"Die Geschichte von Erika und Stefan
oder: Tagebuch einer großen Liebe
Letztes Jahr bin ich (Stefan) 62 geworden. Vor sechs Jahren wurde ich geschieden, ich habe zwei erwachsene Töchter. Nach meiner Scheidung habe ich vier Jahre mit einer Frau zusammengelebt. Es war eine schwierige Partnerschaft. Vor zwei Jahren habe ich mich von ihr getrennt. Hinzu kommt, dass ich vor einem Jahr eine schwere gesundheitliche Krise zu bestehen hatte. Daher habe ich im Frühjahr 2002 nur ganz vorsichtig 'die Fühler ausgestreckt' und nach einer Partnerin Ausschau gehalten. Es fing ganz 'harmlos' an: Anfang Mai geriet ich eher zufällig auf die Website von PARSHIP und entschloss mich, das Angebot zu einer Partnervermittlung anzunehmen. Schon 24 Stunden später hatte ich ca. ein Dutzend Vorschläge von möglichen Partnerinnen mit hoher Übereinstimmung in meinem Postfach! Zusätzlich hatten sich noch einige sonstige Interessentinnen gemeldet. Ich war platt!
So erfreulich diese Resonanz auch war, ich hielt es für wenig erfolgversprechend, mit einer Interessentin am Bodensee oder in Mecklenburg-Vorpommern in Verbindung zu treten, denn wenn eine Beziehung daraus werden soll, sollte man sich meines Erachtens möglichst oft sehen, um sich wirklich gut kennen lernen zu können. Also habe ich nach Interessentinnen aus der näheren Umgebung meines Wohnorts gesucht ... und eine gefunden: Lehrerin, 58 Jahre, auch geschieden, auch zwei Töchter! Sie beschrieb sich selbst als naturverbunden, gut aussehend, spontan, natürlich und einfühlsam. Ich habe ihr sofort eine E-Mail geschickt.
Manchmal wird ja dabei erst ein wenig 'Verstecken' gespielt. Wenn ich jedoch jemand ernsthaft kennen lernen will, finde ich eher Offenheit angebracht. Ich habe also u.a. geschrieben, dass ich der Stefan aus B. sei. Prompt antwortete sie: 'Ich kannte vor 10 Jahren mal flüchtig einen Stefan aus B., er hatte eine Tochter namens Sandra, die jetzt 25 sein müsste. Könnte es sein, dass Sie das sind??? Das wäre ja lustig!' Darauf ich: 'So eine Überraschung! Ja, ich bin dieser Stefan mit der Tochter Sandra! Aber wer sind Sie? Spannen Sie mich bitte nicht so auf die Folter und lüften Sie das Geheimnis!'
Also, wir stellten fest, dass vor 10 Jahren unsere Töchter gemeinsam zur Schule gegangen sind und gut miteinander befreundet waren und dass wir beide damals bei einer Schulaufführung zusammen im Chor gesungen haben! Wir hatten uns in den Pausen oft miteinander unterhalten! Erika war mir schon damals sehr sympathisch ... aber ich war ja zu dieser Zeit noch verheiratet! Das war eine Überraschung!!! Wir haben uns dann schon bald getroffen, stellten natürlich fest, dass wir ein paar Jährchen älter geworden waren, aber irgendwas war da, was das Herz höher schlagen ließ (zumindest mir ging das so!). Nach etwa 1½ Wochen mit reger Kommunikation und einigen Treffen nahmen wir uns zur Begrüßung einfach wortlos in die Arme und wussten, dass wir zusammengehören!
Erika ist eine sehr dynamische Frau und trotzdem sehr verschmust (was mir sehr entgegenkommt!). Die Eigenschaften, die sie sich zugeschrieben hat (s.o.) treffen in vollem Umfang zu! Besonders schätze ich an ihr ihre Warmherzigkeit und dass sie wirklich über ein hohes Einfühlungsvermögen verfügt. Ich bin bestrebt, ihr beides im gleichen Maße zurückzugeben! Es gelingt mir mühelos, sie immer wieder zum Lachen zu bringen. Ich finde, das ist sehr wichtig für eine gute Partnerschaft, denn das Leben um uns herum ist ernst genug!
Unser Kennenlernen fand Mitte Mai 2002 statt. Erika beschäftigte sich damals mit der Planung einer vierwöchigen Asienreise, zusammen mit einer Freundin. Nachdem wir uns nun kennen gelernt hatten, gefiel ihr der Gedanke, so lange von mir getrennt zu sein, gar nicht! Mein Vorschlag, nach zwei Wochen nachzukommen, gefiel aber der Freundin nicht, so dass die Reisepläne letzten Endes platzten! So, was nun? Was konnte ich meiner naturverbundenen Partnerin mit ausgeprägtem Aktivitätsbedürfnis auf die Schnelle als Alternative vorschlagen? Ich schlug vor, nach Frankreich zu fahren und die Fahrräder mitzunehmen. So haben wir's dann auch gemacht! Eine Woche in die Bretagne, eine Woche im Loiretal, eine Woche am Genfer See und zum Abschluss noch ein paar Tage am Bodensee! Es war eine wunderbare Reise! - Nach so kurzer gemeinsamer Zeit vier Wochen zusammen zu verreisen, täglich 24 Stunden und auf engem Raum zusammen zu sein, das war schon riskant! Aber: Der Urlaub verlief total harmonisch, ohne irgendwelche Dissonanzen, es war einfach himmlisch!
Wir sind ja beide noch berufstätig. Inzwischen sind wir so oft es geht (meist sechs Tage in der Woche) zusammen. Worin das Geheimnis unseres 'Erfolgs' liegt? Als sehr wichtig sehe ich die von PARSHIP vorgenommene Auswahl an, denn eine Partnerin, die raucht oder mit geschlossenem Fenster schlafen wollte, könnte sonst noch so lieb zu mir sein, das würde ich nicht aushalten! Ein anderer Teil unseres 'Erfolgs' beruht wahrscheinlich in der zwischen uns praktizierten Rücksichtnahme und einem gewissen, schon erwähnten Einfühlungsvermögen. Und der Rest ist wahrscheinlich ganz einfach Liebe!"
Stefan (62), Beamter