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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Schneefrau
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    Dazu passt auch, dass (ich weiß nicht mehr, wer es war) vor Kurzem die These aufstellte, dass die Liebe beispielsweise während eines Konfliktes fort ist, da dort die Wut, Enttäuschung oder sonst was überwiegt (in eben diesem Moment).
    Ich schaue gleich mal, ob ich den Thread wiederfinde und es dann hier hinein kopieren kann.

    Ich finde diesen Austausch über den großen Begriff "Liebe" schwierig.
    Bin da von meiner Einstellung eher bei @babe oder @fleurdelis* - sofern ich sie richtig verstehe.
    Für mich ist Liebe ein "Wert", der von anderen Dingen berührt und beeinflusst werden kann.
    Wenn ich jedoch aufrichtig liebe, so liebe ich den Gegenstand meiner Liebe ganz und gar.
    Das bedeutet konkret: Liebe ich einen Menschen, tu ich dies, ohne dass meine Liebe für ihn an Bedingungen geknüpft ist. Er braucht keine Erwartungen oder Anforderungen erfüllen. Er ist mir nichts schuldig und ich muss für ihn nichts sein. Trotzdem liebe ich ihn.
    Wen ich bisher liebte, das bezieht sich auch auf Freundschaften oder familiäre Beziehungen oder nichtmenschliche Wesen, den liebe ich auch heute noch.
    Meine Geliebten sind ein Teil von mir und ich trage sie stets in meinem Herzen.

    Wen oder was oder wie ich liebe sagt also nichts darüber aus, mit wem ich welche Art der Beziehung führe, was ich in einer Partnerschaft erwarte/einfordere, etc.
    Sie ist die Basis dafür, dass ich eine tiefergehende Beziehung eingehe. Aber dann kommt eben noch viel mehr dazu. Liebe alleine reicht leider nicht immer. Es macht sich aber nicht schwächer oder stärker.
    Liebe ist für mich allgegenwärtig, da ich für vieles Alltägliche Liebe empfinde.
    Und Liebe und Hass können z.B. auch zeitgleich coexistieren, das ist für mich kein Widerspruch.

    Ich schätze, wenn ich hier mitlese, dass jeder Einzelne von uns womöglich eine ganz eigene Auffassung von Liebe hat. Und diese womöglich auch unterschiedlich mit anderen Gefühlen, Bedingungen, etc. in Zusammenhang gesetzt und gedacht wird, vielleicht sogar ohne das konkrete Wissen darum. Deswegen finde ich einen Austausch darüber sehr komplex, zumal sich hier im Thread viele unterschiedliches Personen (mit unterschiedlichen Auffassungen) über etwas unterhalten, was schwer zu definieren ist.
    Habe ich bei dem Thema der "Wahrheit" ähnlich empfunden beim Nachlesen.
     
    26.01.2018 #181
  2. babe
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    Methodisch sinnvoll scheints mir, sich da nicht so sehr in Konstruktionen und wissenschaftliche Einsortierung zu versteigen, sondern einfach schauen, wie so im Alltag von der Liebe gesprochen wird.
    Wenn jemand seiner Freundin anvertraut, ihm sei leider die Liebe abhandengekommen, dann gehe ich davon aus, daß er damit was Schwerwiegendes meint, was sich über einen längeren Zeitraum erstreckt hat, und nicht bloß den Umstand mitteilen möchte, daß er ein Mittagsschläfchen gemacht hat.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26.01.2018
    26.01.2018 #182
  3. Ahhh.... Vergleich: ersteres BlumentoPferde .... zweites: BlumentopfErde.... :)
     
    26.01.2018 #183
  4. Tone
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    Auch eine Möglichkeit, von der exakten auf die uneindeutigere Ebene des Alltags zu wechseln. Ich dachte hier werden Thesen auf den Prüfstand gestellt und finde die Frage interessant, ob Liebe ein Gefühl, eine Vereinbarung oder einen Wert darstellt, vielleicht alles zusammen :).
     
    Zuletzt bearbeitet: 26.01.2018
    26.01.2018 #184
    Ariadne_CH gefällt das.
  5. Ariadne_CH
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    Liebe als Wert finde ich interessant... Wie meint ihr das?
    Manchmal wird so von der Liebe gesprochen, dass ich nicht mehr viel darin erkenne, was ich drunter verstehe...
    Das mit dem im Herzen behalten, wie es @Schneefrau ansprach, hat mir auch mal jemand gesagt. Dass ich immer in seinem Herzen bleiben werde. Irgendwie war mir das unbehaglich. Ich hätte am liebsten gesagt: Nein, da möchte ich gar nicht für immer sein!
     
    26.01.2018 #185
  6. Tone
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    Finde ich auch einen interessanten Ansatz, da ich bislang z.B. die Ehrlichkeit als Wert in einer Beziehung ansah, die Liebe eher den Gefühlen zuordne, aber ich möchte da nichts verbauen und höre interessiert zu :).
     
    Zuletzt bearbeitet: 26.01.2018
    26.01.2018 #186
  7. Schneefrau
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    Mir fällt es extrem schwer, Liebe (so wie ich sie für mich definiert habe) zu beschreiben.
    Jemanden in meinem Herzen zu tragen bedeutet bei mir (Achtung, auch das fällt mir schwer in Worte zu fassen), dass mir dieser Mensch von solch einem großen Wert ist/war, dass ich ihn niemals vergessen und ihn immer dafür schätzen werde, was für eine Bedeutung er in meinem Leben hatte.
    Darin enthalten ist auch, dass ich mir nur das Beste für diesen Menschen wünsche.
    Es ist also in jedem Fall eine ganz konkrete Wertschätzung, Achtung und eine Art Demut gegenüber etwas für mich so Vollkommenen. Ich liebe auch leblose Dinge, wenn diese für mich eine sehr wertvolle Position eingenommen haben. Diese Liebe kann ich manchmal an einzelnen Eigenschaften festmachen, oft aber nicht einmal das. Es ist mehr, als ich kognitiv erfassen kann. Liebe wächst. Sie entsteht aus etwas anderem heraus. Was genau ist immer anders, da in jedem Zusammenspiel und ihrer Entwicklung einzigartig.

    Konkret ist es also bei mir so: Wenn ich jemanden liebe und wir auseinandergehen, den Kontakt verlieren, whatever, so wird diese Entwicklung nichts daran ändern, dass mir dieser Mensch mal mehr bedeutet hat als ich es auszudrücken gekonnt hätte. Dieses positive Gefühl, diese Wertschätzung für diesen Menschen verbleibt bei mir. Und ebenso liegt es mir sehr am Herzen, dass ihm Glück wiederfährt, wie auch immer er das definiert.
    In einer partnerschaftlichen Beziehung, in der ich von Liebe spreche, ist es also auch ein Aushandeln (neben dem Aushandeln anderer Bedingungen) der Gewichtung der Liebe zu mir selbst und der Liebe zum anderen. Wenn diese beiden Lieben miteinander kollidieren, greife ich auf andere Bemessungsmöglichkeiten zurück. Denn die eine Liebe überwiegt nicht die andere. Aber die Vernunft beispielsweise kann mir zeigen, dass die eine Liebe ungesund während die andere gesundheitsförderlich ist.
    Ich kann auch nicht sagen, dass ich Person a mehr liebe als Person b.
    Liebe ist Liebe. Sie lässt sich nicht bemessen und nicht vergleichen.
    Ich kann euch vielleicht sagen, was ich an Person a liebe oder an Person b, aber es lässt sich nicht in Zahlen ausdrücken. Manchmal erinnere ich mich auch an den Moment, in dem ich das erste Mal wusste, dass es Liebe ist - oft kann ich auch das in der Retrospektive nicht genau festlegen.

    Ich habe meinen allerersten Freund verlassen und unsere Partnerschaft unwiderruflich beendet. An meiner Liebe zu ihm ändert dies nichts.
    Vielleicht, weil ich die Liebe zu jemandem nicht an der Rolle, die er einnimmt bei mir, festmache (also ob Partner oder Freundin oder mir wohl- oder schlechtgesonnen), sondern das Wesen an sich liebe.
    Mit dieser Liebe geht für mich auch eine große Loyalität einher. Jemandem, den ich geliebt habe, bin ich treu.

    Oh weh, jetzt müsste ich Treue definieren. Das ist alles zu abstrakt hier.
    Ich schreibe..und denke mir dabei, dass ich einfach nicht ausdrücken kann, was ich meine. Ich bezweifle gerade, dass irgendjemand meinen Ausführung folgen kann und sie sich komplett unlogisch lesen werden, aber da ich es nicht besser darstellen kann, übermittle ich diese Worte trotzdem als eine Art Versuch. Vielleicht hat jemand anderes Liebe so ähnlich für sich definiert und kann es besser beschreiben, ich scheitere daran ..
     
    26.01.2018 #187
  8. babe
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    Nein, es geht vielmehr darum, ein bißchen genauer darauf zu achten, was Liebe ist - und dafür muß man halt hinschauen, und am besten dorthin, wo Menschen lieben, und das ist nun mal der Alltag.
    Gemessen an einer präzisen Beschreibung eines Phänomens werden "Theorien" (hier) oft unpräzise, weil sie ein reduktives Schubladensystem bemühen, nicht wirklich beherrschte Begriffe verwenden, ne Menge Fehlschlüsse produzieren usw.
    Aber natürlich schwirren jedem immer gleich tausend halb angedaute Theorien im Kopf herum. Deswegen gibt es keinen unvoreingenommenen, rein beschreibenden Blick.
     
    26.01.2018 #188
  9. Julianna
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    @fleurdelis* Jeder kann Liebe sehen und bewerten wie er/sie möchte. Wenn ich z.B. schreibe, dass ich "Liebe mit Beigeschmack" (oder Unterton) nicht möchte und bestimmte Formen der Liebe für mich persönlich ablehne anzunehmen oder zuleben mit jemandem, dass darfst du dies im Gegenzug ebensfalls nicht (be)werten oder streitig machen. Das ist doch wieder ein Paradoxon in sich.
    Genau wie dieser ständige Vorwurf @Mentalista würde Menschen zu schnell in psychische Kategorien einsortieren. Mag sein, dass sie hier manchmal übertreibt und zu vorschnell ist. Das kann man aber auch einfach mal akzeptieren. Stattdessen wird Menta stigmantisiert indem ihr vorgeworfen wird, sie würde andere stigmatisieren (übrigens nicht an dich gerichtet, sondern ein Beispiel). Und wenn jemand schreibt, wie er die Liebe sieht/möchte/wünscht/erfährt dann kann man nicht hingehen und argumentieren, dass dies eine "Abschreibung" von Liebes-Gefühlen sei und jeder ein Recht darauf hat Liebe für sich zu definieren, während gleichzeitig jemand Liebe für sich definiert und dies kritisiert wird.... was ist das für eine wiederkehrende Logik? Das ist ein offensichtliches Paradoxon, oder sehe ich das falsch? :)
    Mir fällt das in letzter Zeit recht häufig auf bei diversen Argumentationsketten (auch hier nicht du gemeint, sondern allgemein).
     
    Zuletzt bearbeitet: 26.01.2018
    26.01.2018 #189
  10. Julianna
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    @Schneefrau ich verwechsele dich manchmal mit @auf Suche weil mir oft euer Schreibstil ähnlich vorkommt :D Ihr seit beide sehr differenziert und auf jedenfall echte Toleranzminister. Ist mir schon öfter aufgefallen. Da kann "Der Passende" ja eigentlich gar nicht mehr weit sein, der eure Fairness und Toleranz wertzuschätzen weiß.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26.01.2018
    26.01.2018 #190
    Schneefrau und auf Suche gefällt das.
  11. auf Suche
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    Und dann haben wir auch beide noch den Katzenavatar. :):D

    Aber deine Worte sind Balsam für meine Seele. Ich freue mich über dein wertschätzendes Feedback. Dankeschön. ❤
     
    Zuletzt bearbeitet: 26.01.2018
    26.01.2018 #191
    Schneefrau gefällt das.
  12. Ariadne_CH
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    Danke für deine sehr lange Erklärung! Wenn ich dich richtig verstanden habe, geht es dabei um den Wert/ die Wertschätzung der geliebten Person, nicht der Liebe selbst?
    Ich kann deine Gedanken ein Stück weit nachvollziehen. Ich würde aber nicht so weit gehen, dass ich sämtlichen Menschen, die ich geliebt habe so viel Platz in meinem Herz oder meinen Gedanken einräumen würde. Es gibt Menschen, die mir nach wie vor am Herzen liegen, aber es gibt tatsächlich auch solche, an die ich kaum noch denke, obwohl sie mir einmal sehr wichtig waren. Vielleicht bin ich dazu einfach zu pragmatisch, das Leben geht weiter und mit jedem Kontakt, der einschläft oder abgebrochen wird, erinnern wir uns daran, dass auch unser Leben endlich ist. Das kann sehr weh tun, aber es macht auch frei um weitergehen zu können. Ich kann nicht unendlich leben und ich denke, ich kann nicht unendlich viele Menschen in meinem Herzen haben. Für mich ist Loslassen da der bessere Weg. Aber da sind Menschen wohl sehr verschieden...
    Natürlich würde es mir bei jedem Menschen, dem ich mich mal nahefühlte, weh tun, wenn ich hören würde, dass er sehr krank ist oder sonst etwas schlimmes passiert ist. Das bedeutet für mich aber nicht, dass ich ihn immer noch im Herzen habe.
    Ich habe gerade ähnlich wie du, @Schneefrau , das Gefühl, dass ich Mühe habe, was ich meine in Worte zu fassen.
     
    27.01.2018 #192
    Schneefrau, Mentalista und WolkeVier gefällt das.
  13. .... aha .. ich darf nicht? .... Sehr lustig. ... :D
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 27.01.2018
    27.01.2018 #193
  14. ach ... und wegen deinem ebenfalls ... wird's nicht zum Paradoxon ... ;)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 27.01.2018
    27.01.2018 #194
  15. WolkeVier
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    Wenn du einen Mann kennenlernst und dich in ihn verliebst, spielt es für dich dann keine Rolle, was er für dich empfindet? Willst du dann nicht (irgendwann) wissen, ob er dich liebt? Und du ihn? Und ist es dafür nicht hilfreich, für sich selbst zu definieren, was Liebe ist, und es möglicherweise von Verhaltensweisen abzugrenzen, die nicht liebevoll sind? Insbesondere von denen, die als "Liebe" "verkauft" werden?
     
    27.01.2018 #195