"Ich habe Ralf zuerst geschrieben, am 22.08.2009, eigentlich ohne große Erwartungen, da ich auch schon andere interessante Kontakte hatte. Trotzdem dachte ich, es könne nichts schaden. Sein Motto 'Wege entstehen beim Gehen' hatte mich irgendwie angesprochen. Sein Profil fand ich interessant, jedoch nicht sooo herausstechend, irgendwie habe ich darin aber schon sehr viel Ehrlichkeit und Offenheit wahrgenommen. Die Formulierungen waren kurz, prägnant und ohne lange Umschweife ...
Wir sind dann nach einigen Mailkontakten ziemlich schnell zum Telefonieren gekommen, dem nächsten Schritt also. Auch das war etwas Neues, bei einigen Kontakten wurde ich teilweise nach wenigen Mails abgebügelt, manchmal auch ohne große Erklärungen. So einige Frustrationserlebnisse hatte ich also schon auf meinem Konto.
Das Telefonieren klappte recht gut, wir haben recht fix eine gemeinsame Sprache gefunden, was uns im Laufe der Partnerschaft manchmal auch wieder verloren geht, weil Erwartungen, Ängste oder Vorerfahrungen blockieren. Die Kommunikation ist für uns beide sehr wichtig. Wir bemühen uns, sehr offen und ehrlich und auch großzügig mit unseren Fehlern umzugehen und den ersten Zauber nicht aus den Augen zu verlieren.
In den Herbstferien 2009 wollten wir uns dann doch näher kennenlernen. Für mich war klar, wir sehen uns zwei bis drei Stunden ... eine Begegnung in der Stadt, im Café mit kurzem Stadtbummel. Schließlich hatte Ralf einen Anfahrtsweg von knapp 3 h, eine Entfernung, die wir in ihren Auswirkungen auf unsere Beziehung anfänglich nur nebensächlich bedachten. Momentan sehe ich die Entfernung aber als gutes Übungsfeld im Sich-Ausprobieren von Ein- bzw. Loslassen. Für mich stellt das eine ziemliche Herausforderung dar, für Ralf weniger, da er damit schon mehr Erfahrungen hat.
Lassen Sie mich nochmals zurückkommen ... die Geschichte mit unserem ersten Date ... war sehr einschlagend und überraschend. Damit hatten wir beide nicht gerechnet. Aus ein paar Stunden wurden drei wunderschöne, intensive Tage. Rückblickend kann ich sagen, dass dies hauptsächlich Ralfs Initiative zu verdanken war, der sich wirklich auf seine Art sehr bemühte und sich gut einlassen konnte. Bis zu diesem Zeitpunkt lag die Initiative doch eher bei mir.
Das Leben bzw. die Umstände haben schließlich auch etwas nachgeholfen, dass ich innerlich auch meine Schritte tun konnte. So war in dieser Zeit beispielsweise mein Auto kaputtgegangen. Das hatte zur Folge, dass wir uns nicht mehr wie geplant in der nächsten Stadt treffen konnten, sondern in meinem Wohnort.
Nach diesen sehr schönen gemeinsamen Momenten konnten wir uns regelmäßig treffen und stellten beide fest, dass wir gut miteinander harmonieren. Auch wenn der Alltag mit seinen Anforderungen uns ziemlich schnell von Wolke sieben heruntergeholt hatte, gibt es doch eine verlässliche Basis und viel Verbindendes. Jetzt geht es vornehmlich darum, all das Neue und Schöne, auch manche Schwierigkeiten anzunehmen, zu verarbeiten und in unser Leben zu integrieren.Getreu dem Motto 'Wege entstehen beim Gehen'."