No future? Nein, die Jugend blickt optimistisch in die Zukunft

No future? Von wegen!

13.05.2014, von Christiane Lénard

Die Bevölkerung wird immer älter, unser Sozialsystem droht unter dieser Belastung zusammenzubrechen… So düster wird in Deutschland das Bild des demografischen Wandels gemalt. Dies belegen auch die Ergebnisse unserer aktuellen Parship-Studie, die die möglichen Auswirkungen einer zunehmend “versingelten” Gesellschaft zeigt:

Aber was sagen eigentlich junge Erwachsene dazu? Letztendlich sind sie es ja, die von diesen Veränderungen besonders stark betroffen sein werden.

Junge Menschen: Mehr Belastungen in Sicht

Tatsächlich ist den 20- bis 34-jährigen der Begriff des demografischen Wandels keineswegs fremd, sie beschäftigen sich mit den Fragen, die mit ihm einhergehen (48 Prozent). Das zumindest fand eine vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Auftrag gegebene und vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführte Studie heraus. Zukunftserwartungen junger Erwachsener.

Als ernsthaftes Problem betrachten den demografischen Wandel über zwei Drittel (69 Prozent) der befragten Alterskohorte, etwas mehr als die Hälfte von ihnen (56 Prozent) macht sich deshalb Sorgen und meint am eigenen Wohnort bereits Anzeichen dafür zu entdecken (West 53 Prozent, Ost 62 Prozent). Die meisten jungen Menschen sehen mehr Belastungen auf sich zukommen, wie z.B. eine längere Lebensarbeitszeit, eine vermehrte private Altersvorsorge und zusätzliche Belastungen durch höhere Steuern und Abgaben.

Zwei Drittel dennoch hoffnungsvoll

Alles schwarz also? Nein. Denn trotz allem sehen unabhängig von den gesellschaftlichen Veränderungen fast zwei Drittel (63 Prozent) der jungen Erwachsenen dem nächsten Jahrzehnt hoffnungsvoll entgegen.

Welche Hoffnungen haben sie an ihre Zukunft? Finanzielle Sorgenfreiheit, ein sicherer Arbeitsplatz und ein festes Einkommen sind die recht pragmatischen aber größten Wünsche dieser Altersgruppe. Aber, und das finden wir von Parship besonders erfreulich, direkt danach hoffen fast alle (83 Prozent), eine glückliche Partnerschaft zu finden und zu führen.

Unterstützung durch den Partner wichtig

Und was erwarten sie für die Zukunft? Es sind weniger die großen Erwartungen und konkreten Vorstellungen als vielmehr die gegenwärtigen und verfügbaren Ressourcen, die die Zuversicht der 20- bis 34-jährigen stützen. So spielen für die meisten ihr Einkommen und Ersparnisse (84 Prozent), ihr Arbeitsplatz (64 Prozent) oder die Unterstützung durch ihre Familie (77 Prozent) sowie die Partnerin oder der Partner (84 Prozent der jungen Erwachsenen in Ehen und Partnerschaften) eine wichtige Rolle.

Offenbar sind auch bei der nachkommenden Generation Familie und Partnerschaft wichtige Anker im Leben, auf die sie nicht verzichten möchten. Und dass sie damit auf dem richtigen Weg sind, können wir nur bestätigen. Denn aus unseren Studien und Befragungen wissen wir, dass die Familie und der richtige Partner diejenigen sind, auf die man sich auch verlassen kann, wenn es Zeiten gibt, in denen das Leben nicht so gut läuft. Mit unsicheren Arbeitsplätzen und sich aus den gesellschaftlichen Veränderungen ergebenden steigenden Belastungen für jeden Einzelnen müssen wir in unserer heutigen Zeit umzugehen wissen. Was gibt es Besseres, als sich auf einen Menschen an seiner Seite verlassen zu können?

„Festerer“ Kinderwunsch

Und mehr noch. Eine stabile und glückliche Partnerschaft begünstigt auch den Wunsch nach Kindern und Familie. So ergab die Studie auch: „Kinderlose wünschen sich heute sogar zu deutlich größerem Anteil Kinder als noch 2003. Darüber hinaus werden heute eher festere Kinderwünsche geäußert als damals: 57 Prozent der Kinderlosen wünschen sich bestimmt und 35 Prozent vielleicht Kinder. Nur 7 Prozent schließen Kinder für sich aus (2003 noch 17 Prozent).“ Familien werden also nicht weniger sondern nur eben später gegründet als noch vor einigen Jahren.

Die 20- bis 34-jährigen wünschen sich nicht nur wieder vermehrt Kinder, sondern sie haben auch eine starke Berufsorientierung. Das erfordert nicht nur eine partnerschaftliche Aufteilung von Berufstätigkeit, Haushalt und Kindererziehung, sondern auch verbesserte Bedingungen für junge Familien, diese Dinge miteinander vereinbaren zu können. So wünschen sich auch viele der jungen Erwachsenen kürzere Wochenarbeitszeiten. Siehe auch zu dem Thema unseren Blog.

Und noch etwas freut uns als Partnervermittlung ganz besonders. Die jungen Erwachsenen übernehmen Verantwortung für andere. Sie sind nicht nur bereit, sich bei der Pflege der älteren Familienangehörigen zu engagieren, sondern gehen auch von einer gegenseitigen Verantwortung der Generationen aus und sind der Meinung, dass bei den politischen Entscheidungen, keine Generation benachteiligt werden sollte. Von einem Generationenkonflikt kann also nicht die Rede sein.

Christiane Lénard

Über die Autorin:

Christiane leitet die Matchmaking-Abteilung von Parship und ist seit fünf Jahre im Auftrag der Liebe bei uns im Einsatz. Die Diplom-Soziologin beobachtet mit Spannung aktuelle Trends und Studien mit Gesellschafts-Schwerpunkt – wenn sie sich nicht gerade um ihren kleinen Sohn kümmert.

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