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Erotische Literatur, das heißt die vertextete Form verschiedener Spielarten sexuell konnotierter Handlungen oder Fantasien, gibt es annähernd schon so lange, wie es überhaupt Dichtung oder Poesie gibt. Selbst in den die abendländische Dichtung maßgeblich beeinflussenden Epen Homers, die etwas 800 vor Christus entstanden, sind eindeutig erotische Passagen enthalten. Eine Renaissance und vorzeitigen Höhepunkt erlebte die erotische Dichtung in den Minnesängen des deutschen Hochmittelalters, von dessen maßgeblichen Vertretern Wolfram von Eschenbach oder Walther von der Vogelweide sicher jeder schon einmal etwas gehört haben dürfte. Der bekannteste Klassiker, wenn es um erotische Literatur geht, ist aber auf jeden Fall das Kamasutra.
Das Kamasutra kann durchaus als Erotiklehrbuch gelesen werden und animiert seit Tausenden von Jahren Paare zur Erweiterung ihrer Sexualpraktiken. Nach wie vor gilt dieses Buch als Standardwerk für erotische Literatur und verkauft sich dementsprechend gut. Wer es etwas zeitgemäßer mag, findet in den entsprechenden Abteilungen im Buchhandel genügend erotische Literatur in modernem Gewand. Dabei kann man zwischen explizit erscheinender Erotik und der subtileren Variante wählen. Da Erotik nicht mit eindeutig sexuellem Inhalt zu verwechseln ist, gibt es viele Schattierungen erotische Literatur. So kann man sowohl die Texte Charles Bukowskis oder Michel Houellebecqs der erotischen Literatur zuordnen, obwohl die erotische Konnotation oft nur ein Teilaspekt der literarischen Intention ist. Auch die Schriften des Marquis de Sade kann man der erotischen Literatur zuordnen. Sie galten lange als verpönt, wurden aber dennoch zu jeder Zeit äußerst intensiv rezipiert und dienten nicht selten der erotischen Fantasiebildung.
In Büchern beschriebenes Verlangen wirkt nicht nur stimulierend, sondern dient auch oft zur Erweiterung des eigenen Wissens über Partnerschaft und Sexualität. Zwar sollte man den fiktionalen Charakter erotischer Dichtung nicht außer acht lassen, dennoch sollte man ruhig einmal einen Blick in die Textzeugnisse dieser literarischen Gattung riskieren. Ob allein oder zu zweit - Anreize gibt es seitenweise.
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