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Erfolgsgeschichte

Hans-Ulrich und Theresa

Hans-Ulrich (67) war von Theresas Kontaktgesuch ziemlich überrascht, weil die beiden nur wenig Matching-Punkte miteinander haben. Trotzdem funkte es schnell zwischen der 58-jährigen Lehrerin aus Hessen und dem Grafiker aus Bayern. Die beiden schickten PARSHIP zuerst einen Gruß aus ihrem ersten gemeinsamen Urlaub. Später hat Hans-Ulrich uns gemailt:

"Als Phantasten und Träumer würde ich mich nicht unbedingt bezeichnen. Und so bin ich mehr aus Neugier und ohne große Hoffnung bei PARSHIP Mitglied geworden, mit Hilfe dieser Organisation dem seelischen Alleinsein entgegenwirken zu können. Immerhin hat mir das Persönlichkeitsgutachten, das ich nach ein paar Tagen erhielt, einiges Neues über mich gesagt.

Die erste Überraschung kam mit der Liste von zirka vierzig Code-Nummern, von denen die ersten zehn so um die 65 Matching-Points (Berührungspunkte?) mit mir aufwiesen. Ein paar Kontaktgesuche habe ich verschickt und auch Antworten erhalten. Aber immer fand sich ein 'Haar in der Suppe'. Mal war die Entfernung zu groß, mal passte gleich zu Anfang die Stimmung nicht, einmal kam es fast zu einem ersten Treffen, aber mir ein wichtiger Termin dazwischen. In dieser Zeit erhielt auch ich zwei oder drei Kontaktgesuche, die ich brav beantwortet habe. Neue Code-Nummern im höheren MP-Bereich erschienen - aber nie spürte ich die Lust, die Korrespondenz auszudehnen, zu verlängern. Nur einmal ergab sich ein interessanterer Kontakt und auch nicht allzu weit entfernt. Es kam auch zu einem Treffen, aber der berühmte Funke sprang (zumindest bei mir) nicht über. So vergingen die ersten Wochen.

Irgendwann in dieser Zeit ereilte mich die zweite Überraschung. Wieder erhielt ich ein Kontaktgesuch. Als ich die übliche PARSHIP-Prozedur 'abarbeitete', stellte sich heraus, dass die Dame nicht nur ziemlich weit entfernt wohnte (ca. 300 km), sondern auch auf 45 Matching-Points hin ein Kontaktgesuch losgelassen hatte. Erstaunlich! Oder hatte sie ihre Liste schon bis zu diesem niedrigen Punkte-Level erfolglos abgearbeitet? War ich etwa 'letzte verzweifelte Möglichkeit' für sie? (Weit gefehlt: Für Theres - so nenne ich sie heute - waren die MPs nur Anhaltspunkte und überhaupt nicht wichtig! Deshalb hatte sie ihre Liste - typisch Frau! - vom Ende her aufgerollt. Und was sie von mir und über mich las, hatte sie neugierig gemacht.) Ich konnte mir eine solche Situation gut vorstellen, fand die sich ergebende 'Basis' aber doch reichlich schmal. Dennoch antwortete ich, kurz und relativ knapp wegen des kleinen PARSHIP-Briefbogenformats.

Die Antwort kam prompt, klang vergnügt, locker und heiter, so dass es mir leicht fiel, zurückzuschreiben. Die Tonlage traf sie wieder in ihrer eMail, und hie und da war bereits ein kleines Augenzwinkern, ein fröhlich-frecher Zungenschlag festzustellen. Das mag ich! Darauf gehe ich gern ein. Und: Das kann ich auch!!! So entwickelte sich, bald über die eigenen E-Mail-Adressen, eine muntere und immer umfangreichere Korrespondenz. Die Angelegenheit eskalierte, so dass wir es trotz des ebenfalls benutzten Telefons auf bis zu 16 (in Worten: sechzehn!) E-Mails am Tag brachten! Natürlich kannten wir längst unsere Namen und Adressen, selbstverständlich waren wir uns 'näher' gekommen. Aber es blieb erst mal beim 'Sie'. Ich fand es besser so und empfand es nicht als störend. Es könnte im Ernstfall erleichternd sein, dachte ich. Aber der Ernstfall trat nicht ein. Alles entwickelte sich positiv, doch wir hatten uns außer auf leicht verkrampften Fotos noch nicht gesehen, noch nicht in die Augen geschaut.

Am 14. August fuhr ich zu ihr. 300 lange Kilometer. Je näher ich dem Ziel kam, desto aufgeregter wurde ich. Ich fühlte mich wie ein verliebter Primaner, ein siebenundsechzigjähriger 'Primaner'! Ich kannte die Stadt nicht und verfuhr mich trotz detaillierter Wegbeschreibung. So lernte ich sie kennen, die Stadt! Schließlich fand ich die Straße, entdeckte die Hausnummer, parkte den Wagen und (puh, war mir heiß!) stieg aus. Kann man sich vorstellen, dass es einigen Mut brauchte, auf den Klingelknopf zu drücken? Theres öffnete die Haustür, sie hätte mich auch oben an der Wohnungstür erwarten können. Sie trug ein weißes T-Shirt und eine schwarze Hose - und sah mit ihrem wunderschönen schwarz-grauen Haar auf den ersten Blick einfach bezaubernd aus. Auf den ersten Blick - kann man da noch von 'Liebe auf den ersten Blick' sprechen? Man kann, meine ich!

Sie öffnete die Haustür weit, legte den Kopf in den Nacken und sagte: 'Das bin ich!', und nach kurzer Pause: "Aber nehmen Sie doch erst mal das Ding da ab, Sie können mich ja gar nicht sehen!" Ich hatte, von der langen Autofahrt und dem Irrweg durch die Stadt leicht genervt, immer noch die Sonnenbrille auf der Nase! - 1,5 Stunden später machten wir Arm in Arm einen langen Spaziergang durch das nahe große Wiesengelände und sprachen über, ja, über die Dinge des Lebens. Es gab die ganze Zeit über auch nicht das leiseste Anzeichen von Fremdheit, von abwartender Entfernung, von Berührungsangst. Es war, als kennten wir uns seit Jahren - und trotzdem waren wir aufeinander neugierig wie die Kinder.

So ist es bis heute geblieben. Wir lernen uns immer besser kennen, obwohl wir uns ganz und gar vertraut sind. Wir wissen um unsere Stärken und Schwächen - und können das gut ertragen. Es gibt keine Schwierigkeiten im Miteinander (möge es so bleiben!!!) außer der lästigen Entfernung, die jedes zweite Wochenende auf Null reduziert wird. Wir freuen uns aneinander und stellen dauernd, zusätzlich zu den 45 von PARSHIP, neue Matching-Points fest. Wir lachen sehr viel miteinander, manchmal sogar Tränen, wie bei unserem ersten Kurzurlaub in Italien anlässlich eines Festessens des dortigen Jagdvereins. Von dort schickten wir auch die Postkarte an PARSHIP. Sie haben uns die Plattform für das Zusammentreffen geboten, ohne Sie wären wir uns nicht begegnet - wie das Leben so spielt!"

Hans-Ulrich (67), Grafiker

Theresa und Hans-Ulrich haben am 2. Juli.2004 geheiratet. Das gesamte PARSHIP-Team gratuliert herzlich!