Barbara:
"'Noch ein Holländer ...' war wohl der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, als ich sein Kontaktgesuch las. War es die geografische Nähe oder meine Kenntnis der niederländischen Sprache, weshalb vor allem unsere nördlichen Nachbarn Interesse bekundet hatten? Doch irgendetwas zog mich an seiner Prosa besonders an.
Auf meine kurze, launige Antwort hin ergab sich ein Hin und Her von Mails, wobei sich schon früh abzeichnete, dass es erstaunlich viele Gemeinsamkeiten gab. Ein paar Mal schrammten wir aber auch nur kurz an einem jähen Ende einer aufkeimenden Beziehung vorbei ... Glück gehört also auch dazu. Nach einer Woche beschloss er dann spontan, aus der Anonymität zu treten, und riet mir, das Internet nach ihm zu durchforsten ... Ich empfing es als ein Geschenk des Vertrauens und wusste von da an: Er ist es! Es begann eine Zeit der vorsichtigen Annäherung, um ja nichts zu überstürzen oder zu beschädigen ... aber gefühlsmäßig sehr intensiv und rasend spannend.
Seither sind einige Monate vergangen. Monate, in denen jeder Tag ein glücklicher gewesen ist. Wir haben viel zusammen erlebt, unseren gemeinsamen Hobbys gefrönt und die des anderen kennen gelernt. Seitdem entfernt Paulus schlafende Katzenkinder aus seinen Schuhen, bevor er in selbige schlüpft ... Und ich gewöhne mich an den Bewegungsdrang des Niederländers, der sich auf Kufen, auf dem Fahrrad, auf Rollen oder in seinem Boot möglichst schnell durch die Landschaft bewegt.
Was ich am meisten an Paulus liebe? Vielleicht, dass er niemals etwas fordert und dass er mich ohne Wenn und Aber so akzeptiert, wie ich bin. Dass er täglich sein vor langer Zeit gegebenes Versprechen einlöst und mir Ruhe und Geborgenheit gibt. Für einen Mann, der von sich selber zu berichten wusste, dass er eigentlich lieber lächelt als lacht, haben wir schon erstaunlich viel und ausgiebigst gelacht, aber sein feiner Sinn für Ironie ist auch keinesfalls zu unterschätzen.
Vielleicht liegt die Kraft unserer Liebe darin, dass wir uns, jeden Tag aufs Neue, unseres Glückes sehr bewusst sind und dementsprechend so vorsichtig und pfleglich damit umgehen. Dass wir zusammengehören, ist uns beiden sonnenklar ... jetzt gilt es nur noch, die richtigen beruflichen & praktischen Lösungen zu finden, damit wir uns unter einem gemeinsamen Dach zusammenfinden. Parship sei auf das Herzlichste gedankt!"
Barbara (45), selbstständige Unternehmensberaterin
Paulus:
"'So, jetzt kannst du dich dem Daten widmen', sagte eine Freundin zu mir. Zu dem Zeitpunkt ein gewagter Ausspruch. Ich hatte so etwas, so kurz nach dem Tode meiner Frau, noch gar nicht im Sinn, aber ich war mir bewusst, dass möglicherweise noch ein ganzes Leben vor mir liegen konnte.
Meine kranke Frau und ich hatten viel Zeit gehabt, um voneinander Abschied zu nehmen. Trotzdem unterliegt der Geist doch einer gewissen Trägheit, das aktive Suchen nach einer neue Seelenverwandten stand nun wirklich nicht an oberster Stelle in meiner Agenda. Ich kam zu Parship, weil ich mich nicht als Partnerkandidat in Szene setzen wollte, wie dies so häufig bei Kontaktbörsen der Fall ist. Zudem sprach mich das Parship-Prinzip an, bei welchem doch viel mehr Informationen verwendet werden als im Profil sichtbar.
Die Mails, die ich mit Barbara austauschte, waren mal lang, mal kurz, mal oberflächlich und dann auch wieder sehr spannend und neugierig machend. Das Austauschen von Bildern haben wir ganz bewusst lange vermieden. Nach ein paar Wochen beschlossen wir, ein Rendezvous zu wagen. Den Termin haben wir dann noch nach vorne verlegt, weil das Warten uns beiden den Schlaf raubte. Das Treffen fand in Brüssel in der Kirche Notre-Dame du Sablon statt. Warum kommen zwei Ungläubige genau dort zusammen? Es war der erste überdachte Platz gegenüber des Parkplatzes! Danach ging es in ein Café und später in ein Restaurant.
Was mich bei Barbara anzieht, das sind ihre harmonisch verbundenen Gegensätze. Sie ist finanziell unabhängig und doch sehnt sich ihr Herz nach einer Partnerschaft. Sie ist eine Dame und hat Klasse, aber ab und an kann sie auch sehr frech und unkonventionell sein. Sie ist Belgierin, aber auch Deutsche. Sie spricht fließend französisch, tadelloses Deutsch und ein fehlerfreies Englisch, aber auch Flämisch mit einem unverfälschtem niederländischen Akzent. Wir schreiben in fünf Sprachen gleichzeitig, wenn es sein muss. Englisch und Deutsch sind unsere Rettungsbojen. Das wunderbarste ist dabei, dass wir, zum Teil bis in die komischsten Details, die gleichen Präferenzen und Gedanken haben. Wenn sich einmal kulturelle Unterschiede zwischen uns auftun, erkennen wir diese schnell als solche und können im Nachhinein herzhaft drüber lachen.
Vorläufig pendeln wir noch hin und her zwischen Eindhoven und Brüssel, wohin meine Arbeit mich ohnehin regelmäßig führt. Wir sind aber wild entschlossen, bei der erstbesten Gelegenheit zusammenzuziehen. Es ist ein Sprung ins tiefe Wasser, aber diese Tiefe fühlt sich auch wie ein angenehmes warmes Bad an. Es ist wirklich ein Geschenk des Himmels, dass sich unsere Wege gekreuzt haben. Ich hatte mich auf eine lange Zeit des Sinnlosigkeit eingestellt. Dazu ist es nicht gekommen. Parship hat dem Zufall kräftig auf die Sprünge geholfen."
Paulus (46), Lobbyist