"Hallo, liebe PARSHIP-Redaktion,
bei meiner Anmeldung hätte ich wirklich nicht ernsthaft geglaubt, dass dies mein Weg sein könnte! Nun endlich, nach anderthalb Jahren (jetzt sind wir auch ganz sicher!) bekommt Ihr den Beweis - es war mein Weg. Ich schreibe Euch meine Version unseres Kennenlernens (s.u.).
Es hat zwar dann noch etwas gedauert, bis wir unsere Leben auch praktisch ineinander fügen konnten, aber morgen ist Umzug. Wir sind sehr, sehr glücklich, meine Kinder (zehn und elf Jahre alt) lieben ihn heiß und innig, und selbst mein Hund Henriette gehorcht nur noch ihm!
Unsere Geschichte zu schreiben, die ersten Tage unserer Liebe noch einmal Revue passieren zu lassen, hat uns so viel gegeben. Das kann ich nur allen Paaren raten! Das Wunder des Kennenlernens ist immer wieder toll und eben nicht selbstverständlich.
Liebe Grüße von Eurer Anna
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Unsere Story:
Es war im August 2001, ich hatte mich vor einem Monat bei PARSHIP angemeldet. Ehrlich gesagt ging mir dort alles ein bisschen zu langsam, und deshalb habe ich selbst die Initiative ergriffen und eifrig Kontaktgesuche verschickt. Christian antwortete irgendwann, ganz seinem Naturell entsprechend, freundlich aber eher skeptisch. Warum ich mich denn bei ihm melden würde, wo ich doch so wenig Partnernähe laut Auswertung will und er so viel? Das hat mich damals etwas sauer gemacht, ich fühlte mich zurückgestoßen und kritisiert. 'Warum freut der sich denn nicht, dass ich ihn überhaupt kontaktiere?!' Ganz bockiges Kind rechtfertigte ich mich damit, dass ich sowieso keinen Heller auf solcherart Computerauswertungen gäbe. Wenn ich heute meine erste Mail lese, komme ich ziemlich tough rüber (ich weiß nicht, ob ich an seiner Stelle darauf geantwortet hätte!). Das ist übrigens auch eine Situation, die uns immer wieder begegnet. Er fordert mich zu Klarheit, festen Standpunkten heraus, bei ihm komme ich nicht weiter mit Ausflüchten, Halbheiten und Gelaber!
Aber selbst unser erster Mailkontakt hatte schon etwas von 'Zwei-voll-im-Leben-stehende-reflektierende-Menschen-sich-in-die-Augen-schauend-mit-einem-Glas-Wein-in-der-Hand". So oder ähnlich. Klar und offen, dabei zwangsläufig auch verletzlich, versuchten wir in diesen Mails, den anderen abzutasten und zu begreifen. Als er dann irgendwann sein Foto schickte, war es für mich wirklich wie im Märchen: ich 'erkannte' ihn irgendwie, war ganz tief innen angerührt - durch ein Foto!! Das habe ich ihm auch geschrieben: 'Dein Foto hat sich mit einem Plumps irgendwo bei mir eingenistet und ein Licht angeknipst.'
Daraufhin 'durfte' er mich auch zum ersten Mal anrufen, ich musste endlich seine Stimme hören. Unser erstes Telefonat war schön - sehr schön, sehr lang und sehr aufregend. Ich hatte Flugzeuge im Bauch, bin tagelang völlig arbeitsunfähig durchs Leben gestolpert - wie gut, dass es gerade August war und somit eine ruhige Zeit im Büro! Zehn Tage später haben wir uns getroffen. Für seine strukturierte Persönlichkeit war das Treffen wohl das reinste Chaos: Erst keine Idee, wo wir uns treffen könnten. Klar, es sollte bei mir in der Nähe sein, wegen der Kinder und auch dem männlichen Naturell (Jäger und Sammler) entsprechend. Als nächstes habe ich ihm vier (!) Varianten zur Auswahl gestellt (mitten auf der grünen Wiese, im Restaurant, auf dem Weg zum Restaurant, bei mir vor dem Haus). Später den Termin kurzfristig noch um zwei Stunden nach hinten verschoben.
Wir haben uns schließlich auf einem Parkplatz in der Nähe des Restaurants getroffen. Dann kam er endlich, ganz ruhig und entspannt. Ich dafür (wie immer) umso hektischer und aufgeregter. Mein erster Gedanke war: 'Oh, shit!'. Er war äußerlich so gar nicht mein Typ, viel zu sehr intellektueller Langweiler (sorry!). Und auch viel dünner als auf dem Foto, so gar nicht mehr der gemütliche Typ Mann, den ich erwartet hatte. Ich war ein bisschen enttäuscht. Meistens ist die Reaktion sicher andersherum, wenn jemand in Wirklichkeit dünner ist! Niemals hätte ich ihn in freier Wildbahn angesprochen geschweige denn angeflirtet. Auf dem Weg zum Restaurant hat er (für mich viel zu schnell und viel zu nah) mit ein paar beruhigenden Worten kurz seinen Arm um meine Schulter gelegt. Ich bin innerlich zur Salzsäule erstarrt! Später habe ich erfahren, dass er sich daran nicht einmal mehr erinnert! Vielleicht, weil er viel früher diese Vertrautheit zwischen uns spürte?
Das Essen im Restaurant haben wir nach der Vorspeise beendet. Ich fand es grausig. Obwohl wir uns ganz gut unterhielten, war die Atmosphäre irgendwie nicht uns entsprechend. Armer Christian, er musste das Restaurant mit knurrendem Magen verlassen, wie er mir später erzählte. Durch das Zusammensein und durch seine Nähe war jetzt von meinem ersten Gefühl auf dem Parkplatz nichts mehr übrig. Deshalb wollte ich ihn auch nicht so einfach wieder wegfahren lassen. Wir haben meinen Hund abgeholt (dabei kurz die Kinder vorgestellt) und sind spazieren gegangen. Und da war dann auch wieder die alte Vertrautheit, die sich in unsere Mails und Telefonate geschlichen hatte und die in den ersten Minuten unseres Treffens irgendwie verschreckt in der Ecke hockte. Wir saßen Stunden in dieser warmem Sommernacht unter einem alten Apfelbaum, und irgendwann lag ich in seinem Arm. Völlig entspannt, als wären wir alte Freunde. Wir hatten und haben uns so viel zu erzählen, dass wir uns seit diesem Abend nicht mehr getrennt haben. Mein Wunsch nach Partnernähe ist durch C. sprunghaft angestiegen! Garantiert. Wir heiraten übrigens demnächst."
Anna (36), PR-Beraterin