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Untreue

Untreue

Das Thema ist so alt wie die Weltgeschichte: Das Spannungsfeld zwischen Treue und Untreue bestimmt die verschiedenen Kulturen der Menschheit ebenso wie Literatur, Kunst und öffentliches Leben …


Während Goethe postuliert: "Wer liebt, hat Recht" – und damit auch der Untreue Recht und Raum gibt -, fordern die zehn Gebote: "Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib." In der spätmittelalterlichen Literatur zieht sich die Differenz aus ewiger Liebe und leidenschaftlicher Minne, aus ritterlicher Treue und der Buhlschaft etwa eines Lanzelot am Hof von Camelot durch die Dichtung wie ein roter Faden. Später sind es dann Tolstois Anna Karenina oder Fontanes Effi Briest, die als literarische Paradebeispiele den steten Konflikt zwischen Treue und Untreue thematisieren. Und die Frage bleibt: Wann lebt man Treue, wann Untreue?


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Untreue der Promis: der tägliche Blick durchs Schlüsselloch

Untreue der Promis: der tägliche Blick durchs Schlüsselloch

Ob Boris Becker und seine Besenkammer-Affäre, ob Bill Clinton und das "Oral Office" oder die Affären vieler anderer Politiker, Künstler, Sportler, Stars und Sternchen im Rampenlicht: Untreue ist das Thema schlechthin im öffentlichen Klatsch und Tratsch. Keine Boulevardpresse ohne Untreue – kaum eine öffentliche Person ohne den Zweifel an der Integrität gegenüber dem Lebenspartner. Untreue macht uns neugierig, und zugleich ranken sich Geschichten um den ewigen Wertekonflikt und die Frage: Was darf man in der Partnerschaft, was nicht?


Dabei sollte man meinen, die blumigen Ideen der 68er-Generation von freier Liebe und Abschaffung tradierter Moralvorstellungen hätten dem Wertebegriff der Untreue den Charakter der Anklage rauben können. Indes hat sie bis heute überlebt, die Untreue des Seitenspringers und die Anteilnahme am Schicksal des Betrogenen. Einzige Fluchtpunkte bleiben wie eh und je das professionelle erotische Gewerbe oder die moderne Institutionalisierung der Untreue in Etablissements des Rotlicht-Milieus und in Swinger-Clubs. Hier wird – in der Regel anonym - ausgelebt, was gesellschaftlich verpönt ist.


Seien wir ehrlich zu uns: Was bedeutet Untreue? Ist es wirklich ein Konstrukt, das die Gesellschaft, die Moral einer Kaste, eine Religion oder ein anderer Kanon vorgeben könnte? Kann es jemanden geben, der darüber urteilt, welche Liebe erlaubt sei und welche nicht? Wo beginnt Untreue? Ist es erst der heiße Urlaubsflirt unter südlicher Sonne? Oder bereits der verstohlene Seitenblick auf die hübsche Freundin des besten Freundes? Ist es der nette Abend auf dem Betriebsfest mit dem neuen, attraktiven Kollegen, während der eigene Partner auf Dienstreise ist? Ist Untreue erreicht, wenn man begehrt? Sich neu verliebt? Oder ist man erst untreu, wenn man sich mit einem anderen Menschen als dem Lebenspartner auf erotische Pfade begibt? Am Ende muss ein jeder für sich selbst entscheiden, wie er Untreue und Treue definiert - und wie er damit umgeht.


 

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