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Arbeitslos - ein Handicap?

Arbeitslos - ein Handicap?

Wirkt Arbeitslosigkeit - vor der heute ja kaum jemand gefeit ist - als "Makel" bei der Partnersuche? Wir gaben diese Frage von Luisa (38) an unsere Mitglieder weiter. Hier die Umfrageergebnisse und Tipps!



"Hallo, liebe Parship-Coaches, vor kurzem wurde mir gekündigt. Zur Jobsuche surfe ich viel im Netz und stieß dabei auch auf Parship. Prima, dachte ich, jetzt habe ich ja viel mehr Zeit auch für die Partnersuche, um Mails zu schreiben. Schnell entdeckte ich ein Profil, bei dem ein Mann zu seiner letzten Berufstätigkeit 'arbeitslos' geschrieben hat. Diese Offenheit hat mir sehr gefallen. Weil ich selbst es anders gemacht hatte, fühlte ich mich unehrlich und änderte vor ein paar Tagen meinen Eintrag. Seitdem gab es keine einzige Kontaktanfrage mehr! Hand aufs Herz - bei der großen Auswahl (oh je, wie das klingt!) hätte ich 'normalerweise' auch als arbeitslos geoutete Anwärter übersprungen. Nun schreibe ich bei meinen Kontaktanfragen ein paar Worte zu dem Thema, nach dem Motto: Ich will schnell wieder rein ins Berufsleben. Aber das kommt mir vor wie 'Erklärungsnot' ... Was raten Sie mir?"


Luisa (38), PR-Beraterin


Liebe Luisa,

Wie gesagt: Es schadet nicht, ein wenig nervös zu sein. "Aufregung ist in solchen Situationen vollkommen normal, wirkt sogar eher positiv. Wenn Sie zugeben, dass Sie aufgeregt sind, macht Sie das eher sympathischer und kann sogar ein gutes erstes Gesprächsthema sein", sagt PARSHIP-Single-Experte und Buchautor Eric Hegmann. Wenn Sie jedoch wir haben 348 Mitglieder (232 Frauen, 116 Männer) gefragt, ob es für sie bei der Partnersuche einen Unterschied macht, wenn jemand arbeitslos ist: Für 23 Prozent der Männer und 6,5 Prozent der Frauen bedeutet es keinen Unterschied - ohne Job zu sein sage ja nichts über den Menschen aus. 41 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen teilen diese Ansicht bedingt; ihnen ist wichtig, dass das Gegenüber andere spannende Seiten seiner Person zeigt und sich nicht aufgegeben hat. 14 Prozent der Männer und knapp 25 Prozent der Frauen gaben an, dass Arbeitslosigkeit sie "ein bisschen" störe, "weil sich dann in punkto Lebensstil und Zukunftspläne keine großen Sprünge machen lassen." 12 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen schließlich bejahen die Frage: Sie finden Kontakte mit arbeitslosen Kandidaten eher stressig, weil diese oft unzufrieden seien und womöglich kurzfristig wegziehen müssten.merken, dass es zu viel des Guten wird, atmen Sie ein paar Mal tief durch und vergegenwärtigen Sie sich, dass es Ihrem Gegenüber wahrscheinlich genauso geht.


Für Männer dramatischer

Der Unterschied ist auffällig: Über die Hälfte der befragten Frauen sieht es als Handicap, wenn ein Kandidat keinen Job hat, gegenüber gut einem Viertel der Männer. Alte Muster - der Mann punktet über Arbeit und Einkommen und sichert den sozialen Status eines Paares - scheinen noch recht lebendig zu sein. "Männer definieren sich stärker über den Beruf", sagt PARSHIP-Psychologin Nicole Schiller. "Somit wirkt es sich noch dramatischer aus, wenn diese wichtige Säule ihrer Identität wankt - auch in den Augen anderer." Dennoch, liebe Luisa, ist es recht wahrscheinlich, dass auch Sie als Frau mit der Profiländerung Ihre Chancen geschmälert haben. Denn: Entscheidend für die Bewertung von Arbeitslosigkeit ist, ob jemand sie als Phase oder gar Chance begreift, ob er optimistisch-flexibel oder ohne Perspektive ist. Das fremden Menschen in wenigen Worten zu vermitteln, ist schwer. Und wie Sie selbst sagen: Im Zweifel neigt man dazu, "Anwärter zu überspringen".


Was tun?

Nicole Schiller rät generell davon ab, Arbeitslosigkeit bzw. Jobsuche im Profil zu erwähnen: "Das Risiko, vorschnell negativ bewertet zu werden, ist groß." Geben Sie ruhig Ihren letzten bzw. den erlernten Beruf an, das allein ist keine Lüge. Lieber nicht das Thema in die allererste Mail packen bzw. hier ein im Profil erfolgtes "Outing" bagatellisieren. Ein solches Vorgehen könnte wirklich vermuten lassen, dass Sie nichts als Probleme zu bieten haben. Was gewiss nicht stimmt, auch wenn Sie gerade viel Zeit in die Jobsuche stecken. Schauen Sie beim nächsten Kontakt erst mal, ob Sie sich etwas zu sagen haben, bevor Sie von Ihrer beruflichen Situation erzählen. Bei einem "Fern-Flirt" könnte sich Ihr berufliches Ungebundensein sogar als Vorteil herausstellen - wenn Sie Ihre Jobsuche ins Umfeld Ihres Favoriten verlagern.


Annemarie Lüning/PARSHIP


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