"Partnersuche als Frau von 46 Jahren - was ich so hörte und auch las, war nie sehr ermutigend, und meine eigenen Erfahrungen der letzten Jahre eigentlich auch nicht. Dabei war ich in Aufbruchsstimmung: Meine Tochter war erwachsen und gerade ausgezogen, die schwierige Trennung von meinem letzten Freund lag lange genug zurück, dass ich mich endlich innerlich frei für etwas Neues fühlte. Nur traf ich nie nette Männer. Eigentlich überhaupt keine.
Monate- oder schon wieder jahrelang hatte sozusagen kein Hahn nach mir gekräht, und ich stellte mich eigentlich darauf ein, wahrscheinlich für immer alleine zu bleiben. Auch von Parship versprach ich mir eigentlich wenig; eher war es mir suspekt: sich darstellen müssen, sich bewerten lassen, Kontaktversuche starten und mich mit fremden Menschen treffen müssen, womöglich Enttäuschungen einstecken - fast hätte ich es nicht gemacht. Schön für solche Skeptikerinnen wie mich, dass man bei Parship erst mal unverbindlich hineinschauen kann. Auch den Test zu machen und das Profil auszugestalten war ja recht interessant, machte sogar Spaß, und so war ich schließlich erst Mitglied und bald doch auch - aus Neugier - Premium-Mitglied.
Der Anfang war tatsächlich eher entmutigend: Gleich als ich zum allerersten Mal jemandem, der wirklich nett geschrieben hatte, mein Foto freigab (und zwar ein Foto, welches ich selber gar nicht so schlecht fand!), wurde ich prompt grußlos deaktiviert. Beim zweiten Mal dasselbe: Diesmal war der Mann wenigstens so höflich, sich mit einem fadenscheinigen Vorwand zu verabschieden. Sah ich so abschreckend aus? Eigentlich fand ich mich gar nicht so hässlich, aber nun ... so etwas verunsichert schon, das kann ich sagen! Warum muss ich mir das eigentlich antun, fragte ich mich mehr als einmal und versuchte mir die Worte einer Freundin zu eigen zu machen: 'Du musst es spielerisch sehen.'
Dann irgendwann das erste Treffen mit einem Lehrer aus dem Ruhrgebiet: Die Begegnung war nett und unkompliziert, und ich hatte sogar das Gefühl, dass er mich mochte - nur hat er sich danach nie wieder gemeldet. Wieder musste ich mühsam mein Fell verdichten. Weiter ging.s! Die zweite und die dritte Begegnung mit Parship-Männern nahm ich dann absichtlich ganz locker und ohne Erwartung; eigentlich mehr zur Übung, denn in beiden Fällen war klar, dass wir viel zu weit auseinander wohnten, um etwas Ernsthaftes einzugehen. Es dauerte ja schon ewig, bis überhaupt mal ein einziges Treffen zustande kam, aus reiner Zeitknappheit. Abgesehen davon waren es nette und problemlose Begegnungen mit interessanten Gesprächen. Schön, überhaupt mal endlich wieder mit Männern auszugehen, das allein hatte schon einen Wert für sich. Einen Partner zu finden erwartete ich im Grunde gar nicht mehr.
Dann war Anfang Dezember eine neue Nachricht in meinem Postfach. Peter, 53 Jahre und aus derselben Gegend wie ich, schrieb nur wenige Zeilen: Er sei nur noch einen einzigen Tag Premium-Mitglied, und ich könne ihm an die private E-Mail-Adresse schreiben. Das Profil gefiel mir, das weiß ich noch. Leider war es sehr bald darauf gelöscht, so dass ich heute gar nicht mehr genau weiß, was dort eigentlich stand. Ich würde es sonst gerne noch mal lesen!
Ich schrieb, bekam Antwort, schrieb wieder, dann kam das erste Telefongespräch - eigentlich wie bei den anderen bisherigen Kontakten auch, aber es war doch anders. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass diese Begegnung etwas Besonderes war. Sie war mir auch ganz besonders wichtig! Und so ging ich zum ersten Treffen mit diesem Mann (was diesmal schon sehr bald stattfand, weil wir nur 12 Autominuten auseinander wohnen) viel nervöser als ich es bei den dreien davor gewesen war. Es war aber schön! Zu Nervosität war nicht der geringste Anlass, das merkte ich in den ersten Minuten. Wir gingen lange spazieren und suchten dann ein Café, wo wir stundenlang saßen und redeten. Als wir uns verabschiedeten und die Frage im Raum stand, ob wir uns wiedersehen wollen, war das völlig selbstverständlich: auf jeden Fall!
Erst zwei Wochen später (in denen ich viel an ihn dachte) kam das nächste Treffen zustande, er kam zu mir zum Frühstück, einen Tag, bevor ich über Weihnachten zu einem plötzlich schwer erkrankten Angehörigen fahren musste. Als er sich nach einigen mit lebhaftem Gespräch verbrachten Stunden verabschieden wollte, hielten wir uns plötzlich in den Armen. Und dann blieb er noch mal zwei Stunden. Wir redeten nicht mehr so viel und waren beide ziemlich glücklich.
Am nächsten Tag fuhr ich für fast eine Woche weg in eine durch Krankheit belastende Situation, in der ich nicht viel Ruhe fand. Es war ein etwas trauriges Weihnachtsfest. Der Gedanke an Peter tat mir gut, aber das, was zwischen uns gewesen war, kam mir auch ganz unwirklich vor: Würde es der Realität standhalten und noch gelten, wenn ich zurück wäre?
Als ich wieder zu Hause ankam, sahen wir uns am selben Tag noch. Seitdem sind wir richtig zusammen. Parship verdanken wir den Erstkontakt, den hätte es sonst, obwohl wir nur Minuten auseinander wohnen, wohl nie gegeben. Ansonsten war eigentlich alles so, als ob man sich 'ganz normal', ohne Internetbörse, verliebt hätte. Wie es weitergehen wird, weiß ich nicht, aber zur Zeit ist es wunderschön. Wünscht uns viel Glück, ich wünsche es Euch auch! Und denkt daran: Lasst Euch von anfänglichem Frust nicht abschrecken! Welch ein Glück, dass ich trotz der ersten verunsichernden Erfahrungen am Ball geblieben bin."