810 Kilometer schrecken uns nicht

26.02.2015 Jana Bogatz

Hanspeter (49, Maschinentechniker) aus der Schweiz lernte mit Parship.de Monika (45, Journalistin) aus dem Sauerland kennen. Sie hat uns geschrieben.

So verliebten sie sich:

© privat

„Wir haben uns im September 05 über Parship kennen gelernt. Hanspeter lebt im Berner Oberland, ich im Sauerland (810 km einfache Entfernung!). Wir trafen uns nach nur 1,5 Wochen Mail-Kontakt das erste Mal in Köln, und der ‚Blitz‘ schlug ein – wir wussten schon nach wenigen Stunden – Seelenverwandte, wir wollen uns wieder sehen, sprechen, lachen und auch grübeln, weinen … Seitdem führen wir eine Fernbeziehung. Die Neugier, ist der andere so, wie die Punktezahl es verhiess, wie die ersten Kontakte per Mail verliefen (nur die Fotos waren für uns beide vorher die absolute Enttäuschung gewesen – daher als Tipp, nicht auf das Foto so stark achten, sondern mehr auf die Intuition und das Echo des Geschriebenen im Bauch), … der Wille, WIR SCHAFFEN DAS, wurden mit jedem Sehen, Treffen stärker. Jedes 2te Wochenende 7,5-8,5 Stunden im Zug (abwechselnd) … langwierig, doch jedes Mal überwiegt die Vorfreude, dass man sich wieder in den Arm nehmen kann, endlich wieder die lachenden Augen sehen kann, den Duft aufnehmen – einfach das Gegenüber sehr bewusst wahrnehmen kann.Unsere Telefon-Rechnungen sind rapide geklettert, man sollte ein Boni-System dort etablieren, Briefe dauern fast eine Woche, bis sie die Grenzen überfliegen, und Kuchen in die Schweiz per Paket werden trocken (kicher) …

Ein Tanz mit vielen Pirouetten

Wir haben zusammen 6 Kinder, beide einen Beruf, ein Haus mit Garten und Eltern, die auch noch Zeit brauchen … Verantwortung und Pflichten machen aus der kurzen ‚Kür‘ Wochenendbeziehung einen Tanz mit vielen Pirouetten auf Eis, auch mitten im Sommer … Das Ziel, dass wir zusammenziehen wollen, ist da, was aber bei einem Umzug in die Schweiz sehr problematisch ist – dass ich zuerst eine Arbeit dort sicher haben müsste, um mit meinen beiden Kindern (noch Schulalter) umziehen zu können. Hanspeter mit 4 Kindern hierher nach Deutschland ist auch problematisch, da zwei Kids in der Ausbildung stecken und zwei im Endspurt der Schullaufbahn sind.

Jeder ist seines Glückes Schmied

Absolute Ehrlichkeit, keine Verschleierung von unangenehmen Tatsachen sind bei einer solchen Beziehung notwendig, glauben wir beide, das Zeigen der Freude aneinander ist genauso wichtig wie gemeinsam zu träumen, zu planen, aber auch den Hürdenlauf des Alltages mit all den Sorgen und Problemen zu besprechen, und dies täglich. Nach gescheiterten Erstbeziehungen (Ehen) erfahren wir jetzt, dass diese absolute Offenheit und dieses Annehmen aller Verantwortungen und das absolute Wegfallen von Bequemlichkeiten zwar anstrengend sind, aber auch sehr lohnenswert. Diese Beziehung ist wirklich jeden Tag gemeinsame Arbeit – getreu dem Motto ‚Jeder ist seines Glückes Schmied‘. Das Schlimmste ist es, Abschied zu nehmen oder es als ’normal‘ zu empfinden, wenn man am Sonntag schon am Nachmittag wieder seinen eigenen Weg gehen muss, während der andere im Zug seinem Heim entgegen rattert … Aber was wir beide sagen können – ‚Zu Hause ist man dort, wo das Herz sich wohl fühlt …‘

Liebe ist mehr als ein Gefühl

Ich möchte ALLEN MUT machen, die sich auf der Plattform Parship ‚ins Ausland‘ wagen – man schafft viel … Liebe ist mehr als ein Gefühl, sie ist auch Energie, schöpferischer Motor, gerade in einer Fernbeziehung … denn hier muss man ständig Phantasie und Kraft entwickeln, Leidenschaft, Hoffnung, Herzlichkeit und Gelassenheit in eine Balance aus Geben und Nehmen zu bringen.“