"Liebes PARSHIP-Team,
es ist Herbst geworden, und ich erinnere mich noch genau an den Oktober des vergangenen Jahres, das vorsichtige Umschleichen der Site 'partnersuche.zeit.de', mein erstes Login, die erste Mail von Euch und den ersten Schock, dass mit 132 Punkten für Partnernähe die Chancen, einen passenden Partner zu finden, wohl eher gering seien. Ich dachte mir, als analytische Natur, sei es drum, das System wird erst mal beschnuppert. So wurden der tägliche Blick in die Match-Box und das Herantasten an die Möglichkeiten zu einem nicht unwichtigen Teil meines Lebens. Dieses Gefühl, das Fließen von etwas hellem Licht, etwas Hoffnung in die dunklen, trüben Herbsttage zu bringen (deshalb empfand ich auch den Zugang über die ZEIT angenehmer als über andere Portale), hat mir Mut gemacht. Und die Hoffnung, Spannung, Erwartung an das, was passieren würde, war zu dieser Zeit groß.
Ich schickte an sorgfältig ausgewählte Personen Kontaktgesuche. Aber es tat sich nichts, gar nichts. So ging ich in die totale Offensive und sendete etappen- und stapelweise Kontaktgesuche ab, löschte innerhalb von bestimmten Fristen nicht beantwortete Gesuche. Erst mit einem aus meiner damaligen Sicht massiven Vorgehen stellte sich das Erfolgserlebnis in Form eines Mailkontaktes endlich ein. Dem ersten Kontakt folgten dann weitere. Ich bin Euch dankbar, dass Ihr es mir ermöglicht habt, sehr schöne, anregende, aber auch bedrückende Korrespondenzen (per Mail, Post und Telefon) zu führen. Ich habe sehr beeindruckend unterschiedliche und faszinierende Männer kennen gelernt und habe mich bemüht, jeden mit einem unvoreingenommenen Auge zu betrachten (sofern das aus der eigenen Subjektivität heraus überhaupt möglich ist). Ich habe die Lebensfreude, die Ideen und Vorstellungen, aber auch die Nöte und die dunklen Seiten des einen oder anderen sehen oder ahnen können. Manchmal bin ich auch meinem eigenen Anspruch, den ich an PARSHIP hatte, begegnet, nämlich auf Anhieb DEN EINEN zu finden, und habe dann wegen der Naivität darüber gelächelt. Es läuft nicht so, dass SICH EIN FENSTERCHEN ÖFFNET, UND DER ISSES! Trotz des recht aufwändigen Tests.
Überraschend für mich war es, wie wenig entschlussfreudig und oftmals sehr kompliziert manche Menschen sein können. Besonders ärgerlich fand ich eine bereits gelöste Fahrkarte über die Distanz von mehreren hundert Kilometern und einen Menschen am anderen Ende der Gleise, der sich verleugnen ließ. Ich hab mich nicht wieder gemeldet und auch von ihm nie wieder etwas gehört. Schade eigentlich, er hatte doch so eine sympathische Stimme! Ärgerlich sind auch plötzlich auftauchende Ehefrauen und unbeantwortete Mails. Aber auch PARSHIP kann nur der Spiegel des Lebens sein. Bei all diesem aufregenden und spannenden Trubel, der mich in den ersten Monaten dieses Jahres heimgesucht hatte, hätte ich dann doch fast DEN EINEN übersehen. Seit einem halben Jahr reihen wir uns ein in die Gilde der wochenends durch Deutschland reisenden parshipgestifteten Partnerschaften, zwei sehr unkomplizierte Menschen, die es geschafft haben, sich trotz 600 km Distanz und Kindern, Haus, Tieren, Jobs fast jedes Wochenende zu sehen.
Herzliche Grüße
Maria"
Maria (41), Beamtin