Carolin:
"Angemeldet habe ich mich bei Parship im Juni 2009, eher aus Verzweiflung als aus Überzeugung. Bereits einige Jahre zuvor hatte ich Erfahrungen mit solchen Single Börsen übers Internet gemacht und mir eigentlich vorgenommen, es nie wieder auf diese Weise zu versuchen. Da es aber auch im realen Leben unheimlich schwer ist, jemanden kennen zu lernen, der eine Beziehung möchte, trieb meine Einsamkeit mich letztendlich erneut zu diesem Schritt. Ich entschied mich für eine Premium-Mitgliedschaft für 6 Monate und versuchte mein Glück.
Männer kennen zu lernen war nicht schwer, sich zu verabreden erwies sich ebenfalls als sehr unproblematisch, jemanden zu finden, der wirklich die Absichten verfolgt, eine Beziehung einzugehen, jedoch als schier unmöglich. Hatte ich doch mal das Glück, an jemanden zu geraten, der es ernst meinte, so war das Interesse nach dem persönlichen Kennenlernen immer nur einseitig vorhanden.
Fünf Monate und einige Treffen später stand für mich fest, dass die Partnersuche auf diese Weise absolut sinnlos ist und ich mein Abo nicht verlängern würde.
Doch mein Schicksal meinte es endlich gut mit mir. Zu dem Zeitpunkt, zu dem ich jegliche Hoffnung auf Erfolg bereits aufgegeben hatte, aus Langeweile jedoch ab und an meine Nachrichten las und Profile durchstöberte, fiel mir ein Profil besonders auf, das meines heutigen Freundes. Daraufhin entschied ich mich, ihm doch noch zu schreiben, obwohl ich das Interesse, mich mit Männern zu treffen, verloren hatte. Da sein letztes Einloggen auch schon eine Weile her war, rechnete ich gar nicht mehr mit einer Antwort. Doch einige Wochen später erhielt ich diese und ein paar Stunden später telefonierten wir bereits. Die Chemie hat sofort gestimmt und wir befanden uns direkt auf einer Wellenlänge.
Zwei Tage später verabredeten wir uns bereits zu einem Kaffee, bei dem es nicht blieb. Nach der ersten halben Stunde war jegliche Nervosität gewichen und ich fühlte mich sofort wohl in seiner Gegenwart. Am Abend fuhr ich wieder nach Hause und konnte mein Glück kaum fassen. Ich hatte Schmetterlinge im Bauch und das Gefühl, dass es diesmal auf Gegenseitigkeit beruht. Anfangs hatte ich Angst, dass er unser nächstes Treffen, das bereits am nächsten Tag stattfinden sollte, absagen würde, denn auch das ist mir oft genug passiert. Doch er sagte nicht ab und wir verbrachten das ganze Wochenende miteinander.
Das ist mittlerweile fast vier Monate her und wir planen bereits, zusammenzuziehen. Unsere Beziehung läuft richtig gut und ich hätte niemals gedacht, einen solch wertvollen, lieben und für mich perfekten Menschen auf dieser Seite zu finden. Ich bin sehr glücklich und sicher, dass uns eine schöne Zukunft miteinander bevorsteht."
Stefan:
"Als ich mich bei Parship anmeldete, war das eine Art Verzweiflungstat. Das war im Frühsommer letzten Jahres. Ich war 26 Jahre alt und mein Liebesleben bis zu dem Zeitpunkt eine einzige Katastrophe. Ich hatte zwar Erfahrungen mit Frauen, aber nie eine richtige Beziehung. Nie hatte ich das Gefühl, geliebt zu werden. Nie konnte ich eine Frau als meine Partnerin bezeichnen. Ich meldete mich also an, konnte aber aufgrund der eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten keinen Kontakt aufnehmen. Da ich kurze Zeit später ein paar Monate in eine Reha-Klinik musste, verschob ich den Premiumerwerb aber noch.
Ich habe seit der Pubertät versucht, die Einsamkeit zu verdrängen. Aber letztes Jahr wurde die Sehnsucht nach Beziehung, nach körperlicher und emotionaler Nähe immer größer. Das waren aber zugleich auch die Dinge, vor denen ich mich am meisten fürchtete. Einfach weil ich es nicht kannte. Und das, obwohl mein größter Wunsch schon immer eine feste Freundin war. Das Ergebnis dieser Ambivalenz war lange Zeit Stillstand.
In mein damals schon ausgefülltes Parship-Profil schrieb ich das auch ziemlich ehrlich rein. Als ich aus der Klinik rauskam, sah ich, dass ich angeschrieben worden war. Das war zwar schon ein paar Wochen her, aber das Profil dieser Frau interessierte mich und ich hielt die Neugierde nicht aus. Ich musste die Nachricht lesen und die Fotos sehen. Also bezahlte ich schnell und sah ein süßes Mädchen, das laut ihrer Nachricht tatsächlich mein Profil anziehend fand. Ich schrieb sofort zurück und hatte ein gutes Gefühl. Noch am selben Tage tauschten wir unsere Telefonnummern aus.
Als ich dann zu Hause war, schrieben wir ein paar Mal SMS und wiederum etwas später telefonierten wir. Wir waren direkt auf einer Wellenlänge. Telefonierten über zwei Stunden. Ich spürte direkt, dass ich ihr vertrauen kann, und war sehr offen. Am nächsten Tag telefonierten wir wieder so lange, sodass wir uns für den Freitag, den 13.11.2009, in einem Café nahe meiner Wohnung treffen wollten. Sollten wir uns dann immer noch gut verstehen, wollten wir zu mir gehen und was kochen. Ich war so aufgeregt wie lange nicht mehr.
Als ich sie sah, war ich sofort happy, denn sie gefiel mir auch optisch sehr. Der Anfang war etwas verkrampft, aber das lockerte sich schnell. Aufgrund dessen gingen wir dann zu mir. Weil wir uns in den langen Telefonaten schon so viel von uns erzählt hatten, baute sich auch 'in echt' schnell eine vertrauensvolle Atmosphäre auf. Ich spielte ihr was auf Gitarre vor und sang dazu. Wir saßen dann nebeneinander und unsere Arme berührten sich. Dann hielten wir unsere Hände. Es fühlte sich an, als würden Blitze durch meinen Körper fahren. Einige Zeit später trafen sich dann unsere Lippen und ich küsste zum ersten Mal seit sechs Jahren eine Frau. Es war unglaublich. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass es so schnell gehen würde. Aber es fühlte sich richtig an. Sie fühlte sich richtig an. Wir verabredeten uns direkt für den nächsten Tag.
Ich hatte fast körperliche Schmerzen in der Herz- und Magengegend vor Sehnsucht. Ich konnte es auch einfach nicht glauben. Ich dachte, trotz Verabredung, dass wir uns nicht wiedersehen würden. Aber sie kam. Ich holte sie vom Zug ab und es war einfach wunderschön. Es war so schön, dass sie bei mir blieb die Nacht.
Das ist mittlerweile über drei Monate her. Und ich habe mich verändert seitdem. Ich habe meine Sicherheit wiedergewonnen, das Vertrauen in mich und das Leben. Ich fühle mich aufgehoben und angekommen. Ich kann nicht nachvollziehen, wie ich ohne das leben konnte. Die Leere in meinem Leben hat sich gefüllt.
Ich hatte letztes Jahr mein Studium abgebrochen und war vorübergehend in eine sehr kleine Wohnung gezogen. Aus der wollte ich jetzt aber wieder raus. Meine Freundin lebt noch bei ihren Eltern und will da auch raus. Und weil es bei uns so gut läuft und wir so glücklich miteinander sind, haben wir uns jetzt entschieden, meine Wohnung zu kündigen und zusammenzuziehen.
Das ist die bisher schönste und erfüllendste Phase meines Lebens. Dass ich noch nicht sicher bin, ob ich einen Studienplatz bekomme, oder dass mich mein Teilzeitjob zur Zeit nicht wirklich befriedigt, sind Dinge, die mich früher sehr frustriert hätten. Aber jetzt ist alles so viel einfacher mit dem Menschen an meiner Seite, der mich liebt. Und den ich über alles liebe."