"Unsere Geschichte steht unter dem Motto 'Ausnahmen bestätigen die Regel', weil bei uns eigentlich alles so war und ist, wie man es nach allen Theorien der Partnerfindung niemals machen sollte. Und schon gar nicht in der Geschwindigkeit. Aber hier mal das Ganze aus der jeweiligen Sicht:
Er:
Kam im August 2005 zu Parship, nur durch planloses Stöbern im Internet, ich glaube, der Link war auf einer Nachrichtenseite. Na ja, nach einer gescheiterten 10-jährigen Ehe und einer 4-jährigen Beziehung war ich auch für neue Wege der Partnersuche offen. Die Vorgehensweise von Parship fand ich sehr interessant, und so habe ich das 'Just for Fun' probiert, ohne den rechten Glauben daran, dass es funktionieren könnte. Ein paar Sätze, welche mir gerade so einfielen, geschrieben und abgeschickt.
Nach ein paar netten Kontakten kam eine recht interessante Antwort. Und nachdem ich ein Bild freigeschaltet hatte, auch ein ebensolches zurück, das mich irgendwie angesprochen hat, ohne dass ich heute genau erklären könnte, warum. Die nächsten Mails waren schnell getauscht, es war irgendwie spannend, und ein paar Tage später kam auch der nächste Schritt: Das erste Telefonat. Die Spannung wuchs, und das Kribbeln im Bauch auch. Beide haben wir uns da schon die Frage gestellt: Kann man sich durch Mails, Bilder und Stimme verlieben? Hunderte Male hab ich mich gefragt, ob ich mir da nicht etwas einbilde, und mir immer wieder gesagt 'Mach langsam'.
Nach allen Theorien soll man sich auf 'neutralem' Terrain das erste Mal treffen. Es kam anders. Es war ein Freitagabend, und wir wollten uns eigentlich erst am Sonntag treffen, stellten aber fest, dass wir doch nicht so lange warten wollten. Sie kam gerade von einer Dienstreise zurück, bei mir zu Hause vorbei - und blieb. Und das gleich für die nächsten Tage. Wie es weiterging? Traumhaft schön. Mittlerweile sind wir 9 Monate zusammen, waren schon 3x zusammen in Urlaub, die nächsten beiden Urlaube sind auch schon geplant, Hanna wohnt seit Mai bei mir, und was bleibt, ist die Erkenntnis, dass eine Beziehung auch einfach nur funktionieren kann. Wenn ich zurückdenke, glaube ich, dass es bei uns so gut funktioniert, weil wir beide sehr locker mit jeder Situation umgehen, uns gegenseitig akzeptieren, so wie wir eben sind, und keiner versucht, den anderen zu verändern. Zumindest das ist bei uns so, wie es die Gelehrten empfehlen ...
Was auch noch wichtig ist: Ich habe 2 Kinder. Der Große (18) wohnt bei mir, der Kleine (13) ist auch fast täglich bei mir. Die Integration hat wunderbar funktioniert, was nicht heißt, dass es immer einfach ist, denn auch für Hanna war es sicher nicht einfach, plötzlich in eine Familie mit Kindern zu kommen und sich dort einzugewöhnen. Aber auch das haben wir beide wunderbar hinbekommen. Nicht zuletzt, weil wir uns beide viel und über alles unterhalten. Ich glaube, Reden ist etwas sehr Wichtiges.
Sie:
Wie ich bei Parship gelandet bin? Durch einen Tipp eines lieben Kollegen, der mich mit großer Anteilnahme durch ein echtes 'Sch...-Jahr 2005' begleitet und vermutlich Angst hatte, ich würde zur männerhassenden Emanze werden ... Mein damaliger Freund hatte sich nach 10 Jahren im Januar 2005 von mir getrennt - happy new year! Ich war komplett fertig mit der Welt und wollte von Männern erst mal nix mehr wissen. Es folgten Monate mit vielen Tiefen und einigen Höhen, die aber eher beruflicher Natur waren, und ich merkte, dass ich so langsam zum Workaholic-Single mutierte, war unendlich viel beruflich unterwegs, auch an Wochenenden. Am Abend im Hotelzimmer kam meistens der große Katzenjammer und viel Sehnsucht nach einer neuen Liebe.
Im Herbst kam dann besagter Kollege ins Spiel, der in irgendeiner Zeitung einen Test von Stiftung Warentest gelesen hatte, in dem Parship am besten abgeschnitten hatte. Das war Ende Oktober 2005, und ich beschloss, mich einfach mal anzumelden. Gott, war ich aufgeregt, ich sehe mich noch heute zu nächtlicher Stunde vor dem PC sitzen. Als dann nach der ersten unverbindlichen Anmeldung gleich zig-hundert Partnervorschläge kamen, habe ich den PC völlig erschrocken und total überfordert blitzartig ausgeschaltet und bin erst mal schlafen gegangen. Ich muss heute noch lachen, wenn ich daran denke, weil letztendlich natürlich doch die Neugierde gesiegt hat.
Schon am nächsten Morgen hatte ich eine Zuschrift mit Bild. Der werte Herr bat mich, ihm doch auch ein Bild zu senden - und sagte darauf hin ab mit dem Kommentar 'Sorry, aber ich suche einen völlig anderen Typ Frau'. So begann mein 'Foto-Trauma', und - ganz ehrlich - nach 3 weiteren Absagen aufgrund meines Fotos dachte ich, ich sei frisch der Geisterbahn entstiegen. Das war neu für mich, und ich war total frustriert, auch wenn sämtliche Freunde und Kollegen mir bestätigten, dass es ein ausgesprochen gelungenes Foto von mir sei. Mein Bild von den Männern dieser Welt begann sich erneut dramatisch einzutrüben ... die sind doch alle gleich ... Bis, ja bis Mitte November eine Mail von Sven kam. Er hatte zwar nicht 79 MP wie seine Vorgänger, sondern 'nur' 70 MP, und seine Mail war auch nicht so wirklich charmant und einladend formuliert ('Hi, dieser komische Computer ist also der Meinung, ich sollte Dir eine Kontaktanfrage senden ... Nun gut, hier ist sie!'). Ich habe ihm vorsichtshalber gleich mein absagenträchtiges Foto geschickt, ihm geschrieben, was ich von Männern halte, die ausschließlich nach dem Foto urteilen, und welche Erlebnisse ich diesbezüglich hatte. Er hat total nett geantwortet, und es begann ein superwitziger Schriftverkehr zwischen uns.
Ich war immer richtig kribbelig, wenn ich den PC angeschaltet habe, und habe mich diebisch gefreut, wenn ich wieder eine Antwort von ihm bekommen hatte. Klar dachte ich, 'Nee, kann nicht sein, sind doch erst 14 Tage, mach dir bloß nix vor, übertreib's bloß nicht gleich, so nötig hast du's nun auch wieder nicht ...' Es war wie mit dem vielbesagten Engelchen & Teufelchen im Kopf.
Glücklicherweise war ab diesem Zeitpunkt erst mal zwei Wochen am Stück unterwegs, und es gab keine Chance, Sven persönlich kennen zu lernen. Sonst wäre ich wahrscheinlich schon am zweiten Tag direkt zu ihm gefahren. Also blieb erst mal nur das Telefon und unzählige SMS, was die Spannung unheimlich erhöhte. Unser erstes Telefonat fand ausgerechnet statt, als ich am überfüllten Gleis 3 des Mannheimer Hauptbahnhofs stand - tolle romantische Kulisse, oder? Ich fühlte mich wie 16, grinste permanent über beide Ohren und hatte so dermaßen viele Schmetterlinge im Bauch, dass ich fast abgehoben hätte. Als ich in mein Hotelzimmer kam, wartete dort ein wunderschöner großer Blumenstrauß von Sven auf mich - Volltreffer mitten ins Herz! Diesem Blumenstrauß folgte 1 Woche später gleich noch einer, und ab und zu kriege ich heute noch welche, wenn ich gerade mal überhaupt nicht damit rechne. Na ja, und alles Weitere hat Sven oben ja schon beschrieben.
Ich bin nicht nur glücklich, sondern auch riesig stolz, dass wir es allen Theorien zum Trotz (vielleicht auch gerade deshalb) bis hierher geschafft haben, und freue mich auf alles, was ich noch mit Sven gemeinsam erleben werde. Ich genieße es sehr, dass er mir trotz aller Nähe meine geliebte Freiheit lässt und mir meinen Job trotz der vielen Reiserei nicht vermiest.
Wie seine Mutter letztens so schön gesagt hat: Wir beide tun uns einfach richtig gut. Ach übrigens: Wir hatten uns am zweiten Abend unseres persönlichen Kennenlernens vorgenommen, mindestens die nächsten 50 Jahre gemeinsam zu verbringen. Heute ist das Ganze nicht nur ein Vorhaben, sondern ein festes Ziel, grins ...
Was wir anderen Paaren und Suchenden mitgeben können? Jede Menge Toleranz und Verständnis und zunächst erst einmal das Problem, mit sich selbst klarzukommen, und nicht jemanden zu suchen, um aus einer Lebenskrise herauszufinden. Es gibt da ein sehr schönes Buch, dessen Titel das ganz genau trifft. 'Liebe Dich selbst und es ist egal, wen Du heiratest'. In diesem Sinne wünschen wir allen Paaren und denen, die es noch werden wollen, viel Glück für eine gemeinsame Zukunft.
Sven & Hanna"
Hanna und Sven haben sich am 27. Oktober 2007 das Jawort gegeben - das gesamte Team von PARSHIP gratuliert herzlich!