Partyqueen meets Naturbursche

20.03.2015 Jana Bogatz

Emily* (47), Schriftstellerin aus Baden-Württemberg fand über Parship Ryan* (46). Hier hat sie ihre Geschichte aufgeschrieben.
*Namen geändert

So verliebten sie sich:

© privat

„Als Autorin hat man keine Zeit. Lesungen, Pressetermine, ein Halbtagsjob im Familienunternehmen und der Haushalt mit zwei erwachsenen Kindern. Schon gar keine Zeit, sich nach einem neuen Partner umzusehen. Trotz all der Hektik und dem Trubel fühlt man sich innerlich aber sehr einsam. Es fehlt einfach jemand, mit dem man all das Schöne und Aufregende teilen kann, dass das Leben so bietet. Unter all den Menschen, denen ich beruflich oder auf Veranstaltungen begegnete, fand sich niemand, der mein Herz ansprach.Als der Wunsch nach einem liebevollen Partner übermächtig wurde, folgte ich dem Rat meines Bruders, der selbst erfolgreich bei Parship eine neue Lebenspartnerin gefunden hatte, und meldete mich am 3. Juni an. Dass es dann allerdings so rasant gehen würde, wäre mir nie im Traum eingefallen. Ich war noch am Erstellen meines Profils und neugierig Umsehen, als mir ein von Parship vorgeschlagener Mann ins Auge fiel, dessen Selbstbeschreibung und verschwommenes Foto mir auf Anhieb gefielen. Wir begannen zu tippen und hatten trotz sofortiger Sympathie Bedenken. War ich doch eher der Typ Frau, der ständig unterwegs war, von einer Party in den nächsten Club schwebte, die Nächte zum Tag werden ließ und er, bodenständig, ruhig und gerne in der Natur unterwegs.

Das konnte doch nicht funktionieren, dachte ich mir, ebenso wie er.

Aber wir hatten einfach so viel gemeinsam: beide Tierfreunde mit Hund, dasselbe Humorniveau, dieselben Ansichten, dieselben Wünsche und Träume. Zuviel, als das wir es nicht versuchen wollten, uns zumindest mal zu beschnuppern. Und bereits 5 Tage nach meiner Parship-Anmeldung verabredeten wir uns. „Das wird nichts mit dieser Partyqueen“, dachte er sich beim Losfahren zu unserem ersten Date. „Der ist dir viel zu ruhig und ein Naturbursche“, dachte ich auf der Fahrt. Doch beide dachten wir:

Egal, ich MUSS einfach zu diesem Treffen.

Eine der besten Entscheidungen unseres Lebens, wie wir nach 8 Stunden feststellten, in denen wir uns in einem Biergarten gegenübersaßen und redeten. Wir lachten, machten Blödsinn, entdeckten immer noch mehr Gemeinsamkeiten, chatteten parallel mit unseren Kindern, die aufgeregt zuhause saßen und alle 5 Minuten wissen wollten, wie es denn bei uns lief. Es war herrlich. Hätte uns der Gastwirt spät in der Nacht nicht nach Hause geschickt, wer weiß, wie lange wir noch gesessen hätten. Obwohl er eine Nichtraucherin gesucht hatte (ich hatte als Gelegenheitsraucherin bei dieser Angabe geschwindelt) und eine Frau in seiner Nähe wollte (uns trennen 100km), die etwas jünger war als er (ich bin 1,5 Jahre älter) hat es gefunkt zwischen uns. Meine Bedenken bezüglich seiner ruhigen Art lösten sich auf. Spätestens bei unserem ersten Kuss, den wir ungeachtet des Straßenverkehrs inmitten eines Kreisverkehr tauschten und uns dabei versprachen, uns bald wieder zu sehen. Das ist nun knapp 10 Monate her.

Und seitdem haben wir kein Wochenende mehr ohne einander verbracht.

Wir bekommen meine Interessen wie Partys und Nachtleben ebenso unter einen Hut, wie eine ausgedehnte Wanderung mit den Hunden, wie er sie so liebt. Auch unsere Kinder verstehen sich prächtig. Der Einzige, der nicht ganz so begeistert ist, ist vermutlich sein Hund. „Darf die das sagen“, scheinen seine Augen sein Herrchen zu fragen, wenn ich ihm mal wieder Manieren beibringe. Aber ich bin sicher, er liebt mich trotzdem. 🙂