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Eifersucht

Laster oder Leidenschaft?

Jeder kennt es, das Gefühl der Eifersucht. In Maßen mag sie anregend für eine Beziehung sein, zu viel jedoch ist schädlich. Keiner will sie zulassen und doch ist sie immer da. Woran liegt das?

Die Psychologie hat eine Erklärung für das Aufkommen von Eifersucht. Sie entsteht immer dort, wo wir befürchten, unsere Beziehung zu verlieren. Verlustängste sind der Auslöser für das Aufkommen von Besitzansprüchen und negativen Gefühlen, wo wir jene gefährdet sehen. Wendet sich der Partner jemand oder etwas anderem zu und schenkt uns dadurch weniger Aufmerksamkeit, entsteht ein Gefühl der Zurücksetzung, das sich nur schwer bekämpfen lässt.

Wie viel Eifersucht ist noch gut?

In geringer Dosierung lässt sich durch ein wenig Eifersucht zeigen, wie wichtig einem der Partner ist. Das kann durchaus recht aphrodisierend wirken und einer Beziehung zu frischem Wind verhelfen. Wo Eifersucht allerdings ausartet und krankhafte Züge annimmt, wo sie in einem regelrechten Kontrollzwang mündet, da bedeutet sie nicht selten das baldige Aus für eine Liebe.

Was lässt sich dagegen tun?

Je mehr man sich von seinem Partner anhängig macht und dem Gefühl verfällt, ohne den anderen nichts wert zu sein und nichts anfangen zu können, desto mehr läuft man Gefahr, in allen Aufmerksamkeiten des Partners, die nicht der Beziehung gelten, einen Angriff zu sehen. Das Maß an Eifersucht hat also sehr viel mit dem eigenen Selbstwertgefühl zu tun. Verlustängste tragen dazu bei, dass an den Partner geklammert und dass seine Freiheit stark eingeschränkt wird. Wer sich ausschließlich über den Partner definiert, empfindet so manches als Angriff auf die Beziehung und damit auf sein Selbstwertgefühl.

Ein gutes Mittel dagegen ist, sich von der Abhängigkeit freizumachen. Je mehr man sich ein eigenes Leben trotz Partnerschaft bewahrt, desto unabhängiger bleibt man vom Partner. Einmal ist es gut für beide Partner, wenn sie neben den verbindenden Gemeinsamkeiten noch Aktivitäten pflegen, die mit dem Partner nichts zu tun haben. Das verschafft Freiräume und vermittelt das Gefühl, ein eigenes Leben unabhängig vom Partner bestreiten zu können. Dann ist es wichtig, sein Selbstwertgefühl zu trainieren. Selbstbewusstsein ist nicht angeboren, sondern erworben. Es resultiert aus einer Vielzahl von kleinen täglichen Selbstbestätigungen. Dafür kann es schon hilfreich sein, wenn wir uns selbst immer wieder einmal loben, wenn wir uns mögen und so annehmen, wie wir sind. Auch spielt unser Wesen eine große Rolle. Neigen wir zu Theatralik und lieben dramatische Szenen? Dann ist die Wahrscheinlichkeit, eifersüchtig zu werden, erheblich größer. Ausgeglichene Temperamente haben da weniger Probleme.

Was tun, wenn Eifersucht aufkommt?

Beschuldigte leiden mindestens ebenso wie Eifersüchtige. Oftmals neigen sie dazu, sich permanent zu rechtfertigen. Das bringt allerdings nicht viel. Vielmehr sollte das eigene Verhalten überdacht werden, denn vielleicht fehlt es dem eifersüchtigen Partner einfach nur an Offenheit. Liegen die Gründe für Eifersucht in vergangenen Erfahrungen begründet, kann - wenn es ganz schlimm kommt - therapeutische Hilfe angeraten sein, denn Eifersucht muss kontrollierbar bleiben, dann belebt sie. Alles was außer Kontrolle gerät, zerstört jedoch.

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