"Im Februar 2004 habe ich mich bei Parship angemeldet. Seitdem gab es etliche Mailkontakte und auch Treffen mit drei Männern. Gefunkt hat es dabei nicht, und ich muss auch sagen, dass ich das Verhalten der Männer manchmal etwas sonderbar fand: Meist war es beim Abschied schon dunkel, doch alle drei hielten es nicht für nötig, mich zu meinem Auto zu begleiten, obwohl sie, wie sich in späteren Mails herausstellte, durchaus an mir interessiert waren. Gezeigt haben sie es während der Treffen jedoch nicht. Na ja, ich bin eben eine Frau, die man mit altmodischem, höflichen Auftreten noch beeindrucken kann.
Genau das beherzigte meine vierte Bekanntschaft: Matthias. Er hatte mich wegen der Nähe unserer Wohnorte kontaktiert und mir auch gleich sein Foto freigeschaltet. Es gefiel mir zwar nicht sonderlich, aber ich dachte mir, vielleicht macht er das ja mit seinem Charakter wett. Ich selbst hatte kein neueres Foto anzubieten und finde auch, dass Fotos oft ein falsches Bild abgeben. Ich wollte, dass mich der Mann leibhaftig sieht und dann entscheidet, wie er mich findet. Da ich Matthias kein Bild von mir zeigen wollte, drängte ich in seinem Interesse auf ein baldiges Treffen. Er sollte sich nicht ewig mit einer Frau schreiben, die ihn möglicherweise dann schon rein optisch gar nicht anspricht. Also verabredeten wir uns für den Samstagnachmittag am 1. Mai 2004 in Jena, eine Woche nach unserer ersten Mail, mehreren Folgemails und etlichen SMS.
Ich kam, wie das nun mal meine Schwäche ist, ein paar Minuten zu spät. Da sah ich einen Mann mit dem Rücken zu mir vor dem verabredeten Restaurant sitzen. Er musste es sein, sonst war weit und breit niemand in Sicht. Außerdem hatten wir abgemacht, dass wir auch dann nicht kneifen, wenn wir bereits von weitem feststellen, dass der andere rein äußerlich nicht ins Beuteschema passt. Ich lief also um ihn herum, und hier stellte ich fest, wie schlecht sein Foto getroffen war. Was ich erwartete, das war ein pummeliger Informatiker, aber tatsächlich entsprach Matthias' Aussehen genau meinem Geschmack.
Um unsere Verlegenheit zu überspielen, entschieden wir uns zu einem Stadtrundgang. Zwischendurch saßen wir Eis essend auf einer Bank, schlenderten über den historischen Friedhof und tranken Bier im Straßencafé. Dabei gab es viele Momente, in denen wir herzhaft miteinander lachen konnten, fast wie Kumpel, aber auch welche, in denen uns nichts einfiel. Das war die Aufregung, wie wir uns später gestanden. Drei Stunden vergingen viel zu schnell, aber am Ende wollten wir uns sagen, ob wir etwas aneinander finden. So viel Ehrlichkeit hatten wir vorher per Mail vereinbart. Noch beim Bier sagte mir Matthias rundheraus, dass er den Nachmittag mit mir toll fand und sich auf ein Wiedersehen freuen würde. Ich war ebenfalls Feuer und Flamme, und wenn ich nicht an diesem Abend noch eine Einladung zu einer Geburtstagsparty gehabt hätte, ich wäre wohl in dem Café bei Matthias sitzen geblieben.
Schon am nächsten Tag kam per SMS seine Einladung zum Mittagessen in eine Kneipe, die ich natürlich nicht ausschlug. Danach lud er mich in seine Wohnung ein, wir schauten einen Film, gingen im Wald spazieren und waren pünktlich zur Lindenstraße wieder vor dem Fernseher, denn wir beide können den Sonntag ohne diese Serie eigentlich nicht richtig genießen. Danach verabschiedete ich mich, obwohl ich den Tatort eigentlich auch noch gern bei ihm gesehen hätte. Aber am Anfang ist Zurückhaltung geboten. Ab da sahen wir uns mehrmals pro Woche, die Handys liefen heiß, die Mailboxen quollen über, und ich war völlig durcheinander vor Glück. Nach zwei Monaten legten wir einen einwöchigen Urlaub an der Nordsee ein, danach bereiteten wir Matthias' Umzug zu mir vor. Wir wollten nicht noch mehr Zeit verschenken.
Jetzt wohnen wir schon fast ein halbes Jahr zusammen und sind noch immer glücklich über diese Entscheidung. Ohne Parship hätten wir uns wohl trotz der örtlichen Nähe nie kennen gelernt. Ich empfehle Parship daher auch allen, die noch allein sind. Ich denke, diese Art der Partnersuche führt eher zum Erfolg als der herkömmliche Weg, da hier ein gezielteres Suchen möglich ist. Man kann seine Präferenzen äußern und erfährt schon im Voraus etliche Fakten über den anderen. Wir beide finden, dass dafür der Preis für die halbjährliche Mitgliedschaft fast geschenkt ist. Für alle möglichen Dinge gibt man gedankenlos Geld aus, da können wir nicht verstehen, warum einige Singles beim Thema Partnervermittlung plötzlich den Groschen zweimal herumdrehen. Darüber hinaus bin ich froh über das Parship-Gutachten. Endlich mal eine Gelegenheit, tiefer über sich nachzudenken und doch die eine oder andere aufgezeigte Schwäche abzubauen."
Simone (33), Lehrerin