PARSHIP > Liebesgeschichten > Fahrrad statt Navi

Sachsen-Anhalt

Ramona (48) und Bernd (49)

Ramona (48, Altenpflegerin) aus Madgeburg verabredete sich schon nach wenigen Wochen mit Bernd (49, Baufacharbeiter und Gartenbau) aus Nürnberg. Doch plötzlich versagte auf dem Weg ihr Navi - spontan ergriff Bernd sein Fahrrad und holte seine Herzdame ab. Ramona hat uns geschrieben:

Paar © fotolia

"Alles begann eigentlich mit meiner Neugier auf das Internet. An dem Tag (26.2.2010), als ich endlich einen Internetanschluss erhielt, surfte ich so umher und richtete meine E-Mail-Adresse ein. Plötzlich erschien eine Werbung von 'Parship' auf meinem Monitor - die ich zuerst ignorierte. Doch dann kam meine kleine Tochter Andrea (13 Jahre) dazu, sah mir über die Schultern und meinte:

'He Mama, melde dich doch da an! Vielleicht lernst du so jemanden kennen?' Etwas verwundert sah ich zu ihr. Meinte sie das wirklich ernst? Wir waren schon eine lange Zeit allein, sie kennt ihren Vater nicht (er interessiert sich nicht für uns) und jetzt will sie, dass ich mich bei einer Partnerbörse anmelde? Irgendwie kam es mir sehr merkwürdig vor. Mit Skepsis und nur zögernd öffnete ich das Portal von Parship, vorsichtig las ich mir alles durch und begann dann, die Fragen zu beantworten. Was ich da alles beantworten musste ... Doch so begann ich, über mich selbst nachzudenken. Als ich alles fertig hatte, speicherte ich es und schickte es ab. Keine Stunde später erhielt ich von Parship auch schon eine Antwort: Sie würden sich freuen, mich als Neukundin gewonnen zu haben. Meinen ersten Partnervorschlägen schickte ich ein 'Lächeln', um auf mich aufmerksam zu machen - vielleicht aber auch aus Höflichkeit. Mit Herzklopfen sah ich mir nun die Profile an von den Männern, die auf meiner Seite waren. Zwei hatten mir ihr Bild bereits freigegeben. Ja, und was war mit einem Bild von mir? Das hatte ich ja noch gar nicht auf meine Seite gestellt! Was nun?

Mit dem Handy versuchte ich ein geeignetes Bild zu fotografieren und stellte es dann auf meine Seite. Am 27.2, also einen Tag später, erhielt ich bereits von Parship die Nachricht, dass mir jemand geschrieben habe. M-i-r? Und das so schnell? Überrascht öffnete ich meine Nachricht. Ein Mann mit der Chiffre ... hatte auf mein Lächeln reagiert: 'Hallo, ich bin Bernd. Habe mich über dein Lächeln gefreut und möchte gleich antworten.' Wau! So schnell eine Nachricht! Begeistert schrieb ich auch sofort zurück. Der Gedanke an eine Partnerschaft war mir zu diesem Augenblick noch sehr fremd, ich war einfach nur neugierig. Vorsichtig schrieb ich, was mir zu dem Zeitpunkt durch den Kopf ging, dass ich erst seit kurzer Zeit einen Internetanschluss besäße und mich erst einarbeiten müsse und dass ich erst neu bei Parship sei. So schrieben wir den ganzen Abend, irgendwann fiel mir nichts mehr ein und ich fragte meinen E-Mail-Partner, was er sonst noch über mich wissen wolle. Seine Antwort: 'Alles!'. Vergnügt lächelte ich. Was hatte er damit gemeint? Nun schrieb ich über meine Familie, was er mit Spannung las. Natürlich wurden unsere Fragen und Antworten privater und auch persönlicher.

Dabei bemerkte ich, dass wir so viele gemeinsame Interessen und auch Wünsche haben. Das machte mich neugierig. Wer steckte hinter dieser Chiffre? Wie klingt seine Stimme? Würden wir uns auch so viel zu sagen haben, wenn wir uns gegenüberstehen? Fragen über Fragen, auf die ich eine Antwort wollte. Tagsüber zerbrach ich mir den Kopf darüber, ob ich überhaupt das Richtige tue, aber wenn ich dann abends Post auf meiner E-Mail-Seite hatte, wusste ich es: 'He, es ist richtig.' Voller Anspannung wartete ich jeden Abend auf Post, die nicht auf sich warten ließ. In einer der nächsten E-Mails stand dann auch Bernds Telefonnummer - völlig aufgeregt wählte ich die Nummer. Ich musste seine Stimme hören! 'Guten Abend!', hörte ich eine warme, herzliche Stimme am anderen Ende der Leitung. Ich glaube, das war für uns der Durchbruch. Von da an telefonierten wir täglich, wenn wir etwas Zeit hatten. Stundenlang konnten wir miteinander reden, wir lachten und kamen uns so immer ein Stück näher. So ging es weiter, bis ich Anfang März den Entschluss fasste, Bernd persönlich kennen zu lernen. Also lud ich ihn zu mir nach Magdeburg ein, doch für Bernd war ein Besuch nicht so einfach, ihm ging es finanziell nicht so gut. Aber ich ließ mich dadurch nicht von meinem Vorhaben abbringen. Bei einem Telefonat schlug ich ihm vor, dass ich zu ihm kommen würde, wenn es ihm nicht möglich sei.

Bernd war sofort einverstanden, denn auch er brannte darauf, die Frau, mit der er schon so viele Stunden telefoniert hatte, endlich kennen zu lernen. Gesagt, getan. Meine Tochter brachte ich für das Wochenende bei ihrer großen Schwester unter und schon saß ich im Auto und fuhr Richtung Nürnberg. Oh, war ich aufgeregt! Bestimmt habe ich auf der Fahrt oft die Geschwindigkeitsbegrenzung überschritten. Endlich Nürnberg! Mein 'Tomtom' navigierte mich in eine völlig andere Straße als vorgeschrieben. Was jetzt? Schnell rief ich Bernd an, nur er konnte mir jetzt noch helfen. Mit dem Fahrrad holte er mich von dem Parkplatz ab, auf den mich mein Navi geführt hatte. Aufgeregt sah ich den großen Mann von seinem Fahrrad steigen. Etwas unsicher sah er mich an ... Das war also Bernd. Er sah auf dem Bild etwas anders aus ... Aber jetzt, wenn er so vor mir stand? Mein Herz raste. Herzlich begrüßte er mich und wir fuhren zu ihm - er mit dem Fahrrad voraus und ich hinter ihm her. Bei einer Tasse Kaffee unterhielten wir uns scheu, aber da wir so vieles gemeinsam hatten, fanden wir schnell ein Gesprächsthema. Wir sprachen bis in die Nacht hinein. So lernte ich den Mann kennen, mit dem ich tagelang nur geschrieben hatte. Bernd lag ganz auf meiner Wellenlänge, er hörte mir zu, teilte oft meine Ansichten und gab mir das Gefühl, willkommen zu sein. Mit seiner ruhigen, warmherzigen Art gewann er schnell mein Herz, auch wenn ich mir das zu dem Zeitpunkt nicht eingestehen wollte, denn ich sagte mir immer: 'Du bist keine 16 Jahre mehr, das kann nicht sein!' Aber so war es. Traurig fuhr ich am Sonntag wieder nach Hause. Ich hatte das Gefühl, etwas Wichtiges vergessen zu haben.

Etwa zwei Wochen später lud ich Bernd zu mir nach Hause ein. Ich wollte wissen, ob er sich bei mir zu Hause ebenso wohlfühlt, wie ich mich bei ihm. Die lange Wartezeit bis zu seinem Besuch verbrachten wir mit langen Gesprächen am Telefon. Ich wünschte mir seine Nähe. Ich fragte mich die ganze Zeit, wie würde meine Familie auf ihn reagieren? Würden sie ihn auch so aufnehmen, wie ich es mir wünschte? Doch meine Bedenken wurden schnell zerstreut, herzlich und auch mit großer Neugier empfingen sie Bernd. Beim Kaffee unterhielten sie sich mit ihm und waren sehr überrascht - angenehm überrascht. Das Eis war gebrochen, sie mochten ihn sofort. Seine liebevolle Art und seine ruhige Ausstrahlung hatten ihre Herzen schnell gewonnen. Sein Besuch war eine wunderschöne Zeit für mich. Ich konnte ihm die Welt zeigen, in der ich lebe. An seinen Augen sah ich, er fühlt sich wohl und ist positiv überrascht von meiner Familie. Aber auch jeder Besuch geht mal zu Ende. Und nun? Würde das für uns der Anfang sein? Ist das das Ende vom Alleinsein? Wieder quälten mich Fragen. Am letzten Abend setzten wir uns zusammen und sprachen über meine Ängste. Hierbei stellte sich heraus, meine Ängste waren umsonst. Bernd hatte den Wunsch, bei mir und meiner Familie zu sein. Ein großer Stein fiel mir vom Herzen, er will bei mir sein! Seinen Urlaub Ende März, Anfang April (Ostern) verbrachte er bei uns in Magdeburg. Wir verbrachten so viel Zeit wie möglich miteinander und mit meiner Familie. Bernd war bereits ein Familienmitglied, so musste er zu Ostern ebenso Ostereier suchen wie meine Kinder, mein Schwiegersohn und meine 2 Enkeltöchter. War das ein Spaß! Bereits in seinem Urlaub schmiedeten wir Zukunftspläne. Viele würden jetzt sagen: 'He, viel zu früh!' Ja und? Wir sind keine 16 Jahre mehr, wir wollten die Zeit, die uns noch bleibt, gemeinsam verbringen. So zog Bernd Ende August zu mir und wir sind immer noch glücklich. Der gemeinsame Urlaub in seiner Heimatstadt Ückermünde hat uns gezeigt, dass wir zusammengehören. Dass wir uns kennengelernt haben, ist für mich wie ein Wink des Schicksals. Klingt vielleicht albern, aber das trifft zu. Für alle, die nicht mehr allein sein möchten: Warum zögert ihr? Fasst euch ein Herz! Irgendwo wartet der Richtige auf euch."

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