"Bis dass der Tod euch scheidet" - diese verbindende Schlussformel einer christlichen Trauung verliert mehr und mehr ihre Daseinsberechtigung. Moderne Beziehungen finden zunehmend individualisierte Modelle für ein glückliches Zusammensein - sei es für eine Lebensphase oder doch als Partner für immer.
In vielen Ländern wurde der Lebensabschnittsgefährte in letzter Zeit dem Ehepartner weitgehend gleichgestellt, weil der Anteil jener Paare sinkt, die vor dem Standesamt oder der Kirche die Ehe schließen. Die wichtigsten Gründe dafür sind neben rechtlichen Hindernissen eine Scheu vor offizieller Bindung, die Angst vor einer möglichen Scheidung und teilweise finanzielle Vorteile in der Besteuerung von Alleinerziehern. Nachteile sind - von weltanschaulichen Aspekten abgesehen - die im Durchschnitt etwas geringere Bereitschaft zu Konfliktlösungen sowie teilweise die Situation für die Kinder oder Probleme bei der Altersversorgung. Der Lebensabschnittsgefährte wählt also einen bequemeren, rechtlich unverbindlichen Weg des Zusammenseins, auf dem er sich dennoch frei in der modernen Gesellschaft bewegen kann. Oft wird eine solche Lebensgemeinschaft auch als eine Art Ehe auf Probe verstanden und "endet" dann doch vor dem Traualtar.
Speziell für die Entwicklung von Kindern kann sich so ein unstetes Beziehungsgeflecht ungünstig auswirken. Der Lebensabschnittsgefährte sieht sich nicht immer sofort auch in der Elternrolle. Wichtig ist es, hier ein Modell zu finden, bei dem der jeweilige Lebensabschnittsgefährte in Erziehungsfragen mitreden kann und darf sowie die Kinder im Mittelpunkt des gemeinschaftlichen Handelns und Denkens stehen. Ansonsten kann es vorkommen, dass sich das Kind hin und her gerissen fühlt, weil es nicht weiß, auf wen es hören soll oder nach wem es sich in entscheidenden Momenten richten kann. Das Parademodell für Lebenspartnerschaften gibt es nicht. Jeder muss für sich selbst einen Weg finden, damit der Liebe nichts im Wege steht.