PARSHIP > Erfolgsgeschichten > Unser Gespräch begann zu glühen

Erfolgsgeschichte

Claudia (34) und Peter (38)

Claudia (34, Musikerin) traf mit PARSHIP.de Peter (38, Redakteur). Das Paar lebt in Berlin. Claudia hat uns geschrieben (Namen geändert):

"Als ich die Kontaktanfrage von Peter bekam, hatte ich schon fast die Hoffnung aufgegeben. Ich musste feststellen, dass ich nach der langen Single-Zeit einfach vorsichtig geworden bin. Ich habe schon einige Treffen in relativ kurzer Zeit gehabt, aber sie verliefen immer enttäuschend.

Auch das Treffen mit Peter versprach am Anfang nichts Gutes. Wie bei den anderen fühlte ich mich durch die 'klaren Absichten' von so einem Treffen beklemmt und nicht frei, mich charmant und locker zu unterhalten. Und das, obwohl mir Peter durch seine attraktive äußere Erscheinung sofort positiv aufgefallen ist: groß, braun, durchtrainiert ... Ich denke aber, er fühlte sich auch nicht so bequem. Über die Themen schönes Wetter und Straße des 17. Juni (in deren Nähe wir uns zu einem Spaziergang durch den Park verabredet hatten) kamen wir sehr schnell zum Thema Fußball-WM und Sport im Allgemeinen. Nun, das ist überhaupt nicht meine Sache, und das hat er gemerkt, was das anfängliche Gespräch um so beklemmter gemacht hat. Das war insofern etwas merkwürdig, als es sich später herausgestellt hat, dass er hauptsächlich Sportredakteur ist. Bisher hatte er in seinen E-Mails nur über die Zeitung und die Redaktion geschrieben, aber dass es sich um Sport handelt, habe ich erst bei unserem Spaziergang erfahren.

Nun - dann aber gingen wir Kaffee trinken und Kuchen essen. Über den Kuchen sind wir zum Thema Essen gekommen - und da fing das Gespräch an zu blühen. Wir haben unser gemeinsames Interesse für italienische Küche entdeckt - von da aus ging es ums Reisen, ums Wandern, um die große gemeinsame Neugier, die Welt zu entdecken. Bei der Gelegenheit musste ich übrigens mein altes Vorurteil verwerfen, Sport und Bildung seien ein Widerspruch ... Am Ende unseres ersten Treffens bin ich trotz meiner Vorsicht zum ersten Mal mit einem guten Gefühl nach Hause gegangen, so dass ich dachte: Weg mit der Vorsicht! Du rufst ihn wieder an!

Ich musste es aber nicht mal tun: er hat sich zuerst gemeldet, und zwar, um am Wochenende Abendessen zu gehen - italienisch. Das war ein schönes Treffen, aber meine Vorsicht war trotzdem da ...

Dann habe ich mal bei einem kleinen Kammermusikabend Geige gespielt und Peter dazu eingeladen - wie er mir beim Abendessen sagte, hört er gerne Musik, so dass ich dachte: ein Experiment, ihn in meine Welt ein bisschen schnuppern zu lassen. Das Konzert verlief aber nicht besonders gut, ich war an dem Abend recht unkonzentriert und bin bei der César-Franck-Sonate ziemlich oft rausgeflogen, was ich nur mit großer Pfusch-Kunst verstecken konnte. Danach gingen wir etwas trinken, und - da haben wir die Nuss geknackt - ich habe mich bei Peter richtig fallen lassen können. Mein Frust war irgendwann weg, und wir haben nur noch gelacht.

Seitdem sind wir zusammen. Später hat er mir gestanden, dass er mit dem Stück nichts anfangen konnte (es ist einfach nicht seine Art von Musik), aber das war einfach egal. Wir haben festgestellt, jeder hat seine eigenen Interessen, aber wir teilen genau das, worauf es bei einer Beziehung ankommt: Vertrauen, Neugier, Humor. Ich hoffe trotzdem, dass wir irgendwann so weit sind, dass ich den Fernseher einschalte, wenn Sportschau ist, und dass er beim Autofahren César Franck hört ..."

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