Für die meisten Europäer sind die Schlagworte "Emanzipation", "Gleichberechtigung" und "Karrierebewusstsein" von Frauen schon längst keine Fremdwörter mehr. Sie werden sogar schon für eine Selbstverständlichkeit gehalten. Allerdings zeigt eine neuere Studie - die "Europäische PARSHIP Single- und Partnerstudie", dass in punkto Liebe und Partnerschaft nach wie vor eine starke Tendenz zur traditionellen Rollenverteilung erkennbar ist.
Mit mehr als 13.000 Studienteilnehmern im Alter von 18 bis zu 59 Jahren aus insgesamt 13 westeuropäischen Ländern mögen die Resultate dieser europaweit größten Studie, die von der deutschlandweit führenden Partneragentur PARSHIP in Kooperation mit dem Marketingunternehmen "Innofact AG" im Oktober 2007 als Online-Erhebung durchgeführt wurde, zwar auf den ersten Blick als schockierend empfunden werden. Aufgrund der Seriosität dieser breit angelegten Studie sind sie jedoch als durchaus europaweit repräsentativ zu bezeichnen. Für die Studie wurden ganz gezielt Teilnehmer aus all denjenigen westeuropäischen Ländern rekrutiert, in denen der Online-Service von PARSHIP gut etabliert ist. Ein wesentliches Ziel bestand darin, neue Erkenntnisse über die aktuellen Erwartungshaltungen von Paaren und Singles in Europa zu gewinnen - nicht zuletzt mit dem Ziel, diese Erkenntnisse in die zukünftige Entwicklung innovativer Marketingstrategien mit einfließen zu lassen. Daher bestand der Studienschwerpunkt aus den Themen Partnerschaft, Partnersuche, Verhalten beim Online-Dating sowie landesspezifische ehe- und partnerschaftsbezogene Wertvorstellungen von europäischen Singles und Paaren.
Insgesamt wurden dafür die geschlechtsspezifischen Einstellungen und Handlungsmuster zu über 100 Einzelaspekteneruiert. Dass sich die Erwartungshaltung der meisten Frauen in Europa immer noch am klassischen Geschlechterverhältnis bzw. an der traditionellen Rollenverteilung orientiert, zeigt sich in dem für Männer und Frauen gleichermaßen existenziell wichtigen Bereich der Partnerwahl. Hier wurden die Männer von den befragten Frauen nach wie vor zuallererst in ihrer Funktion als potenzielle Ernährer wahrgenommen und - zumindest unbewusst - auch entsprechend ihrer diesbezüglichen "Tauglichkeit" selektiert. So gab bei der Studie z.B. eine beachtliche Mehrheit der Single-Frauen (87 Prozent) an, dass eine potenzielle Arbeitslosigkeit des Partners ein gravierendes Problem darstellen würde (in Relation dazu stufen jedoch nur 66 Prozent der Single-Männer den Faktor Arbeitslosigkeit bei einer Partnerin als problematisch ein). Dass viele Frauen tatsächlich auch heute noch gezielt nach einem finanziell möglichst gutsituiertem Partner Ausschau halten, zeigt sich unter anderem darin, dass immerhin ein Viertel der befragten Frauen (24 Prozent) sich explizit einen Partner wünschte, der ein höheres Einkommen erzielt, als sie selbst. Gut ein Viertel der Frauen gab also trotz aller Emanzipationsbemühungen der vergangenen Jahre auf Befragung ganz bewusst zu, bezüglich der Einkommenssituation in einer Partnerschaft immer noch ein sehr traditionelles Rollenverständnis zu haben.
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