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Von Annoncen zur Online-Liebe

Von Annoncen zur Online-Liebe

Die erste Annonce "Sie sucht ihn" erschien 1727 im "Manchester Weekly Journal". Inserentin Helen Morrison landete auf Verlangen moralisch entsetzter Bürger für vier Wochen im Irrenhaus. Heute finden sich Paare über Annoncen im Netz, was noch gar nicht so lange akzeptiert ist.



Rund die Hälfte der deutschen Singles, das sind mehr als sechs Millionen Menschen, sucht im Internet derzeit mit Annoncen - hier auch Profil genannt - einen neuen Partner. Mittlerweile haben sich 13 Prozent der Gesamtheit aller deutschen Paare auf diesem Weg kennen gelernt. In manchen Altersgruppen liegt die Zahl derer, die weder auf Kommissar Zufall hoffen noch auf die klassische Annonce in der Zeitung setzen, noch weit höher. Besonders für ganz junge Menschen gehört die Kontaktanbahnung über Annoncen im Netz zum Alltag - selbst Freundschaften werden vor allem über Profilseiten im Internet gepflegt.


Sogar der Papst mag Annoncen

"Akad., 53, 183, su. Frau (b. 35, schl., gutaus.) mit Int. f. Haus u. Garten": Diese kryptische Art von Annoncen, wie sie vor allem im Lokalteil von Tageszeitungen bis heute zu finden sind, verrät mehr über den Verfasser und sein Weltbild als diesem lieb sein kann. Doch ob er am Ende mit seiner Annonce wirklich die Frau seiner Träume findet, bleibt ein Glücksspiel mit vergleichsweise geringen Erfolgsaussichten. Auch der Vater von Papst Benedikt XVI. musste zweimal in die Tasche greifen. Erst im zweiten Anlauf hatte er mit seiner Annonce im katholischen Wochenblatt "Altöttinger Liebfrauenbote" Erfolg und lernte seine spätere Ehefrau Maria Peintner kennen. "Niederer Staatsbeamter, ledig, kath. 43 J., pensionsberechtigt, wünscht sich mit gut kath. Mädchen, das kochen u. auch etwas nähen kann, mit Aussteuer u. etwas Vermögen, baldigst zu verehelichen", lautete der Text der Annonce, die Joseph Ratzinger Senior 1920 veröffentlichen ließ.


Siegeszug der Annoncen im Internet

Der Siegeszug der Annoncen, die in verschiedenen Spielarten im Internet veröffentlicht werden, ist auch in ihrer höheren Verbreitung begründet. Wenn meine Zielgruppe nicht mehr nur die Leser des jeweiligen Blattes sind, die zufällig am Erscheinungstag die Annonce lesen, steigt auch die Chance auf den Liebeserfolg. Zudem bietet diese neue Art von Annoncen auch viel größeren Raum zur Selbstdarstellung und zur Beschreibung der gesuchten Person. Statt verschämt die Chiffrezuschriften in der Abteilung für Annoncen abzuholen, kann jeder sofort mit potenziellen Partnern in Kontakt treten und sich vor dem Live-Treffen zunächst per E-Mail besser kennen lernen.


Sinkende Scheidungsraten dank wissenschaftlicher Partnersuche

Wer eine dauerhafte Partnerschaft anstrebt, ist mit Partnervermittlungen gut beraten, bei der man mehr als nur eine Annonce oder ein eigenes Profil platzieren kann. PARSHIP erreicht mit seinem wissenschaftlich fundierten PARSHIP-Prinzip eine Erfolgsquote von 38 Prozent - davon kann die klassische Annonce in der Zeitung nur träumen. Den dauerhaften Liebeserfolg bestätigt auch Prof. Erich H. Witte von der Uni Hamburg, der der wissenschaftlich gestützten Partnersuche eine große Zukunft und der Gesellschaft sinkende Scheidungsraten vorhersagt. Die große Auswahl an potenziellen Partnern über das eigene Umfeld hinaus macht die Partnersuche per Annonce im Netz so reizvoll.


Maya Kristin Schönfelder/PARSHIP