„Über 50, eingespannt zwischen Beruf, Töchtern, Hobbies und Alltag – eigentlich zufrieden, keinesfalls unglücklich. Aber irgendwie doch immer wieder das Gefühl von Sehnsucht, (nicht zuletzt wenn im Radio Ich und Ich „So soll es sein, so kann es bleiben….“ lief). So endete das Jahr 2011.
Am 01.01.2012 hatte ich reichlich Zeit - die Mädels waren über Silvester weg. Neugier auf das neue Jahr und ein wenig die Stimmung dieser Jahreszeit haben mich bewegt - und da habe ich mich spontan bei PARSHIP angemeldet. Die allererste Nachricht die ich erhalten habe, kam von Uli, nett geschrieben – aber ich war vorerst viel zu sehr beschäftigt, mich zu orientieren und die zahlreichen Mails der ersten Tage zu lesen, um ihr eine besondere Bedeutung beizumessen. Hinzu kam, dass die Entfernung sehr groß war. So wirklich konnte ich nicht glauben auf diesem Weg einen Partner zu finden, dass dies bei einer Distanz von über 500 km möglich ist, kaum vorstellbar.
Aber ich habe geantwortet und beinah wie von selbst hat sich ein lebhafter Austausch ergeben. Nach einiger Zeit kamen regelmäßige Telefonate hinzu, die irgendwie zu einem festen Bestandteil geworden sind und die ich vermisst habe, wenn es mal nicht geklappt hatte. Aber nach wie vor dachte ich nicht ernsthaft an eine mögliche Partnerschaft und habe parallel weiterhin auch andere Kontakte gepflegt. Es gab auch einige Treffen, die nett waren aber unbedeutend blieben und sich wieder verloren – der Kontakt zu Uli jedoch blieb und vertiefte sich, ohne dass es mir so sehr bewusst war. Ein Treffen in der Mitte war geplant – für beide mehrere Stunden Fahrzeit, ein Kaffee, ein Spaziergang – irgendwie kam uns das sinnlos vor und als Uli mir dann vorschlug, ihn ein Wochenende zu besuchen, habe ich die Ratschläge aus dem PARSHIP-Forum ‚niemals dem Mann hinterher reisen‘ in den Wind geschlagen und bin am 03. März einfach hingefahren.
Bereits am ersten Tag stand ich mit dem Kochlöffel in der Hand in der Küche und habe das Risotto gerührt. So hat es begonnen, bzw. so ist es weitergegangen, denn begonnen hatte es ja eigentlich schon am 01. Januar mit der ersten Mail – bereits von da an hat sich ein ganz besonderes Gefühl zueinander entwickelt.
Aber auch nach unserem zweiten Treffen blieb, zumindest bei mir, dennoch die Unsicherheit, wie das funktionieren soll, ob es überhaupt funktionieren kann, bei dieser Entfernung eine Beziehung aufzubauen und auf Ulis Frage, was wir denn nun eigentlich sind, antwortete ich ‚Liebespaar mit ungewisser Zukunft‘ – mehr schien mir unmöglich.
Als ich kurz darauf beim Skifahren stürzte und durch eine Gehirnerschütterung sehr verwirrt war, habe ich meine Töchter noch mehr verwirrt, weil ich, kaum zurück in der Pension, unbedingt Uli anrufen wollte, der für sie zu diesem Zeitpunkt noch ein Unbekannter war. Ich kann mich an das Telefonat nicht mehr erinnern, aber es bleibt die Erinnerung, dass bereits nach zwei Treffen Uli offensichtlich auch in meinem Unterbewusstsein sehr präsent war. Ich habe dann ein paar Tage später meinen gebrochenen Arm bei Uli ausgeheilt und das hat uns Gelegenheit gegeben, Zeit miteinander zu verbringen und ein Stück Alltag zu leben, trotz der Entfernung.
Heute sind wir uns einig, dass sich Gefühle nicht auf eine bestimmte Kilometerzahl begrenzen lassen und dass wir Wege finden werden unsere Beziehung weiter zu führen und zu vertiefen. Ich bin sicher, dass der Neujahrstag 2013 ein besonderer Tag werden wird und dass wir eine gemeinsame Zukunft haben.
Uli und ich – so soll es sein so kann es bleiben…“