"Nach einem halben Jahr, das Jens und ich jetzt zusammen sind, wage ich sie aufzuschreiben: unsere 'Erfolgsstory'! Vier Monate war ich bei Parship angemeldet und hatte schon zehn Männer getroffen. Dabei hatte ich die Erfahrung gemacht, dass mich diese 'Suche nach Mr. Right' emotional viel mehr im Griff hatte als ich eigentlich wollte - und hatte bei diesen Begegnungen eine Menge über mich selbst und das, was ich von und mit einem Mann wollte, gelernt, als ich ihn zum ersten Mal traf: Jens - und dann ging alles ganz schnell!
Dabei hätte ich ihm sogar noch fast vor unserem ersten Treffen 'den Laufpass gegeben', weil ich plötzlich Angst bekam, den vermeintlichen Anstrengungen einer Fernbeziehung nicht gewachsen zu sein - war mein Leben als alleinerziehende, berufstätige Mutter doch ohnehin nicht ganz unkompliziert ... Jens reagierte enttäuscht auf meinen für ihn unerwarteten Rückzug, 'löschte' mich aber nicht gleich - und nach drei Tagen Hadern, Zweifeln und wiederholtem Lesen unserer offenen und interessierten Mails machte ich eine Kehrtwende und fragte ihn: Gibst du mir noch eine Chance? Magst du mich noch treffen?
Er mochte - zum Glück! Als wir uns kennenlernten, hat sich das Gefühl, das sich in unseren Mails bei mir entwickelt hatte, sofort bestätigt: Er war mir spontan sympathisch, das Zusammensein war unkompliziert und anregend, und trotzdem war sofort klar, dass wir beide 'ernsthaft interessiert' waren, d.h. nicht nur auf der Suche nach einer netten Affäre und dem notwendigen 'Kick' fürs Ego nach einer zerbrochenen Liebe.
Die Gesprächsthemen gingen uns nicht aus, der Humor und die Haltung zu vielen uns wichtigen Lebensthemen stimmten überein - es stellte sich ganz schnell das ein, was wir als 'gegenseitige Resonanz' bezeichnen und immer noch ganz wunderbar erleben! Als ich nach diesem ersten Abend nach Hause fuhr, geschah das mit dem Gefühl: 'Hey, bei dem Mann könntest du ankommen ...' Das bin ich inzwischen - und er bei mir!
Intensive und überraschend einfache Monate einer Fernbeziehung (ca. 200 km trennen uns) liegen hinter uns: Ich genieße es, wie wir immer vertrauter miteinander werden, immer mehr gemeinsame Interessen entdecken, über Gott und die Welt miteinander reden, aber auch albern und ausgelassen sein können, wie wir unsere Leben auf einander abstimmen mit ganz viel Respekt vor unseren Unterschieden und dem 'gelebten Leben', das jeder von uns in 'seinem Rucksack' mit sich rumschleppt! Ich freue mich, dass wir anfangen, Zukunftspläne zu machen, in denen dann mittelfristig aus der Fernbeziehung eine Nahbeziehung werden soll ... Dass wir zusammen bleiben wollen, ist für uns beide klar!
Ich erinnere mich gut, wie ich hier in meinen Monaten der Suche in den Erfolgsstorys gestöbert und mir damit Mut gemacht habe: Darum schreibe ich meine Geschichte mit Jens auch jetzt auf! So schwierig diese Suchphase sein kann - jedenfalls dann, wenn man feststellen muss, dass man doch nicht so locker und leicht daran geht, wie man es gerne möchte: Es kann wirklich klappen!
Ich habe nicht nur meinen Mr. Right gefunden, sondern dabei wirklich einiges über mich gelernt: Nämlich Geduld und 'langen Atem', aber auch die Bestätigung, dass ich meinem spontanen Gefühl und meiner Lebenserfahrung trauen kann. Ich habe gelernt, mit kleinen Kränkungen umzugehen (... wenn ein Kontakt plötzlich ohne Begründung abgebrochen wurde), davon unabhängig zu werden und selbst klar und (hoffentlich) trotzdem respektvoll zu sein, wenn ich schnell spürte, dass ein Kontakt für mich nicht gepasst hat ...
Wichtig war für mich: Ich habe Jens 'gefunden', nachdem ich selbst aufgehört hatte, auf interessante Anfragen zu warten, und selbst aktiv und initiativ geworden bin: Ich habe ihn aus der Vielzahl der Vorschläge 'gesucht und gefunden' und angeschrieben! Was im Rückblick dann eigentlich gar nicht so schwer war, denn eigentlich wusste ich doch von Anfang an ziemlich gut, was ich wollte, weil ich mich selbst gut kenne. Nur getraut habe ich mir anfangs selbst nicht, fand mich zu vorstellungsbestimmt und dachte, ich müsste offener 'für die Vielfalt der Männerwelt' sein!
Nein, musste ich nicht: Es gibt tatsächlich viele nette und einige interessante Männer, aber nur ganz, ganz wenige, bei denen mein Herz schneller schlägt ... - und umgekehrt muss es dann ja nun auch so sein. So manchen Umweg hätte ich mir also sparen können - aber das weiß ich eben erst jetzt, 'danach'. Und diese Erfahrung war es wert! Also: Geduld haben, ehrlich und kritisch sich selbst gegenüber und durchaus 'anspruchsvoll sein' - und irgendwann ist es dann tatsächlich so weit.
Jetzt freuen Jens und ich uns sehr auf unseren ersten gemeinsamen Sommerurlaub!"