Heute ist sie meine Verlobte!

Melanie (31, Lehrerin)* und Sven (33, Lehrer)* haben sich auf Parship.de kennengelernt. Hier erzählen sie ihre Geschichte, vom ersten Date bis zur Verlobung.

*Namen geändert

So verliebten sie sich:

© privat

„Alle elf Minuten verliebt sich ein Single auf Parship – bei mir hat es bislang noch nicht geklappt. Vielleicht klappt es ja mit dir?“ Das waren die ersten Worte, die Melanie an mich richtete. Damals, vor fast zwei Jahren, als sie noch eine Fremde war.
Heute ist sie meine Verlobte; im Sommer werden wir heiraten. Doch lasst mich weiter ausholen…

Der Gedanke, Online-Dating zu machen, hatte für mich einen faden Beigeschmack

Es klang nach Verzweiflung, nach Aufgeben, nach dem Eingeständnis, niemanden mehr auf anderem Wege kennenlernen zu können. Den Ausschlag zur Entscheidung, diesen Schritt doch zu gehen, gab mein Bruder, als er mich fragte, auf welchem Wege ich denn glauben würde, eine Frau zu treffen. Für Diskos war ich mit 31 Jahren zu alt, ich arbeitete Vollzeit und verbrachte die freien Abende allein oder mit Freunden. Ich sah ein, dass er Recht hatte – eine kurze Recherche später meldete ich mich bei Parship an, dass in Vergleichen mit anderen Portalen am besten abgeschnitten hatte. Meine Hoffnung auf Erfolg hielt sich in diesen Tagen eher in Grenzen; ich betrachtete es eher als Abenteuer.
Schon wenige Tage nachdem ich Mitglied wurde, war ich über die Anzahl an Nachrichten überrascht, die ich erhielt. Natürlich schrieb auch ich einige Frauen an, doch hatte ich nicht damit gerechnet, selber so schnell und frequentiert kontaktiert zu werden. Natürlich erhielt ich nicht auf jede Nachricht eine Antwort (und antwortete selbst nicht auf alles), und dennoch standen schon bald die ersten zwanglosen Treffen zum Kennenlernen fest – meist gemütlich bei einem Kaffee. Auf diese Weise lernte ich viele nette neue Menschen kennen, und mit einigen von ihnen habe ich noch heute – auch wenn sich nichts Romantisches entwickelte – Kontakt und zähle sie zu meinen Freunden.

Natürlich entwickelte sich aus manchen Treffen mehr

Auf erste Dates folgten zweite, aus zwanglosem Kaffeetrinken wurde ein romantisches Dinner und einmal war ich sogar fast so weit, von einer Beziehung zu sprechen, auch wenn berufliche Gründe dies schlussendlich verhinderten.
Ich war inzwischen seit vier Monaten Mitglied bei Parship – vier kurzweilige Monate mit vielen interessanten Geschichten, guten wie schlechten. Und dann kam der Tag, an dem ich Melanie kennenlernte.
„Alle elf Minuten verliebt sich ein Single auf Parship – bei mir hat es bislang noch nicht geklappt. Vielleicht klappt es ja mit dir?“

Als ich diese Worte las, musste ich direkt schmunzeln

Auch bei mir hatte es bis dato – trotz aller positiven Erfahrungen – noch nicht „gefunkt“. Also begannen wir zu schreiben. Melanie war Lehrerin (ich selbst war zu diesem Zeitpunkt Lehramtsanwärter), und wir hatten sogar dieselben Fächer. Ich spürte sofort, dass ich nicht das Bedürfnis fühlte, mich zu verstellen, um ihr zu gefallen; zu authentisch war sie in ihrer selbstbewussten Art, zu sehr sprachen mich ihre Intelligenz und ihre Wortgewandtheit an. Als sie mir ihre Bilder freischaltete und ich sie zum ersten Mal sah, schwand meine Hoffnung jedoch. Was würde solch eine wunderschöne Frau mit jemandem wie mir wollen? Im Leben außerhalb des Online-Datings hätte ich mich niemals getraut, sie anzusprechen.

Doch was hatte ich schon zu verlieren?

Ich nahm meinen Mut zusammen und bat um ein Treffen. Zu meiner Überraschung stimmte sie zu.
Da sie einen weiten Weg hatte (von Göttingen zu mir nach Hannover), wollte ich nicht lediglich einen Kaffee trinken gehen, sondern lud sie zum Sushi-Essen ein. Es war der 28. Juni, Hochsommer, 30 Grad. Wir saßen draußen, aßen, redeten, lachten, philosophierten – es war, als kannten wir uns schon seit Jahren. Als ich sie zurück zum Bahnhof begleitete, raste mein Herz. Es war ein schöner gemeinsamer Nachmittag, gewiss, aber würde sie sich erneut mit mir treffen wollen? An der Tür zum Zug fragte ich dann mit laut schlagendem Herzen, ob sie mich wiedersehen wolle (fast sicher, dass sie eine freundliche Entschuldigung finden und gehen würde).

Sie lachte

Dann sprach sie den Satz, den ich niemals vergessen würde. „Ich dachte, das wäre selbstverständlich“, sagte sie und stieg lächelnd in den Zug.
Ich erinnere mich nicht, wie ich nach Hause kam – mein Kopf war in den Wolken und ich konnte es nicht erwarten, sie wiederzusehen. Am kommenden Wochenende trafen wir uns in Göttingen. Es war das heißeste Wochenende des Jahres, fast 40 Grad im Schatten. Wir aßen Eis und sie zeigte mir die historische Innenstadt und den Wall, während wir beide versuchten, die schweißtreibenden Temperaturen zu ignorieren. Am Abend begleitete ich sie auf ein Konzert, in dem sie mit ihrem Gospel-Chor auftrat. Ich war nie ein gläubiger Mensch gewesen und besuchte nur selten die Kirche, doch an diesem Tag schien es passend, sie dort zu sehen und ihrer wundervollen Stimme zu lauschen. Während ich auf der harten Holzbank saß, die Musik genoss und dankbar für jeden kühle Luftzug war, realisierte ich:

Ich war verliebt!

Nach dem Konzert fuhren wir zu ihr, und am Ende blieb ich länger als geplant war. Doch trotz der späten Rückkehr nach Hannover verspürte ich keine Müdigkeit. Wir schrieben oder telefonierten täglich, und vereinbarten für das nächste Wochenende ein neues Treffen.
Da ich dieses Wochenende wegen meines Geburtstages mit meinen Eltern und engsten Freunden verbringen wollte, war ich unsicher, ob sie sich bereits wohlfühlen würde, meine Familie kennenzulernen. Denn was waren wir? Wir genossen die gemeinsame Zeit, doch wir hatten nie darüber gesprochen, ob wir in einer festen Beziehung waren. Als wir wieder telefonierten, fragte ich sie also, ob sie mit in meine Heimat kommen würde und ob wir ihrer Meinung nach in einer Beziehung wären. Und wie so oft nahm mir ihr herzliches Lachen alle Sorgen. „Ich dachte, das wäre selbstverständlich“, sagte sie.

Von da an ging alles sehr schnell

Nur ein Jahr später bezogen wir unsere erste gemeinsame Wohnung. Ein weiteres halbes Jahr später machte ich ihr den Antrag. Und, als wäre es selbstverständlich, sagte sie ja. Im Sommer, 2 Jahre nachdem wir uns kennenlernten, werden wir nun heiraten. Wir freuen uns auf unser gemeinsames, glückliches Leben. Nur selten blicken wir zurück und fragen uns, was hätte sein können, hätte sie mir diese Nachricht nie geschrieben. Unser Leben wäre ein anderes gewesen, und wir sind dankbar, dass es nicht so gekommen ist.