"Als ich mich vor einem Jahr bei Parship angemeldet hatte, war die Skepsis groß. Kann man über das Internet überhaupt seine Traumfrau finden? Wo bleibt da die Romantik? Träumt nicht jeder davon, dass einem die Frau oder der Mann seines Lebens zufällig an einem romantischen Ort über den Weg läuft?
Um mir den Gedanken des zufälligen Kennenlernens zu erhalten, bin ich eher unsystematisch an die Suche gegangen. Was leider auch nicht vom schnellen 'Erfolg' gekrönt war. Zwar hatte ich einige nette Mailkontakte, und auch das eine oder andere Treffen war dabei, aber der Funke wollte nicht überspringen. War die Skepsis also berechtigt?
Ein letzter Versuch sollte es noch sein. Das Profil der jungen Frau war so nett geschrieben. Die angegebenen Interessen und Vorlieben teilte ich durchwegs, als hätte ich es selber verfasst. So wurde ich neugierig und nahm umgehend Kontakt auf. Einen Tag später kam auch schon die Antwort. Die sympathischen Zeilen von Alexandra ließen mein Herz höher schlagen. Da sie auch gleich ein Bild von sich freigab, konnte ich feststellen, dass sich hinter den netten Worten auch eine gut aussehende Frau verbarg.
Fortan haben wir uns täglich geschrieben, bis ich für ein paar Tage die Stadt verlassen musste und weit und breit kein Internet hatte. Meine Freude war daher umso größer, als ich plötzlich am Bahnsteig eine SMS erhielt (zwar hatten wir schon Telefonnummern ausgetauscht, aber noch nicht den Mut gehabt zu telefonieren). Die darauf folgende Bahnreise war die kürzeste meiner Zuggeschichte.
In Berlin wieder angekommen, hatte ich endlich ausreichend Mut getankt und habe zum Telefonhörer gegriffen. Wie sich hinterher herausstellte, waren wir beide sehr froh, dass sich hinter den sympathischen Mails und SMS auch eine angenehme Stimme verbarg. So wurden also die SMS durch stundenlange Telefonate ersetzt. Doch stand uns noch eines bevor: das erste Treffen.
In einem spanischen Tapas-Restaurant haben wir uns dann das erste Mal gesehen. Zwei Wochen waren seit der ersten Mail vergangen. Ihre Nervosität stand meiner in nichts nach, wie Alexandra hinterher erzählte. Wir beide hatten da auch schon das obligatorische Gespräch mit dem besten Freund/Freundin geführt. Beide hatten wir die gleichen guten Ratschläge erhalten, die letztendlich aber doch kaum einer wirklich beherzigen kann: Sei natürlich, sei wie Du bist! So falsch kann es aber nicht gelaufen sein. Wir haben den ganzen Abend miteinander verbracht.
Seitdem ging die Zeit in Siebenmeilenstiefeln voran. Nach einer Woche hatten wir das Gefühl, dass es bereits vier waren. Nach einem Monat war uns, als kennen wir uns schon ein halbes Jahr. Nach einem ersten wunderschönen Wochenendtrip an die Ostsee buchte Alexandra, der Einladung meiner Schwester folgend, über Silvester einen Flug nach Madrid. Eine Spontaneität, die bisher nicht so oft bei mir vorkam und seither mein Leben ein Stück interessanter macht.
Trotz der Ecken und Kanten, die man inzwischen beim anderen gefunden hat, waren wir uns unserer sicher und wollten auch endlich zusammenziehen. Wir machten uns also auf die Suche nach einer gemeinsamen Wohnung, was sich jedoch als schwieriger herausstellte, als anfangs gedacht. Es zeigte sich aber schnell, dass wir die gleichen Vorstellungen von einem gemeinsamen Zuhause hatten. Also kündigte ich kurzerhand meine Wohnung und zog zu ihr. Zusammen planen wir nun unser eigenes Haus. Zwei Kinderzimmer sind auch vorgesehen."