wir scheinen wunderbar zusammenzupassen. Woran das liegt? Bestimmt nicht nur an den Matching-Punkten (71), denn mit anderen Profilen gab es z.T. noch mehr Punkte, und dennoch hatte es nicht gefunkt. Also muss es doch noch etwas geben, was man nicht beeinflussen kann. Etwas zwischen Himmel und Erde ... Das kann Parship nicht bewirken. Aber ohne Parship wüssten wir nicht einmal voneinander. Welch schrecklicher Gedanke!
War das jetzt die teuerste Mail meines Lebens? Über diese Frage kann man lange philosophieren. Auf jeden Fall die mit den schönsten Folgen!
Ich wünsche allen anderen Partnersuchenden Mut und Glück!"