Erfreuliche Statistik: Weniger Scheidungen

Es gibt Hoffnung für die Ehe!

06.08.2014, von Christiane Lénard

Die Zahl der Ehescheidungen ist gesunken, berichtet das Statistische Bundesamt: Demnach wurden 2013 in Deutschland 5,2 % weniger Ehen geschieden als im vorigen Jahr. Okay, das ist zwar eine erfreuliche Tendenz, doch wir dürfen nicht vergessen, dass es immer noch viel zu viele Paare nicht bis zur Silbernen oder gar Goldenen Hochzeit miteinander aushalten: Es bleibt dabei, dass mehr als jede 3. Ehe (36 %) geschieden wird. Aber dass Paare es schaffen könnten, dafür spricht eine andere gute Nachricht: Die durchschnittliche Ehe hält 14 Jahre und 8 Monate und damit 3 Jahre und 1 Monat länger als noch vor 20 Jahren. Es gibt also Hoffnung für die Familie.

Die Gründe für Trennungen und Scheidungen sind vielfältig. Gescheiterte Paare sagen häufig, sie hätten sich auseinander gelebt, zu verschiedene Interessen oder sich einfach nichts mehr zu sagen. Manchmal ist auch ein Seitensprung oder eine neue Liebe der Grund. Aber auch das ist nur die Wirkung einer viel tiefer steckenden und oft in Befragungen über die Gründe von Trennungen nicht zutage tretenden Ursache.

Trennung? Leichter denn je.

Gehen wir heute also leichtfertig mit Trennungen um? Fragen wir Psychologen und Paarforscher, dann sind vor allem eine offene und vertrauensvolle Kommunikation und das Commitment auf den Partner und die Beziehung dafür entscheidend, ob ein Paar es auf Dauer und in Liebe miteinander aushält. Fragen wir Soziologen, dann haben auch gesellschaftliche Veränderungen einen Einfluss auf diese Entwicklungen. So ist die Ehe längst nicht mehr das einzige Beziehungsmodell. Es lässt sich auch unverheiratet und in ganz neuen Beziehungsformen glücklich werden. Außerdem ist es heute möglich, sich scheiden zu lassen, ohne dass man dafür stigmatisiert wird oder keine Chance mehr hätte, sich wieder zu binden. Trennungen gehören zum Leben, leider viel zu oft und manchmal auch zu leichtfertig. Die Bundesamt-Statistiker wissen, dass Frauen häufiger die Scheidung einreichen. Männer sitzen das Problem aus oder suchen sich anderweitig Ablenkung.

Gut, besser, perfekt – und das Glück rauscht vorbei

Ist es vielleicht sogar so, dass wir das ganze Thema banalisieren? Einerseits hat diese Entwicklung auch gute Seiten, denn immerhin ist es so, dass heutzutage eine Scheidung nicht zwangsläufig zu finanziellem Ruin und sozialer Ächtung führen muss. Gerade die Berufstätigkeit und zunehmende finanzielle Unabhängigkeit der modernen Frau, das veränderte Rollenbild, der steigende Wunsch nach Selbstverwirklichung und die Flexibilität, die von der modernen Arbeitswelt eingefordert wird, machen das Leben insgesamt selbstbestimmter und freier. Aber auf der anderen Seite auch verantwortungsvoller. Denn gerade die Freiheit, selbst über unser Leben zu bestimmen, zwingt uns auch, Entscheidungen zu treffen. Es tut kein anderer für uns. Und wir wollen alles möglichst perfekt haben. Alles muss passen. Aber das kann dauern. Und so warten wir, bis wir alles erledigt haben: Ausbildung, Karriere, der richtige Partner, Hausbau, Kinder und dann hoffen wir auf das Glück. Dann ist es aber häufig zu spät. Wir haben unterwegs übersehen, dass es schon da war, z.B. damals in den gemeinsamen Stunden mit der Familie am Strand oder als wir das erste Mal mit unserem Partner ein Wochenende verbracht haben oder als wir unser Abschlusszeugnis und die Aussicht auf einen Job in der Tasche hatten. Wir waren zu sehr mit dem Morgen beschäftigt, dass wir keine Energie mehr hatten, uns um unseren Partner genau am heutigen Tage und im Hier und Jetzt zu beschäftigen. Irgendwann ist es dann still und leer in der Beziehungskiste.

Vom Einzelnen zum Gemeinwohl

Die vielen, vielen Singles in unserem Lande, die nach wie vor hohe Scheidungsrate aber auch die deutsche Unwilligkeit, Kinder zu bekommen, all das hat Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. Im schlimmsten Fall macht es unsere Gesellschaft instabiler, weil Solidarität und Gemeinschaft als Werte nicht mehr so wichtig genommen werden. Ganz abgesehen von den sozialen Folgen für jeden Einzelnen.

Deshalb möchten wir bei Parship nicht nur Partnerschaften stiften, sondern interessieren uns auch dafür, was aus ihnen wird und vor allem, was sie langfristig zusammenhält und glücklich macht.

Wir glauben nicht, dass Partnerschaft, Ehe und Familie Auslaufmodelle sind. Der Wunsch danach ist nach wie vor vorhanden und stärker denn je. Nur sind die Herausforderungen andere und vielleicht für jeden Einzelnen größere geworden, denn wir müssen uns selbst darum kümmern, Zeit und Energie und vor allem Liebe und Zuwendung investieren, um langfristig glücklich zu werden. Denn wir selbst sind unseres Glückes Schmied.

Christiane Lénard

Über die Autorin:

Christiane ist seit 5 Jahren für Parship tätig und leitet die Matchmaking-Abteilung. Sie ist verheiratet und sich bewusst, dass Eheglück nicht von allein kommt. Deshalb sind ihr Mann und sie abwechselnd einmal im Monat in der spannenden Verantwortung, sich etwas Besonderes für ihre Beziehung auszudenken. Das letzte Mal wurde es eine Spazierfahrt im Oldtimer zu einem Picknick im Schlosspark Ludwigslust.

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