Alleinerziehende haben es schwer, Arbeit und Kind unter einen Hut zu bekommen

Schwerer Stand für Alleinerziehende

30.09.2014, von Christiane Lénard

Wir haben an dieser Stelle schon des Öfteren darüber berichtet, wie schwer es ist, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen. Besonders hart trifft es alleinerziehende Mütter und Väter. Jetzt gibt es neue Zahlen, die so alarmierend sind, dass wir erneut darauf aufmerksam machen wollen.

Laut aktuellen Medienberichten, die sich auf eine Auskunft der Bundesregierung beziehen, sind immer mehr Alleinerziehende ohne Job. So ist die Zahl der arbeitslosen Alleinerziehenden im August 2014 im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast sieben Prozent auf 281.000 gestiegen. Knapp die Hälfte von ihnen ist länger als ein Jahr ohne Job- was natürlich die Aussichten auf eine Neuanstellung und Verbesserung der Lebenssituation noch einmal mehr verschlechtert. Selbst diejenigen, die einen Job haben, könnten damit oft nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten. Auch erhielten alleinerziehende Mütter und Väter deutlich weniger Fördermaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit als noch im Jahre 2010. Bis 2013 sank die Zahl der Maßnahmen um 33 Prozent auf 71.000. Es scheint, als hätte selbst die dafür zuständige Bundesbehörde diese Personengruppe aufgegeben.

Politisch muss sich noch viel ändern

Erschreckende Zahlen, die uns nach den Gründen fragen lassen sollten. Und auch danach, was wir dafür tun können, alleinerziehenden Freunden, Bekannten, Nachbarn oder Kollegen ab und an unter die Arme zu greifen. Dass sich sowohl politisch als auch in der Wirtschaft noch viel ändern muss, steht außer Frage. Natürlich freut sich ein Arbeitgeber nicht besonders, wenn die alleinerziehende Angestellte schon das dritte Mal in kurzer Folge mit ihrem kranken Kind daheim bleiben muss. Aber wer soll den kleinen Patienten versorgen, wenn der zweite Elternteil nicht mehr Teil der Familie ist?

Doch es gibt Hoffnung: Immer mehr Arbeitgeber stellen dennoch Alleinerziehende ein. Warum? Weil es immer auch Möglichkeiten gibt, Abläufe und Arbeitszeiten bzw. -orte zu fle xibilisieren. In den meisten Fällen sind die Kinder nicht so krank, dass man nicht trotzdem Zeit findet, von zuhause zu arbeiten. Und kranke Kinder zu hüten, ich spreche leider aus Erfahrung, ist wirklich nicht besonders lustig. Da tut es vielleicht sogar gut, sich zwischendurch mit etwas anderem zu beschäftigen. Natürlich geht das nicht in allen Jobs. Eine Arzthelferin nutzt dem Arzt nur etwas, wenn sie tatsächlich an seiner Seite steht. Und was soll eine kleine Praxis mit zwei angestellten Helferinnen machen, wenn die eine davon ständig ausfällt? Wie die Wahl bei der Einstellung dann ausfällt, ist nicht schwer zu erraten.

Viele kleine Hilfestellungen statt großer Wurf

Wie auch immer – wir wissen, warum es für alle Seiten nicht ganz trivial ist, dieses Problem zu lösen. Aber vielleicht können wir überlegen, was wir im Kleinen dafür tun können, diesen zu helfen. Manchmal geht es nicht um den großen Wurf, sondern um die vielen kleinen Hilfestellungen, die das Leben in der Gemeinschaft so viel besser machen können. Da ist die angebotene Hilfe für die Nachbarin, kurz auf die Kinder aufzupassen, während sie mit ihrem Chef telefoniert, nur ein klitzekleines Beispiel. Es braucht oft gar nicht viel, um seinen Mitmenschen das Leben, wenn auch nur für einen kurzen Moment, zu erleichtern. Eigentlich braucht es nur den offenen Blick füreinander und die Frage aneinander, ob man irgendwie behilflich sein kann

Und es gibt etwas, was wir von Parship tun können. Wir helfen dabei, den richtigen Partner zu finden. Denn in der Regel ist es nicht so, dass die Situation des Alleinerziehens die präferierte Lebensform ist. Bei uns können auch alleinerziehende Singles einen Partner finden und besonders für sie ist Online-Partnersuche nicht selten die einzige Möglichkeit. Denn wann und wie, wenn nicht im Internet am Abend, wenn die Kinder im Bett liegen, bleibt die Zeit dazu? Dass das klappt, zeigen die vielen glücklichen Patchworkfamilien, die mithilfe von Parship schon entstanden sind – wie zum Beispiel die von Marina und Stefan aus Hamburg.

Christiane Lénard

Über die Autorin:

Christiane ist Matchmaking-Expertin bei Parship und arbeitet derzeit im Home Office – ihr kleiner Sohn ist fast anderthalb Jahre alt. Sie versucht natürlich immer, Augen und Ohren offen zu halten und bei Bedarf Freunden und Nachbarn tatkräftig unter die Arme zu greifen.

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