"Meine PARSHIP-Zeit beginnt mit mehreren Pleiten: Mann Nr. 1 ist beim Treffen sympathisch, aber mehr nicht. Mann Nr. 2, zunächst hochgradig begeistert, schreibt nach dem Treffen, er habe sich für eine andere entschieden. Und Mann Nr. 3, mit dem sich alles wunderbar anlässt, fällt nach drei Wochen ein, eine neue Beziehung braucht Zeit, er die nicht hat, und er will lieber weiter 80 Stunden in der Woche arbeiten und ohne Partnerin leben ... Nun sind zunächst mal alle viel versprechenden Kontakte aufgebraucht.
Am Abend des 30.06.2003 sitze ich am Computer und ändere - nach Lektüre des Artikels "Er ist jünger - na und?" - als erstes den Altersrahmen für den potenziellen Partner Richtung jünger. Dann suche ich statt NRW/Rheinland-Pfalz bundesweit und verschicke an die daraufhin zahlreichen Angebote ca. 20 Kontaktgesuche. Eins geht nach Aachen (PLZ 52..., ich habe 53..., das kann ja nicht so weit weg sein, allerdings ist er deutlich jünger, 6 ½ Jahre, ich mache mir keine großen Hoffnungen ...). Am 02.07. bekomme ich eine Mail aus Aachen. Es ist die netteste, ausführlichste, sprachlich ansprechendste und überhaupt beste Mail, die ich in der ganzen PARSHIP-Zeit bekommen habe, und dazu noch völlig frei von Rechtschreibfehlern! Kurz: Ich bin begeistert!
Bis zum folgenden Wochenende gehen ein bis zwei Mails täglich hin und her. Sehr schnell erzählen wir uns persönliche und wichtige Dinge aus unserem Leben. Wir beschreiben uns unser Äußeres, tauschen aber keine Fotos aus - die Sympathie läuft über die Worte. Am Sonntag, 06.07., ist langweiliges Schmuddelwetter; wir mailen, stellen fest, dass wir beide am PC sitzen, und beschließen zu telefonieren: 2 Stunden! Montag und Dienstag können wir nicht telefonieren, dafür aber am Mittwoch drei Stunden und Donnerstag vier! Es ist wunderbar, und wir verabreden uns für Samstagabend in Köln ('Rhein in Flammen').
Große Neugier bei mir: Wie sieht er aus? Und dann: Er ist nicht nur jünger, sondern sieht auch noch unglaublich jugendlich aus! Gott sei Dank hat er graue Schläfen, das tröstet mich ein wenig ... Wir verbringen einen sehr schönen Abend, verlaufen uns in Köln, da wir vor lauter Reden nicht auf den Weg achten, brauchen eine Weile, bis wir unser Auto wiedergefunden haben und verabschieden uns gegen 3.30 Uhr. Noch ist nichts 'Spielentscheidendes' passiert. Findet er mich überhaupt sympathisch, attraktiv? Ich weiß es nicht ... Am frühen Sonntagnachmittag finde ich eine SMS vor: 'Sollen wir telefonieren?' Ich antworte: 'Ich kann auch nach Aachen kommen'. Wir treffen uns 2 Stunden später an einem Autobahn-Rastplatz, lassen dort mein Auto stehen und verbringen einen herrlichen Sonntagnachmittag zusammen. Diese Begegnung und eine ganz besondere Bank am Juliana-Kanal kennzeichnen den Anfang unserer gemeinsamen Geschichte.
Sehr schnell stellen wir fest, dass wir zusammengehören, dass wir das Gefühl haben, füreinander bestimmt zu sein; alles ist einfach, vertraut, selbstverständlich, eigentlich unspektakulär. Die Kommunikation ist direkt, der Austausch funktioniert. Wir teilen viele Vorlieben (lesen, Flohmärkte/Ramschläden, einen Samstag-/Sonntagvormittag im Bett, den Gebrauch von Q-Tipp usw.), Abneigungen (Fantasy-Romane, Eisrevue, Margarine ...), und wie mein Liebster gerne betont: 'Es gibt nichts Verbindenderes als gemeinsame Vorurteile ...!'
Nach nunmehr sechs Monaten sieht es so aus: Wir werden bald zusammen leben; heiraten, sobald ich geschieden bin, und wir planen ein gemeinsames berufliches Projekt, für das wir uns auch wunderbar ergänzen. Wir sehen uns regelmäßig am Wochenende und meist einmal unter der Woche, das ist nicht optimal, aber es muss noch einige Monate so gehen. Fazit: Obwohl wir auf den ersten Anschein (ich: 46 J., noch verheiratet, 4 Kinder; er: 40 J., kinderlos, Single) gar nicht zusammenpassen können/sollten, stellen wir fest: Wir passen! Und wie!
Mit herzlichem Dank und freundlichen Grüßen
Heike"
Heike (46), Zahnärztin