"Sehr geehrte Damen und Herren von Parship,
von uns ein Dankeschön, dass Sie sich für diese Partnerschaftssuche engagieren. Wir haben uns darüber gefunden und würden es jederzeit wieder bei Ihnen versuchen. Auch wenn wir davon ausgehen, dass wir Ihre Dienste nicht mehr benötigen. Nie im Leben aber hätten wir uns ohne Sie getroffen. Dafür sind wir zu unterschiedlich und leben in völlig anderen Welten. Und doch haben wir darüber jemanden kennen gelernt, der genauso kommuniziert, lebt, liebt, träumt. Danke! Machen Sie es gut.
Mit freundlichen Grüßen
Carla
Und das ist unsere Geschichte:
Sie:
Anfang August bekam ich eine nette Kontaktanfrage. Er schrieb mir, dass er neugierig auf den Menschen hinter meinem Profil wäre. Das Bild gab er gleich frei. 71 Matching-Punkte fand ich nicht gerade berühmt, aber mir gefiel seine Beschreibung und auch das Aussehen. Doch Erwartungen hatte ich keine, als ich zurückschrieb und fairnesshalber mein Bild auch gleich freigab. Drei Monate war ich schon bei Parship, hatte diverse Männer kennen gelernt und hatte es allmählich satt. Das Abspulen meines Lebenslaufs, die Machtspielchen, Unhöflichkeiten und eine verunglückte Affäre waren der Grund, warum ich mich auf einen gemütlichen Single-Herbst und Winter innerlich eingerichtet hatte. Ich hatte die Nase voll von Männern, die eine Fantasie von einer Frau haben und bei mir nur schauen, ob ich der entspreche. Das war die Ausgangsbasis für einen sehr entspannten Mailverkehr mit ihm.
Er war zurückhaltend, anteilnehmend, und schrieben wir uns anfangs nur alle zwei Tage, wurde der Austausch irgendwann täglich und die Briefe immer länger. Es nahm mich für ihn ein, dass ich wusste, wann kann ich mit Post rechnen, denn er war absolut zuverlässig. Das war schön, denn irgendwann wurden die Briefe ein wichtiger Bestandteil. Wir haben uns darüber immer besser kennen gelernt, waren sehr offen auch mit unseren Befürchtungen, dass wir vielleicht ziemlich enttäuscht sein würden, wenn wir uns einmal treffen. Viele gemeinsame Hobbys hatten wir nicht, aber eine sehr ähnliche Auffassung von Kommunikation, Ehrlichkeit, Neugier auf die Welt. Es war einfach herrlich unaufgeregt.
Den Männern bei Parship kann ich empfehlen: Hört auf mit Lärm, Machtspielchen (zum Beispiel bei Antworten lange warten), und glaubt nicht, den Frauen etwas beweisen zu müssen. Ich kenne viele Frauen, die hier bei Parship sind, beruflich sehr gute Positionen innehaben und die sich im Job schon ständig mit Strategien, Macht, Streit und Stress beschäftigen müssen. Da hat man in einer Partnerschaft absolut keine Lust mehr darauf.
Kurzum, dieser Mann, der überhaupt kein Gewese um sich machte, gefiel mir immer besser, und so verabredeten wir nach sechs Wochen ein erstes Telefonat. Es war ein absolutes Desaster. Angespannt, mit seiner Stimme kam ich erst nicht zurecht, und von der Vertrautheit in den Briefen war auf einmal nichts zu spüren. Aber es passte zu uns, dass wir uns das auch gleich mitteilten, beide aber nicht glauben wollten, dass das jetzt alles wäre. Also telefonierten wir nicht mehr, bis zu unserem ersten Treffen.
Bislang hatte ich immer gesehen, dass ich mich mit den Männern spätestens nach zwei Wochen persönlich getroffen habe, aber mit ihm war das anders. Ich hatte nie das Gefühl, wir müssten jetzt schnell sehen, ob wir uns auch von Angesicht zu Angesicht mögen, und da zwischen uns vierhundert Kilometer liegen, hatte jeder von uns auch noch andere Termine. Wir ließen uns mächtig Zeit.
Als wir uns nach zwei Monaten zum ersten Mal bei mir zu Hause trafen, war es wieder etwas angespannt. Wir kannten uns einerseits so gut, aber andererseits vom anderen nicht die Gestik, die Mimik, den Geruch. Bis morgens früh haben wir geredet, und dann musste er bei mir auf der Gästecouch schlafen. Nach einem schönen Frühstück ist er wieder gefahren, und ich war froh, allein zu sein, um für mich die Situation zu sortieren. Es war keine Liebe auf den ersten Blick, aber ich hatte mich schon lange nicht mehr mit einem Mann so wohl und aufgehoben gefühlt.
Spontan haben wir dann beschlossen, vierzehn Tage später in Urlaub zu fahren, weil wir für das persönliche Kennenlernen mehr Zeit brauchten. Es waren sehr schöne Tage, und mit dem ersten 'Anfassen' brach das Eis. Seit diesem zweiten Treffen haben wir uns gefunden. Es ging wohl so schnell, weil wir uns vorher viel Zeit geschenkt haben. Und das tun wir auch heute noch, übers Telefon, Internet, durch Fahrerei. Eine Fernbeziehung haben wir beide nicht gesucht, aber sie ängstigt uns auch nicht. Wichtig ist eher zu spüren, der andere ist immer da für mich.
Er:
Nachdem ich die Entscheidung getroffen hatte, mich bei Parship anzumelden, wurde ich aufgrund meiner Suchkriterien mit ca. 2250 Partnervorschlägen konfrontiert. Den Psychologietest hatte ich selbstverständlich sehr gewissenhaft durchgeführt, und meine Partnervorschläge erreichten bis zu 82 Matching-Punkte. Ich war erst mal von dieser Vielzahl an Vorschlägen sehr angetan, stellte aber recht schnell fest, dass in dieser Vielzahl doch ein kleineres Problem verborgen war. In ruhigen Momenten setzte ich mich gemütlich an meinen Computer, las das Geschriebene unter den jeweiligen Rubriken und verbrachte so Stunde um Stunde an meinem Schreibtisch.
Es war recht interessant und abwechslungsreich, doch musste ich auch manches Mal über die Fantasielosigkeit und die Belanglosigkeit des Geschriebenen grübeln. Nachdem ich so viele Wochen mit meiner Mitgliedschaft bei Parship verbracht hatte, fiel mir unter der Anzahl von Vorschlägen ein sehr interessanter und mit einem gewissen Esprit geschriebener Text auf. Gut, wir hatten zwar nur 71 Matching-Punkte, aber das Geschriebene hatte mich sehr angesprochen, und so startete ich eine Kontaktanfrage. Ich versah sie auch gleich mit der Freigabe meines Bildes. Auf eine nett formulierte Antwort brauchte ich nicht lange warten. Ihr Bild hatte sie gleich freigegeben.
Ich könnte hier viel über die Entwicklung von Zuneigung zu diesem Menschen schreiben, aber das möchte ich nicht. Es hat sich etwas sehr Schönes und Liebevolles entwickelt, und wir beiden sehen optimistisch in unsere Zukunft. Die räumliche Distanz von 400 Kilometern haben wir uns nicht gewünscht. Wir sind uns nahe, und diese Nähe wird durch Zuneigung und Verlässlichkeit erzeugt. Dieses Gefühl zu spüren ist sehr schön."