"Im Herbst 2006 habe ich mich von einer langjährigen Partnerschaft getrennt. Bis zum Dezember 2007 wohnte ich mit meiner inzwischen 10-jährigen Tochter alleine und war von den Männern eigentlich 'kuriert'. Im Dezember 2007 - typisch für die Adventszeit, in welcher die Werbung vor glücklichen Paaren und Familien nur so strotzt! - fühlte ich mich jedoch trotz einem ausgefüllten Leben irgendwie alleine.
Einen Mann kennen zu lernen war nicht mein Problem - aber den Richtigen zu finden schon!! Meine Freundin und Kollegin ermutigte mich, es doch mal mit Parship zu versuchen. Ich war zunächst sehr skeptisch: Liebe per Mausklick!? Das gibt es wohl nur in Hollywood, à la 'E-Mail für dich' ... An einem Abend im Dezember traute ich mich. Ich stellte mein Profil bei Parship ein. Bereits zwei Tage später hatte ich eine Kontaktanfrage von Axel, übrigens meine erste!
Aus den nur wenigen, noch sehr distanzierten Zeilen sprang mir dennoch eine Sympathie entgegen, die mich auf Anhieb neugierig machte. Ich antwortete ihm; zunächst auch sehr sachlich und förmlich. Dann wurde im Laufe unserer Brieffreundschaft unser Ton immer vertrauter: Unsere Briefe waren mal von Humor und Fröhlichkeit, mal von leiseren Stimmungen geprägt. Ich hatte zunehmend das Gefühl, dass ich einen mir besonders verbundenen neuen Freund gefunden hatte. 'Sie haben Post' wurde für mich der schönste Satz!!
Nach einigen Wochen stellte Axel ein Bild für mich in sein Profil. Seltsamerweise war sein Gesicht ungefähr genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte, und seltsam vertraut! Nach einem Vierteljahr (!), in dem wir uns geschrieben hatten, waren wir trotz der räumlichen Distanz zwischen uns mutig! Wir verabredeten uns auf 'halber Strecke' in Fulda vor dem Dom. Am Abend zuvor hatten wir zum ersten Mal telefoniert, und ich war von seiner Stimme begeistert. Ich kann mich noch erinnern, wie nervös ich am folgenden Tag in Fulda stand. Axel hatte mich noch nie gesehen (ich hatte kein Bild bei Parship), so dass es völlig unklar war, ob wir uns auch im realen Leben sympathisch sein würden.
Meine Beine fühlten sich an wie weiche Makkaroni. Als ich ihn dann sah, war ich gleich gebannt und fasziniert von diesem Mann, und es gelang mir im Laufe des Nachmittags und Abends, Axel ebenfalls davon zu überzeugen, dass ich eine 'halbwegs nette' Frau bin. Gleich in der ersten Woche nach dem ersten Treffen telefonierten wir nun täglich und freuten uns auf das nächste Wochenende, obwohl wir es ganz vorsichtig angehen lassen wollten und beide nicht gleich eine neue Beziehung wollten. Aber irgendwie hatten wir die schon.
Viele schöne, spannende Wochenenden später ist uns beiden klar, dass wir füreinander bestimmt sind, auch wenn sich das furchtbar kitschig anhört. Wir waren mit unseren Kindern gemeinsam im Urlaub (Axel hat einen 5-jährigen Sohn), haben unsere Familien kennen gelernt und überwinden wöchentlich die Distanz von 200 Kilometern am Wochenende, um uns sehen zu können. Wir passen so gut zusammen und machen nun auch Zukunftspläne, da die Aussicht auf eine jahrelange Wochenendbeziehung für uns beide keine Alternative zu sein scheint. Axel möchte im nächsten Jahr nach Nordhessen kommen (ohne seinen Arbeitsplatz aufgeben zu wollen; er pendelt dann täglich nach Frankfurt), und ich werde, wenn meine Tochter die Schule beendet hat, mein Leben nach Frankfurt/Main-Taunus-Kreis verlagern und dort dann als Lehrerin arbeiten.
Wenn der Weg so schön ist, sollte man gar nicht fragen, wohin er führt, denn das Glück kann man nicht erzwingen, aber es findet einen - ganz von alleine!!!"