Krimi oder Liebesgeschichte?

27.02.2015 Jana Bogatz

Heiner (61, Physiker) aus Nordrhein-Westfalen lernte mit Parship.de Angelika (54, Sachbearbeiterin) ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen kennen. Sie hat uns geschrieben.

So verliebten sie sich:

© privat

„Ich war zu einem Spaß-Match eingeladen. Obwohl ich eher keine Spielernatur bin, ließ ich mich darauf ein. Und siehe da: drei von vier möglichen Übereinstimmungen! Am nächsten Abend schrieb mir mein ‚Herausforderer‘ in der ersten Kontakt-Mail, eigentlich seien es sogar vier Übereinstimmungen. Denn er würde wie ich am liebsten Liebesfilme sehen, die zum Heulen schön wären und nicht Krimis wie angegeben. Mit dieser Eröffnungsmail waren seine Bilder freigegeben – und mich blickt auf dem ersten Foto ein offenes, neugieriges und

gütiges Gesicht an, das mich auf der Stelle einnimmt. Ein paar Mails gehen hin und her, schnell auch über unsere privaten E-Mail-Adressen, ich bin angenehm erstaunt über die Aufmerksamkeit und Mitteilsamkeit dieses Mannes, und nach einer Woche telefonieren wir das erste Mal, um uns zu verabreden.

Das erste Treffen

Heiner fährt die fast 80 km von seiner Stadt in meine Stadt mit dem Auto. Ich kann zu Fuß zum verabredeten Treff gehen. Auf dem Weg dorthin steht eine auffällig wartende Gestalt auf einer Fußgängerbrücke, unweit von unseren Treffpunkt, jemand, der mir gar nicht behagt … Könnte er mich schon vorher unbemerkt in Augenschein nehmen wollen? Können zudem Fotos die Wirklichkeit etwa so verzerren? Ich bin ziemlich nervös, enttäuscht sogar, marschiere aber tapfer die restlichen fünf Minuten bis zu der großen Statue vor dem Museum. Und da steht er – wie aus einem seiner Fotos ausgeschnitten! Bei Kaffee und Kuchen versinken wir mitten im Museumscafé in ein stundenlanges Gespräch und merken nicht, wie die Zeit verrinnt.

Säckeweise Pläne!

Seitdem sind neun Monate vergangen. Was haben wir in dieser Zeit nicht schon alles gemeinsam unternommen und erlebt. Gerade vier Wochen nach unserem Kennenlernen hatte ich Geburtstag, Heiner lernte unter anderem meine drei Kinder kennen. Seine Tochter ist beruflich viel unterwegs, ihre Neugier auf Papas ‚Neue‘ wird erst im Herbst befriedigt. Im Juni haben wir uns getraut, für ein verlängertes Wochenende an der Nordseeküste zu zelten, das lief sehr gut, trotz des ziemlich regnerischen Wetters. Immerhin hat mein Zelt zwei Schlafkabinen, unschätzbar wichtig für zwei Menschen, die überzeugt von eigenen Schlafzimmern sind. Im Herbst sind wir während eines herrlichen dreiwöchigen Wohnmobilurlaubs zu einem Teil von Heiners und meinen Lieblingsplätzen in Frankreich gefahren. Und für die Zukunft haben wir säckeweise Pläne!

Gemeinsame Wochenenden

Jeder von uns wohnt weiterhin in seiner Wohnung, weil beide durch ihren Beruf ortsgebunden sind und für keinen von uns bei dem, was wir beruflich erreicht haben, ein Wechsel in Frage kommt. Nach anfänglich abwechselnden Besuchen kommt Heiner seit langem am Wochenende zu mir, weil ich aus gesundheitlichen Gründen auf die ‚Erdhaftung‘ an meinem Ort erheblich angewiesen bin. Hin und wieder ist er auch in der Woche bei mir, wenn er berufliche mit privaten Terminen verbinden kann. Gleichwohl stellen wir uns so manches Mal vor, wie schön das Zusammenleben wäre. Aber wir haben viel Zeit, um behutsam an Lösungen zu arbeiten.“