Ein Mann mit Hund, Humor und Charisma

03.03.2015 Jana Bogatz

Gerald (48, freier Künstler) lernte mit Parship.de Anneliese (46, Kunsthistorikerin) kennen. Sie hat uns geschrieben.

So verliebten sie sich:

© privat

„Im September vergangenen Jahres kontaktierte ich den Mann, der mich jetzt, ein halbes Jahr später, dazu bringt, mich bei Parship abzumelden. Er hat es getan, ganz entschieden. ‚Ich bin definitiv nicht mehr auf Partnersuche‘, sagt er und lächelt mich mit seinen grünen Augen an. Auf meine Kontaktanfrage reagierte er schnell und interessant genug, um mein Interesse zu steigern. Es waren vielleicht zwei, drei Mails, kurz wie Blicke, und wir spürten, dass wir auf der gleichen Ebene kommunizierten.

Als er in der dritten Mail vorschlug, ein paar Tage in den Bergen zu wandern – ‚danach kennt man sich ziemlich gut‘ -, ahnte ich, dass ich es mit jemandem zu tun hatte, der sich jenseits von Konventionen zu bewegen versteht, und ließ mich spielerisch auf den Gedanken ein, mit jemandem zu verreisen, den es erst noch kennen zu lernen gilt. Allerdings machte ich keinen Hehl daraus, dass ich Wanderungen langweilig finde.

Über das Mailen verliebt

Wie dem auch sei, unser weiterer Mailkontakt gestaltete sich phantasievoll, intelligent und spontan. Mir gefiel es, dass ich nicht ewig auf Antwort warten musste, wenn ich geschrieben hatte. Er war genauso schnell wie ich. Nach vielleicht zwei Wochen stockte mir der Atem, als er mir schieb, er habe sich bereits über das Mailen in mich verliebt. Wie kann das sein, dachte ich, fühlte aber, wenn ich ehrlich war, das Gleiche, allerdings mit dem Unterschied, dass ich bis zu dem Zeitpunkt gedacht habe, ich redete mir das allenfalls ein. Tatsache aber war, dass ich hoffte, er möge in Wirklichkeit ungefähr so aussehen wie auf seinen Bildern: was ich sah, war kein Beau, aber ein Mann mit Hund, Humor und Charisma.

Das erste Treffen

Irgendwann rief er mich an: Stimme und Ausdruck entsprachen meinem bisherigen Eindruck, meine Aufregung kannte keine Grenzen, als unser Gespräch beendet war. Am nächsten Morgen hatte ich eine SMS, in der er mir einen Strauß Herbstzeitlose sandte. Er hätte nicht gewonnen, wären es Rosen gewesen. Dann war ich es, die die reale Begegnung forcierte, ich wollte wissen, mit wem ich es zu tun hatte. Wir treffen uns am Rhein. Er trägt einen grünen Pullover, Lederhosen und einen Schirm. Steht vor mir und lächelt mich aus grünen Augen an, wie gestern, als er mich fragte, ob wir nicht endlich Ringe tragen wollten. Nun, wohl nicht zufällig hat er den Ort, an dem wir uns begegnen, vorgeschlagen, und mir gefällt die darin enthaltene Symbolik: mit der Fähre setzen wir, die wir uns gerade drei Minuten gesehen haben, über. Wir verbringen einen anregenden Nachmittag, mit einiger Überraschung bemerke ich einmal den Impuls, die feinen Haare auf seinen kräftigen Unterarmen zu berühren. Am Abend schickt er mir ein Gedicht, zwischen den Zeilen lese ich, dass uns eine gemeinsame Zukunft bevorsteht.

Die Liebe meines Lebens

Wenig später machen wir dann die Reise, von der in unseren ersten Mails die Rede war, zwei Tage nur, wir sehen Kunst und die Nordsee. Das alles ist jetzt sechs Monate her, und mein Leben hat sich komplett verändert. Zwar leben wir in Städten, die 140 Kilometer voneinander entfernt liegen, aber die Nähe zwischen uns ist größer als die räumliche Distanz. Es war meine Absicht, über Parship einen Mann, einen Partner zu finden. Dass ich die Liebe meines Lebens finden würde, habe ich nicht erwartet.“