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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. DerDogi
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    "An sich arbeiten" ... aber wie?

    Inspiriert von einer Geschichte über einen Schauspieler wollte ich das Thema "an sich arbeiten" mal separat aufgreifen:
    Man muss erstmal an sich/an seiner Einstellung arbeiten, das ist klar.

    Ich bekomme von Freunden und Verwandten immer den guten Rat: Sei doch einfach allein Glücklich, dann klappt das schon irgendwann. Und ich hab in einer Beziehung auch immer diesen Rat gegeben .... der ja soo leicht umzusetzen ist ... wenn es den "jetzt bin ich glücklich" Knopf gäbe, hätte ich schon längst draufgedrückt.

    Mein Verganenheits-Ich hatte aber recht. Die Einstellung "Ich will unbedingt eine Partnerin" ist kontraproduktiv. Welche Frau will schon das Mittel zum Zweck sein? Idealerweise finden sich zwei glückliche Menschen, und werden zusammen noch glücklicher.

    Aber woher nehmen und nicht stehlen? Was soll man machen, wenn man sich zufällig nicht glücklich fühlt? Warten bis es soweit ist ... notfalls für immer? Wenn der Wunsch nach einer Beziehung so stark ist, dass er einen ausbremst.... tja da geht man zu einer Singlebörse in der Hoffnung da eine zu finden, die das ähnlich sieht, aber da ist man nur einer von tausenden "needy" Idioten. Auch nicht so prickelnd...

    Es ist also das Ei des Kolumbus, dass man seine Einstellung hinbekommt.
    - Dass man sich darüber im klaren wird was man will, und das auch leben und lommunizieren kann.
    - Dass man den Gegensatz "ich bin allein glücklich" und "ich untenehme Dinge, die eine Partnerschaft zum Ziel haben könnten" verinnerlicht.
    - Dass man vielleicht auch auf eine Weise glücklich wird, bei der man nicht das Leben führt, bei dem man das ganze Wochenende vor der Playstation sitzt und drauf wartet, dass eine Frau neben einem im Zimmer spawnt.

    Zum letzen Punkt hör ich immer "geh doch in Sportverein", aber mit der "ich wünsch mit eine Partnerin" Einstellung ist das allein auch nicht des Rätsles Lösung.

    Hat denn jemand vielleicht eine Literaturempfehlung, die nicht gerade voller Klischees ist?
    Vielleicht eine lebensverändernde Erfahrung in die Richtung gemacht, oder eines dieser "20 Punkte"-Programme umgesetzt, dass mal was gebracht hat?
     
    23.06.2016 #1
  2. Git80
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    Alleine, dass du dir über das Thema Gedanken machst, zeigt mir, dass du auf dem richtigen Weg bist. Natürlich kann man nicht zu 100% der Zeit den fehlenden Lebenspartner vergessen und die Qualität, die einem nur eine Beziehung geben kann. Ich falle z.B. immer zu Weihnachten und bei Hochzeiten in ein entsprechendes Loch, weil man gerade da mit dem Glück der anderen konfrontiert wird. Und laut Studien stehe ich damit nicht allein da.
    Man kann aber schon sehen, dass man andere "Glücksquellen" für sich selbst findet. Sport, Freunde, Familie, ein neues Hobby, ehrenamtliches Engagement - man könnte auch sagen "ein gesundes soziales Umfeld". Auch wenn es schwer fällt: Sich einfach mal davon lösen, dass ausschließlich eine Partnerschaft für das eigene Glück verantwortlich ist. Kleine Momente von Glück achtsamer wahrnehmen. Ein Lob des Chefs. Ein "Mensch, heute siehst du aber gut aus" der besten platonischen Freundin. Nicht immer so hart zu sich selbst sein (das Lied von Andreas Bourani dazu trifft es auf den Punkt). Nicht immer daran denken, was einem fehlt, sondern was man hat. Wenn man sich z.B. mal die Situation der Menschen in Syrien vor Augen führt, dann ist ein Leben in Deutschland auch ohne Partner ein echtes Privileg.
    All diese Dinge führen zu einer positiveren Sicht der Dinge. Das strahlt man dann auch aus und andere Menschen merken es. Das ist dann die Grundlage, um jemanden kennenzulernen. Zu wissen, dass es einem auch gut geht, wenn das nächste Date nichts wird. Gelassenheit.
    So eine "Einstellungsänderung" geht nicht von heute auf morgen und es wird auch nicht mit ner Checkliste funktionieren, aber sieh es als Prozess, als "der Weg ist das Ziel". Vielleicht mal mit Buddhismus beschäftigen oder dem Begriff Achtsamkeit.
     
    23.06.2016 #2
  3. koerschgen
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    Danke Git80. Guter Beitrag.
    @DerDogi: Suche Dir eine Leidenschaft neben der Arbeit, den Du brauchst etwas, dass Dich im Privatleben erfuellt. Das Arbeitsleben kann auch mal herb sein. Ein genauer Fokus neben der Arbeit hilft Dir, Dich abzulenken und Erfolgserlebnisse zu generieren. Meine Erfahrung ist die, dass Sport sich sehr dafuer anbietet. Du tust etwas fuer Dich, lebst gesuender, schaust auf passende Ernaehrung, etc.
    Am besten streichst Du auch das Wort aus Deinem Vokabular. In der vernetzten Welt von heute sind wir nicht , sondern . Es gibt viele Wege, gluecklich zu sein und nicht nur eine 'Gluecksquelle'.
     
    23.06.2016 #3
    Mentalista gefällt das.
  4. Laou
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    23.06.2016 #4
  5. DerDogi
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    Danke Git und Koerschgen beide Beiträge sind sehr gut.

    Das kann ich bestätigen. Das hat mir in der Vergangenheit schon einmal dazu verholfen mich besser zu fühlen. Und in der Phase hab ich auch meine erste Freundin gefunden.

    Wenn ich jetzt aber aus gesundheitlichen Gründen den Sport für den ich mich begeistere (in meinem Fall Marathon) nichtmehr betreiben kann ... "dann such dir halt nen anderen Sport" schon klar. Das schlägt dann nochmal in dieselbe Kerbe: Noch nicht mal der Sport ist mir geblieben, und allein bin ich auch noch.... und alt ... und so weiter .... die einzelnen "Gründe", die sich mein Kopf ausspinnt warum das alles nichts taugt, sind eigentlich Nebensächlich.

    Hobby suchen etc. ist auch ein guter Ansatz. Darin etwas anderes als "nur" einen Zeitvertreib zu sehen ist die Kunst. Man muss ja eine Erfüllung darin finden können, und nicht nur Zeit totschlagen. Mit der negativen Grundhaltung das jetzt nur zu machen, weil man ja eh nicht besseres findet, und etwas zu suchen, dass man "halt schon machen kann" da wird keine Leidenschaft aufkommen. Und das ist der Teufelskreis, da diese Einstellung sich so ganz leicht selbst erhält.

    Deswegen wollte hab ich auch nach Literatur gefragt, in der Hoffnung dass irgend ein schlauer Mensch diesen Gedanken auf eine Weise formuliert hat, die einen wachrütteln kann, und einem Aspekte auf den Weg gibt, die dabei helfen aus diesem Taufelskreis auszubrechen.

    Es muss ja nicht nur Sport sein, ich schätze mal einen Hund zu kaufen wirkt auch wunder (tja, Mietwohnung...) oder Engagement in einer Mittelalterspielgruppe oder das Vorlesen von Geschichten für Flüchtlichgskinder - alles was Zeit in Anspruch nimmt, und man nicht nur für sich macht.

    Ein Brainstorming an dieser Stelle würde ich befürworten :)
     
    23.06.2016 #5
  6. Git80
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    So doof wie es klingt: Mach einfach das, worauf du Lust hast. Wenn du mit der Einstellung "Ich muss mir jetzt ein Hobby suchen, damit ich glücklich bin" an die Sache rangehst, verlagerst du das Problem ja nur von der Freundin auf das neue Hobby. Wenn du dich für Geschichte begeisterst, dann schau, ob du Zugang zu einer Re-Enactment Gruppe findest. Es gibt auch Leute, die sich originalgetreue StarWars-Kostüme nachbauen und dann bei wohltätigen Veranstaltungen auftreten. Beim Thema Vorlesen denke ich an die diversen Mentor- oder ähnliche Gruppen, die Suchen immer Leute, die gemeinsam mit Kindern lesen. In Tierheimen sind "Katzenkuschler" gerne gesehen, die den Tieren die Nähe zum Menschen geben, um die Pfleger zu entlasten. Vielleicht auch mal nen Blick in das aktuelle Volkshochschulprogramm werfen. Wie wäre es mit ner neuen Sprache? Politische Parteien suchen auch immer Menschen, die sich engagieren wollen.
    Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt - also Schluss mit den Ausreden ;-) Nicht denken, machen!
     
    23.06.2016 #6
  7. Yvette
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    Ich habe die ganze Zeit überlegt, ob ich diese Literaturempfehlung geben soll und mach das jetzt mal: Flüchten oder Standhalten von Horst E. Richter, der die Thematik etwas abstrakter behandelt - und das scheint es mir ja zu sein, ein etwas intellektuelles Problem ... als Marathonläufer bist du ja schon stark zielorientiert, kannst dich motivieren, und, und, und ... nochmal die Energie auf die "richtige" Bahn zu lenken ... so hört sich das Thema für mich an.
     
    23.06.2016 #7
  8. Wenn man oder frau es über längeren Zeitraum nicht schaffen, einen Partner zu finden, obwohl dies subjektiv ein wichtiges oder gar das wichtigste Ziel ist, dann - so finde ich - liegt es tatsächlich nahe, an sich zu arbeiten. Die Fixierung auf die abwesende Partnerschaft zu lösen oder zu lockern und sich von der eigenen diesbezüglichen Bedürftigkeit zu verabschieden und statt dessen zu entdecken, dass das Leben auch ohne Partner lebenswert ist, ist sicher ein möglicher Bereich, der angegangen werden kann. Den Beitrag von Git80 dazu finde auch ich gelungen.

    Ich denke aber, es gibt oft auch noch andere Bereiche, die anzugehen vielleicht lohnen würde. Manchmal stellen wir uns nämlich mit unseren Verhaltensweisen und emotionalen Reaktionen selbst ein Bein. Manchmal sind unsere Ansprüche an einen Partner und unsere Bedürfnisse in Beziehungen widersprüchlich.
    Zwei Beispiele dazu, um zu verdeutlichen, was ich meine:
    Wenn es mir wichtig ist, meine intellektuellen Bedürfnisse nicht nur im Beruf, sondern auch in einer Partnerschaft zu stillen, wenn es mir wichtig ist, ab und zu gedankliche Anregungen vom Partner zu erhalten und intellektuell stimuliert zu werden, es aber gleichzeitig nicht vertrage, wenn jemand etwas besser weiss als ich, wenn ich mich rasch persönlich angegriffen fühle, wenn z.B. so jemand wie Butte weiterführende Gedanken äussert und es dabei nur "versäumt", klar zu sagen, dass er meinen Beiträgen zustimmt, dann habe ich die Möglichkeit, entweder single zu bleiben, mich immer wieder auf Partnerschaften mit Menschen einzulassen, denen die intellektuelle Auseinandersetzung weniger wichtig ist als mir (und dabei ständig an dieser Partnerschaft zu zweifeln, weil mir etwas fehlt) oder aber mich derart zu entwickeln, dass ich nicht immer sofort in emotionale Nöte gelange, wenn jemand mehr weiss als ich oder mir nicht so viel explizite Anerkennung für meine Gedanken gibt.
    Ein anderes Beispiel: Wenn ich mir einen Partner wünsche, der vielseitig interessiert ist, ich selbst mich im Moment aber sehr auf wenige Themen konzentriere, dann wird das wohl auch nicht gut kommen. Vielleicht sollte ich mich dann öffnen und neugieriger werden auf Dinge, die mir im ersten Moment nicht viel sagen. Oder ich beginne zu verstehen, dass ich nicht so breit interessiert bin, wie ich das bisher dachte, und lerne, das auch bei einem Partner zu akzeptieren.

    Aber die Frage war ja, wie man an sich arbeitet. Den eigenen Widersprüchlichkeiten kommt man wohl am Besten auf die Schliche, indem man Auseinandersetzungen nicht scheut (und also als Grundvoraussetzung in Kontakt mit anderen ist) und dabei vor allem nicht immer den anderen die Schuld gibt, sondern sich fragt, was diese Konflikte mit einem selbst zu tun haben. Dabei braucht es Ehrlichkeit mit sich selbst. Gleichzeitig ist es wohl hilfreich, mit sich selbst freundlich und liebevoll umzugehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mich am Besten dann entwickeln kann, wenn ich einerseits lerne, meine Schwächen zu akzeptieren (dafür hilft es oft, die Geschichte dahinter zu verstehen) und als etwas Normales zu sehen, andererseits aber doch auch etwas ändern will und mir dies zutraue. Es braucht auch Geduld und die Bereitschaft, wirklich an sich zu arbeiten. Das kann anstrengend sein. Aber vielleicht lohnt es sich ja irgendwann...
     
    23.06.2016 #8
  9. DerM
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    Ich war früher in einem Tischtennisverein. Ich habe dort, welch Wunder, nur Männer kennengelernt, wie das in einer Herrenmannschaft so üblich ist. Ich habe einen Kumpel, der ist im Fussballverein. Auch da, keine Frauen. Der hat seine Freundin aus der Disco... und die hätte er auch kennengelernt, wenn er keinen Sport treibt. Weil er zur rechten Zeit am rechten Ort war. Glück und nichts anderes!

    Hobbys sind wichtig, schön und gut. Sie können einen aber auch nur ein wenig davon ablenken, dass man sich eigentlich was anderes wünscht.

    Es ist egal, wie viele Leute es wie oft wiederholen. Die Partnerin fällt nicht vom Himmel, egal ob ich gerne zeichne, Golf spiele, Vogelnester in Thermalbädern mit Luftballons schmücke oder ehrenamtlich irgendwelchen Sch... mache.
    Man muss im richtigen Moment einen Kontakt zur richtigen Person herstellen. Egal wie.
     
    23.06.2016 #9
  10. Wie wäre denn die richtige Person für dich so? Woran würdest du sie erkennen?
     
    23.06.2016 #10
  11. DerM
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    Ich habe kein festgefahrenes Idealbild oder irgendwelche überzogenen Erwartungen, die mir verbieten mich auf eine Frau einzulassen.
    Die einzigen Vorgaben sind kinderlos und jünger als ich. Alles andere lasse ich auf mich wirken und dann wird man sehen.
     
    23.06.2016 #11
  12. Git80
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    Richtig. Aber wenn man in einer Herrenmannschaft spielt, dann entwickeln sich da ja vielleicht auch Bekannt- oder Freundschaften und schon bringt mal jemand die Schwester oder die Freundin der eigenen Freundin mit oder man geht gemeinsam in die Disco, usw. Positives soziales Umfeld. Und ein Geheimtipp: Manche Frauen finden es total heiß, wenn der Mann "ehrenamtlich irgendwelchen Sch..." macht. Das zeigt nämlich, dass derjenige sich um andere kümmert, nicht nur an sich denkt... ;)
     
    23.06.2016 #12
  13. Aha. Und was genau ist es da, das auf dich wirkt? Sind es die Gene? Oder vielleicht doch auch irgendwie das Handeln und die Ausstrahlung der Person?
     
    23.06.2016 #13
    Heppy gefällt das.
  14. DerM
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    Ja, VIELLEICHT. Vielleicht auch nicht. Die potentielle Kennenlernfrequenz ist in jedem Fall niedriger, als es online möglich ist. Irgendwann sind die Schwestern und Freundinnen alle durch. Und dann? Soll man dann immer den Verein wechseln? :)

    Und dann kommt hinzu, dass es einfach nicht jedermanns Ding ist, real jemanden einfach anzusprechen. Verkuppeln ist eh das schlimmste, was man jemandem antun kann und zwar beiden Beteiligten.
     
    23.06.2016 #14
  15. Was ist denn daran schlimm?

    Hattest du nicht geschrieben, man müsse nur den Kontakt zur richtigen Person herstellen? Egal wie?
     
    23.06.2016 #15
    Heppy gefällt das.