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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Ariadne_CH
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    Nein, das würde ich so nicht ableiten. Ist aber auch Schnee von vorvorgestern.
    Ich verstehe, welchen Unterschied du da siehst @WolkeVier , es gibt aber auch viele Zusammenhänge. Gerade bei Kindern, die ihre persönlichen Grenzen nicht wahren durften (Küsschen gegen den Willen des Kindes finde ich da persönlich schon sehr arg und würde ich meinem Kind nie zumuten! Man kann sich da auch schon beim Händeschütteln fragen, ob es okay ist. Aber das würde jetzt wohl zu weit führen...), besteht ein erhöhtes Risiko, dass sie später sexuelle Übergriffe erleben.

    Weil sie nicht gelernt haben, dass man "Nein" sagen/brüllen kann, weil sie nicht gelernt haben, dass ihre persönlichen Grenzen respektiert und geschützt werden. Gerade dieses "sei mal lieb und.. " finde ich ganz schrecklich. Ich habe eine Zeit lang mit Jugendlichen gearbeitet und da erfahren, dass Mädchen auch so von ihrem Freund unter Druck gesetzt werden können. "Wenn du mich wirklich liebst, dann schläfst du auch mit mir." :(
    Die denken dann, dass das ja okay ist, weil als Kind ja auch dieses "Lieb sein" gefordert wurde und weil da ja die persönlichen Grenzen des Kindes auch missachtet wurden. Ich finds schrecklich, im grossen wie auch im kleinen. :(

    Und ich denke auch nicht, dass Mädchen häufiger als Jungen sexuellen Übergriffen ausgesetzt bin. (Ich kenne da aber auch keine genauen Zahlen.) Aber ich vermute auch bei den Mädchen sind diese kleinen Grenzverletzungen noch nicht sexuell gemeint (hoffe ich doch zumindest). Aber die Auswirkungen sind genau die gleichen.
    Und ich denke die Hilflosigkeit leitet sich auch nicht nur aus der körperlichen Unterlegenheit ab, sondern eher aus der erlernten Hilflosigkeit (also dem Gefühl dass man ohnmächtig ist gegenüber dem Angreifer). Wie sonst kann man sich erklären, dass Männer etwa gleich häufig Opfer von häuslicher Gewalt werden? Das ist mehr als nur Muskelmasse, was da eine Rolle spielt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 02.01.2018
    02.01.2018 #136
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  2. babe
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    Vor allem sind Männer meist so erzogen worden, daß sie sich nicht hilflos fühlen dürfen. Sie werden insbesondere, wenn sie schon jugendlich oder Mann sind, weiter so erzogen, daß sie es nicht als schlimmen Übergriff empfinden sollen, wenn sie köperlich von einer Frau angemacht werden. Sie sollen das sogar eher als Wertschätzung empfinden.
    Ein Mann, der sich über den Übergriff einer Frau empört, gilt zumindest eher als Weichei und wenig selbstbewußter als eine Frau, die sich über einen Übergriff eines Mannes empört, die dann eher als stark gilt.
    Diese Erziehung findet auch an Orten wie diesem Forum statt, das läßt sich recht leicht nachvollziehen.

    Und eben, es kommt darauf an, wie das jeweilige Opfer die Handlung des anderen empfindet und wie sie damit umgeht. Und selbst ein Gutteil der Debatte trägt dazu bei, Frauen noch stärker zu sagen, sie sollten es negativ empfinden. Das hat in meinen Augen auch, so "gut" es gemeint sein sollte, was frauenfeindliches. Es zementiert die altebekannten Wesenszuschreibungen, die Frau sei schwach und Opfer.
     
    Zuletzt bearbeitet: 04.01.2018
    04.01.2018 #137
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  3. WolkeVier
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    Ich bin jetzt nicht ganz sicher, ob ich dich richtig verstanden habe.
    Zunächst mal halte ich fest, dass Frauen und Mädchen idR tatsächlich körperlich unterlegen sind. Daher halte ich es für angebracht, dies im Sinne einer gewissen Ritterlichkeit zu berücksichtigen. Das (körperlich!) schwächere Geschlecht unter besonderen Schutz zu stellen. Wenn daraus dann Frauenfeindlichkeit konstruiert wird, fühle ich mich missverstanden.
    Ich kenne leichte Formen von "Übergriffigkeit" nur von manchen Frauen, wenn sie betrunken sind und dann "anhänglich" werden. Im Zweifelsfall kann ich mich dagegen gut wehren, und es gibt - zumindest bis zu dem Punkt an dem ich mich darauf einlassen würde - keine sexuelle Intension.
    Ich bin keine Frau, aber ich kann mir vorstellen, dass viele Übergriffe von Männern gegenüber Frauen und Mädchen eine ganz andere Auswirkung haben.
    Trotzdem ist natürlich ein Übergriff in die andere Richtung auch nicht in Ordnung.
     
    04.01.2018 #138
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  4. Ich muß mich im Griff haben! Ich würde mich in den Erdboden schämen, auch in betrunkenem Zustand, eine Frau anzutatschen, zu kneifen, etc.
    Außerdem sehe ich das nicht gerade als Stärke an.
    Und wenn ich mich in betrunkenem Zustand nicht im Griff habe, sollte ich den Alkohol weglassen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 04.01.2018
    04.01.2018 #139
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  5. babe
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    Die gute alte Ritterszeit ist eine mit der stärksten Frauenfeindlichkeit überhaupt. Das läßt sich historisch ohnehin recht gut nachvollziehen, daß Frauenfeindlichkeit und Frauen aufs Podest stellen (der Reinheit, Keuschheit, Geführtwerdenmüssens, des Opferseins usw.) Hand in Hand gehen.

    Und zur Intention: Frauen sind ebenso sexuelle Wesen wie Männer, auch wenn das eine liebgewonnene Geschlechterstereotypisierung gerne anders sieht, und Anmachverhalten von Frauen dürfte ebenso sexuell motiviert sein wie das von Männern.
    Ohnehin ist die Frage, wieweit es auf den Aspekt der sexuellen Motiviertheit bei einem Übergriff ankommt. Es kann da auch um andere, wenn auch verwandte Dinge gehen wie Dominanzgehabe, Provokation, Prahlen vor Freunden/Freundinnen usw. - Ob die Intention primär sexuell ist oder nicht ist für die Qualifizierung des Übergriffs eigentlich nicht wichtig. Dennoch hebst du sie heraus.
     
    04.01.2018 #140
  6. Ariadne_CH
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    Ein interessanter Gedankengang und ich verstehe, dass du das ebenfalls als frauenfeindlich ansiehst! Allerdings befürchte ich, dass das von nicht allen verstanden werden würde. Genauso wie wir noch meilenweit von der Gleichberechtigung entfernt sind, wenn wir Männern nicht zugestehen, dass auch sie sich von Frauen unangenehm berührt fühlen können (mir fällt gerade kein besserer Ausdruck dafür ein). Eigentlich müssten die Männer mal eine #metoo Aktion starten. Das wäre auch ein Schritt in Richtung Gleichberechtigung.
     
    04.01.2018 #141
  7. WolkeVier
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    Auweia, verstehst du wirklich nicht, was ich mit Ritterlichkeit meine? Sorry, aber so macht das aber keinen Spaß und auch keinen Sinn, wenn du so kommunizierst.
    Ich kenne eben kein übergriffiges sexuelles Anmachverhalten von Frauen.
    Ich glaube, dass auch die anders motivierten Übergriffe im sexuellen Gewand daherkommen. Und ja, da hast du recht, das scheint für mich ein wichtiger Unterschied zu sein, vermutlich wegen der sexuellen Diskriminierung.

    Welche Bedeutung gibst du dem Umstand, dass ich das hervorhebe?
     
    04.01.2018 #142
  8. WolkeVier
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    Die Argumentation kann ich nachvollziehen. Vielleicht ist es wirklich für einige Männer ein Problem, und allein der Umstand, dass es für Frauen vermutlich ein viel größeres Problem ist, bedeutet nicht, dass Männer sich nicht auch wehren und sich eine Stimme verschaffen dürfen.
     
    04.01.2018 #143
  9. Tone
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    Es ist bei dir nicht immer einfach zu wissen was du meinst, wenn du irreführende Begriffe verwendest. @babe hat das gut erkannt, weil du vermutlich mit Ritterlichkeit ein höflich-zuvorkommendes Handeln gegenüber Frauen meinst. Und die Höflichkeit kommt von höfisch, also die Lebensweise des Adels, der seine Tugenden aus dem Mittelalter zieht.
     
    04.01.2018 #144
  10. babe
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    Ja, und die Aktion müßte eine gewisse Eigenständigkeit haben, dürfte nicht als Gegenschlag zum weiblichen Metoo ins Feld geführt oder diskreditiert werden.

    Doch, sehr gut. Ich kontextualisiere einfach nur ein wenig. Und es geht nicht um frauenfeindliche Männer, die Frauen ständig prügeln und beschimpfen und ihnen kein liebes Wort schenken - diesbezüglich dürfte es hier wohl keine Kontroverse geben -, sondern um die strukturelle Frauenfeindlichkeit, die selbstverständlich charmant, zuvorkommend, führend usw. daherkommt.

    Ein Vorbild ist die Vater-Tochter-Beziehung. Deswegen haben Männer früher ihre Frauen auch gerne mit "Mein Kindchen" angesprochen. Das war sehr zärtlich und ohne jede Haue. Und selbstverständlich finden auch heute viele Frauen so ein Verhalten super. Hier im Thread war ja an manchen Stellen von Männern die Rede, die am Rockzipfel der Mama hängen. Dem wären Frauen an die Seite zu stellen, die im Partner primär einen Papa suchen. Der sie führt, ihnen die große Welt zeigt, sie im Restaurant einlädt, mit den besten Sitten, der zärtlich und stark zugleich ist usw. Das ist eine große Sehnsucht bei vielen. Der Papa.
     
    04.01.2018 #145
  11. WolkeVier
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    Ah, okay, ich wusste nicht, dass Ritterlichkeit so ein irreführender Begriff ist...
     
    04.01.2018 #146
  12. 199MKt8gf
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    Zum Ritter passt doch das Burgfräulein, das parfümierte Briefe schreibt und nachts sehnsüchtig ins Kissen weint. Muss nicht schlecht sein. Vielleicht ist sie ja ein geiles Luder und hat trotzdem Anthropologie studiert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 04.01.2018
    04.01.2018 #147
    Jacinta gefällt das.
  13. WolkeVier
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    Aber dann ist es evtl. dein Kontext und nicht mehr meiner...
    Das verstehe ich und stimme zu. Manche Verhaltensweisen sind uns oft - selbst bei bester Absicht - nicht bewusst.
     
    04.01.2018 #148
    Sandbank gefällt das.
  14. fafner
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    Ich kenn keine.
     
    04.01.2018 #149
  15. WolkeVier
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    Interessanter Gedanke. Papa sein will ich bei meiner Partnerin genauso wenig, wie ich eine Mama möchte. Wo ziehst du die Grenze zwischen väterlichem und männlichem Auftreten? Oder darf ich meine Freundin gar nicht mehr "ausführen" und stark sein?
     
    04.01.2018 #150