"Nach mehreren Jahren unfreiwilligen Alleinseins infolge des plötzlichen Todes meines Mannes wollte ich wieder an eine zukünftige Partnerschaft denken. Zunächst habe ich es über die traditionelle Methode, das Schreiben auf Zeitungsannoncen, versucht. Zwar kam es zu einigen Kontakten, aber die Auswahl ist beschränkt, zumal immer mehr Vermittlungsagenturen das Feld dominieren. Dabei hatte ich die Erfahrung gemacht, dass bei telefonischen Nachfragen die vorgestellten und beschriebenen Männer dieser Anbahnungsinstitute entweder älter als angegeben waren oder einen anderen Beruf ausübten usw., kurz: häufig gab es Widersprüche zum annoncierten Text. Das halte ich für absolut unseriös.
Schließlich rieten mir Freundinnen, es doch mal über das 'moderne Medium' Computer zu versuchen und wiesen mich vor allem auf Parship.de hin, da hier bereits eine Vorauswahl durch eine psychologischen Test stattfindet, man also nicht mehr derart im Nebel rumstochert. Zugleich ist die Anonymität gesichert, so dass man sich erst einmal vortasten kann. Gesagt, getan. Vorsichtshalber habe ich zunächst auf ein halbes Jahr abonniert, sozusagen als Test.
Es war angenehm, plötzlich über 100 Angebote unterbreitet zu bekommen, obwohl ich meine Suche räumlich eingegrenzt hatte. Allerdings bereitete es auch Arbeit und Kopfzerbrechen, wen man denn nun auswählen sollte. Ich mailte mit einigen Männern hin und her, und ich merkte ziemlich schnell, wo es nichts werden wird. Das führte auch zu einer gewissen Ermüdung, die anfängliche Euphorie war bald weg. Vielleicht auch aus dieser Enttäuschung heraus und weil ich es wohl erzwingen wollte, habe ich eine Beziehung begonnen, die sich aber bald als langweilig herausstellte und die ich dann beendete, zumal ich mich sehr bedrängt fühlte. Ich ließ Parship auslaufen, wollte erst einmal nachdenken, was und wen ich eigentlich will.
Kurz vor Weihnachten kam von Parship ein Sonderangebot hereingeschneit, und ich dachte mir, ich könnte es ja mal wieder versuchen. Das war mein Glück. Obwohl das vorige Abonnement ausgelaufen war, hatten mich noch zwei Männer angeschrieben, deren Mail mich aber nicht mehr erreichte. Nun aber fand ich die mehrere Monate alten Nachrichten vor, und einem davon antwortete ich. Seine Mails gefielen mir, er interessierte sich für meine Arbeit (von seinem Beruf hatte ich allerdings keine Ahnung, was ich sofort zugab), teilte meine Interessen, und er war ebenso musikbegeistert wie ich. Ziemlich schnell tauschten wir unsere Telefonnummern aus, seine Stimme klang sehr angenehm, unsere Gespräche machten mich neugierig.
Um schnell Klarheit zu haben, verabredeten wir uns relativ rasch, was ich im Übrigen für sinnvoll halte, da man sich auf diese Weise am besten kennen lernt und weiß, woran man ist. Seine spontane Art, aufeinander zuzugehen, gefiel mir. Der Abend in der Gaststätte war interessant, und wir lachten viel. Wir verabredeten uns erneut und unternahmen fortan Dinge, die uns beide gefielen und bei denen man sich besser kennen lernt: Veranstaltungen, Kino, Wanderungen in der Natur usw. Man hat einen Gegenstand, über den man sich austauschen kann.
Inzwischen sind wir uns sehr nah, haben schon 2 Urlaube miteinander verbracht und freuen uns aneinander. Natürlich gibt es auch mal einen Konflikt - jeder von uns hat ja schon ein Leben hinter sich -, aber die 'Lebensweisheit' hat uns auch gelehrt, damit besser umzugehen als im jugendlichen Alter. So ist es doch noch eine Erfolgsstory für uns durch Parship geworden."
Maria (56), Soziologin