"Linne:
Nun habe ich mehrere interessante Männer kennen gelernt und doch ist 'er' nicht dabei. Aber aufgeben? Nein. Vielleicht mal anders suchen? Ich klicke mich in die Vorschläge ab Nummer 200 ein. Meine Berufsauschlussliste bekomme ich aber nicht aus dem Kopf, wohl wissend, wie sehr ich meine Vorurteile 'pflege'. Auch jetzt gebe ich Mitarbeitern des pädagogischen Personals keine Chance, erst recht nicht Therapeuten und anderen Dienstleistern am Menschen. Schließlich arbeite ich selbst in diesem Bereich, und so ein netter Unternehmer könnt's ja wohl mal sein. Zudem kommen nur Männer in Frage, die das 'Ich über mich' ausgefüllt haben.
Und da forsche ich nach spritzigen Texten, in denen sich mann auch selbstdistanziert und humorvoll präsentiert. Schwierig ... Ich klicke und klicke ... ich überschreite die Zahl 250. Da ist ein Steckbrief aus meiner Region, prima, und über sich hat er auch geschrieben. Der Text ist brillant, gut formuliert, etwas verrückt und lässt Aspekte meines Textes anklingen. Welch ein Fund!! Aber wie war noch der Beruf? Ein Musiktherapeut und Sozialpädagoge! Das darf ja wohl nicht wahr sein! Und nur 66 Matching-Punkte? Ich rüttele mich, verwerfe meine Ausschlussliste und schreibe ein Kontaktgesuch.
Erstaunlich schnell bekomme ich eine beredte Antwort und ein Suchbild: ein riesiger Flügel und dahinter ein winziges Gesicht. Ich schmunzele, schreibe zurück, ob ich eine Lupe an meinen Bildschirm halten solle. Es dauert keine halbe Stunde und mir lächeln wunderschöne braune Augen entgegen. Die haben meine Telefonnummer verdient.
Das erste Treffen ... Pavlos holt mich nicht alleine vom Bahnhof ab. Zum braunhaarigen Musiker gesellt sich eine blonde Retrieverhündin. Ich erfahre sofort: Ihn gibt's nur im Doppelpack, also mit Hund. Wir gehen durch die Stadt, wechseln die ersten Sätze, höflich, tastend, vorsichtig. Noch nicht einmal nach zehn Minuten fragt mich Pavlos, ob ich mir die Haare auch töne? Himmel! Und auch? Ich erfahre, er macht es mit L'Oreal. Ich schlucke und gebe zu, mein Blond sei auch nicht so ganz echt.
Im Gartenlokal machen wir all das, was Parship fürs erste Treffen nicht empfiehlt: Wir essen einen Riesensalat von einem Teller, wir erzählen uns von den Kalamitäten unser letzten Beziehungen, wir eröffnen uns unsere Sehnsüchte nach einer neuen Liebe. Und wir kichern unendlich ... wenn das jetzt das Parship-Team höre würde. Das aufziehende Gewitter bemerken wir erst, als der Donner grummelt und die ersten Tropfen fallen. Pavlos läuft ins Lokal und kommt mit einem Regenschirm zurück. Der schöne Rote gefiel ihm am besten. Ein Mann, der Regenschirme klaut? Ich bin bereits begeistert und angerührt und jetzt noch mehr ... Und es kommt noch besser. Ob ich ab und an auch Kaschemmen mag? Wir landen ziemlich durchnässt in einer urigen Bierkneipe nahe am Bahnhof. Ich habe meinen unkonventionellen Mann gefunden und weiß: der ist es!
Inzwischen sind Pavlos und ich ein halbes Jahr zusammen. Und ich bin glücklich. Ich habe ihn und eine Familie: den Bruder, die Schwester, seine zwei Kinder (25 und 28) und einen Hund. Meine Wohnung füllt sich mit mir unbekannten CDs, und ich bin Fan der Chillout- und Ambient-Musik geworden. Pavlos hat die erste Kniebeuge in meinem Fitnessstudio hinter sich und mit mir die Wasserkuppe in der Rhön bezwungen. Ich schaue ihm allmählich ab, wie man gelassener leben kann, und er erlebt bei mir, dass nicht alle Frauen alles kontrollieren müssen, um sich ihr Pfeffer für Eifersuchtsszenen anzuschaufeln.
Ich beglückwünsche mich immer wieder, Parship entdeckt und auch genutzt zu haben. Und noch mehr beglückwünsche ich mich, mich gelöst zu haben: von der Höhe der Matching-Punkte, von meiner vermaledeiten Berufsausschlussliste und nicht zuletzt von meinen Befürchtungen, ich hätte nicht mehr die Energie, an eine furiose Beziehung zu glauben und auch in sie zu investieren ...
Pavlos:
'Soll ich es wagen, ist diese Agentur seriös genug, was erwartet mich?' Diese Gedanken wirbelten durch meinen Kopf, als ich Ende Juli 2004 vor meinem Monitor saß und über den Internetauftritt der Parship GmbH meditierte. Wie von einer fremden Hand geführt schickte mich schließlich ein Mausklick in das Reich der unbegrenzten Möglichkeiten; frei nach Karl Jaspers: 'Der Mensch ist immer mehr als er selber von sich wissen kann, daher überrascht er sich immer wieder selber durch sein Tun.' Auf einem langen Waldspaziergang mit meiner Hündin überlegte ich mir einen zündenden Text für die Rubrik 'Er über sich', der für mich zu einer lange fälligen 'Reise ins unbekannte Innere' wurde ...
Ich musste nicht lange warten, bis mich einige interessante Kontaktgesuche erreichten. Nach ca. einer Woche war es dann geschehen - am Treffpunkt der Zufälle: Es erreichte mich eine unkonventionelle Anfrage von Linne. Als ich dann noch ihren Text zu 'Sie über sich' las, war meine Faszination und Sympathie riesengroß. Unbefangene Telefongespräche und intensive Begegnungen führen meine anfänglichen Parship-Zweifel ad absurdum. Ich danke dem Augenblick der Spontaneität, der mir das Zusammensein mit meiner neuen Partnerin eröffnete. Ich bin beeindruckt ...
Für uns ist es selbstverständlich, dass wir Ihre Agentur weiterempfehlen werden.
Linne und Pavlos"
Linne (51), Bildungsreferentin, und Pavlos (53), Musiktherapeut