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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. apfelstrudel
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    Beziehungsmüll

    darunter verstehe ich, was man aus einer gescheiterten beziehung in eine neue liebe ungewollt mitträgt.

    wie geht ihr mit dem thema um?
    muß man seine wunden selbst lecken, bis sie einem nicht mehr weh tun?
    ist die gefahr zu hoch, dass man - vielleicht unbewußt - jemandes energie absaugt um sich selbst zu kurieren und dadurch den menschen den man liebt - den man vielleicht aber auch nur wegen seiner heilungsfähigkeiten liebt - leid zufügt?
    ist das nur gut möglich mit einem entsprechend leidensfähigen partner?
    ist eine affäre dazu geeignet diese wunden zu heilen, oder zu vergessen?
    oder ist es auch so, dass sich zu viele gedanken darüber zu machen und aus angst jemand anderen nur auszunutzen, man sich selbst im wege steht... und auch der liebe?


    irgendwie hat man ja nicht nur die wunden auf der haut, sondern man trägt bereitwillig die scherben mit sich rum, die einem diese wunden zugefügt haben...
     
    Zuletzt bearbeitet: 05.10.2019
    05.10.2019 #1
  2. fleurdelis
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    ... das wäre mit Bewusstsein, also mit Absicht. Dann würde das, denke ich, unter die Kategorie (emotionaler) Missbrauch fallen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 05.10.2019
    05.10.2019 #2
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  3. apfelstrudel
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    da bin ich bei dir.
    danke, ich hab editiert... ich gehe mal davon aus, dass das nicht bewußt passiert, weil man einfach selber nicht weiß was man will, außer den schmerz wegzumachen.
     
    05.10.2019 #3
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  4. Syntax
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    @apfelstrudel
    Wie wäre es damit die Arbeit selbst zu schaffen?
    Gibt es das in deiner Vostellungskraft?
     
    05.10.2019 #4
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  5. fleurdelis
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    Deswegen wäre es ja sinnvoll, nach einer gescheiterten Beziehung, einige Zeit keinen neuen Partner zu suchen ... um den Heilungsweg in Ruhe zu gehen. Es steht ja die Frage dann auch im Raum, was präsentiert man in dieser Phase selbst, wen spricht man an ... wenn man so aus dem Lot geraten ist. Sinnvoller ist es sicherlich, selbst wieder ins Lot zu kommen. Sonst hetzt man von Beziehung zu Beziehung und schleppt ein immer größer werdendes "Schmerznetz" ... unaufgearbeitet mit sich rum. Denn den Schmerz, kann jemand anderes nicht weg nehmen. Er kann nur durch eine andere Person übertüncht werden, durch neu aufkeimende Gefühle für denjenigen. Da sind wir aber am Missbrauch immer noch nicht so weit weg ... :)
     
    05.10.2019 #5
  6. AnnaConda
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    Würde es so funktionieren mit der Heilung, wäre es ja schön. Ich glaube aber, man muß selbst an einem Punkt der Heilung allein ankommen, den Rest kann man gemeinsam bewältigen, warum auch nicht. Eine neue Liebe heilt ja wirklich. Selbst schon erlebt.

    Wenn man aber etwas halbherzig anfängt, sei es um sich abzulenken, nicht allein sein zu wollen usw, sich und vor allem der Ex zu beweisen, dass man ja doch noch ein toller Hecht ist etc.. dann wird es wirklich Mist. Auch schon erlebt. Sowas hält nicht und dann kommt halt noch mehr Beziehungsmüll dazu.

    Bei Männern habe ich mehrfach erlebt, dass sie durch die erlebten Verletzungen härter geworden sind und dann selbst verletzen, weil, ihnen ist das ja auch passiert. Dass das auf Dauer noch weniger gut tut merken sie erst hinterher. Das soll jetzt kein Männerbashing sein, ich kenne es halt eher von Männern, was ja nichts heißt.

    Wirklich neu anfangen und sich auch auf jemand Neues einlassen zu können bedeutet mE doch schon, die alten Verletzungen halbwegs verarbeitet und den Expartner wirklich losgelassen zu haben. Dass man das trotzdem mit sich rumträgt für immer ist natürlich auch klar. Aber es sollte nicht mehr so präsent sein. Bei mir zB wird der Ex immer zum Leben dazugehören, wir haben gemeinsamen Nachwuchs. Aber wir haben beide abgeschlossen. Auch mit den Verletzungen. Ist alles nicht mehr wichtig und dieses frei sein im Kopf öffnet das Herz für Neues und selbstverständlich hilft man sich dann gegenseitig, den Rest zu bewältigen.

    Ich wünsche dir so, dass du bald loslassen kannst. :)
     
    05.10.2019 #6
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  7. Julianna
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    Und dieses „Was“ bedeutet was genau?

    Schlechte Gefühle? Schlechte Erfahrungen? Trauer? Sorgen? Misstrauen? Mangelnder Selbstwert? Perspektivlosigkeit?

    Oder falsch erlernte Verhaltensmuster, die oft schon in der Kindheit „eingeübt“ wurden und von Partnerschaft zu Partnerschaft weiter „geschleppt“ werden?

    Das ist wohl individuell. Multikausal.
    Wie die Lebensstruktur zu dem Zeitpunkt definiert ist. Wie sehr man sich abhängig gemacht hat. Wie lang die Beziehung gedauert hat. Usw.

    Was man aber definitiv nicht machen sollte: in Selbstmitleid versinken.
     
    Zuletzt bearbeitet: 05.10.2019
    05.10.2019 #7
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  8. HrMahlzahn
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    Mir tut es manchmal noch jahrelang weh, und Besserung kommt erst mit einer neuen Partnerin. Ich kannte Menschen, die haben sich umgebracht.
     
    05.10.2019 #8
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  9. Fraunette
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    Wunden lecken ist nur der Anfang. Dann kommt das Aufarbeiten der vielen Fragen. Dauert lange (bei dem einem mehr, bei dem anderen weniger lang) bis es nicht mehr dauerhaft weh tut. Wird immer weniger.

    Ja, die Gefahr ist groß - ich glaube, da liegt vielleicht auch der Ursprung der Strohfeuermenschen.
    Willst du das einem leidensfähigen Menschen antun? Auch wenn es nur unbewusst passiert?

    Nein. Sie heilt nicht und lässt auch nicht vergessen. Sie pimpt das Ego auf (was m.E. wichtig ist) und schafft neue Eindrücke/Erlebnisse. Heilen musst du dich selbst, vergessen wirst du nie (wär auch blöd - dann tappst du evtl. wieder in die gleiche Falle).

    So lange du dir diese Frage(n) stellen musst, hast du doch schon deine Antwort.;)

    Naja, bereitwillig würde ich das jetzt nicht nennen. :oops:
    Lass und nimm dir Zeit. Ich war auch immer viel zu ungeduldig, wollte das Alles viel schneller hinter mich bringen. Hatte oft genug die Schnauze voll, mich ständig damit auseinandersetzen zu müssen. War es leid, immer und immer wieder die gleichen doofen Gedanken durchzukauen. Ich wollte einfach nur, dass das alles aufhört. Dass es mir gut geht. Dass ich mit allem, was passiert ist, meinen Frieden machen kann.
    Es hat gedauert. Es war anstrengend. Es war traurig. Es war hart und hat mich manchmal an meine Grenzen gebracht.
    ABER:
    Es kommt der Tag, da wachst du auf und dein erster Gedanke ist nicht "oh mein Gott, dass ist wirklich alles passiert". Die Momente, in denen du grübelst oder an das, was passiert ist in Dauerschleife denkst, werden weniger bis sie so gut wie gar nicht mehr kommen. Vor Kurzem habe ich eine lustige Anekdote aus dem gemeinsamen Leben mit meinem Ex erzählt. War im Nachhinein betrachtet echt merkwürdig. Da war kein Groll mehr. Nur noch die Erinnerung an einen schönen Moment. Ich weiß, dass das ein fragiler Zustand ist. Aber ich weiß (jetzt) auch, dass es immer nur besser wird.
    Deshalb @apfelstrudel ... sei nicht ungeduldig. Du wirst den Prozess nicht verkürzen können. Es dauert, so lange es eben dauert. Bei mir waren es fast zwei Jahre, bis ich hier angekommen bin.
    Versuche dir so viele neue positive Eindrücke zu verschaffen, wie es geht (war ein Rat meiner Therapeutin - den habe ich erfolgreich befolgt). Mache etwas, was du immer schon mal machen wolltest. Egal ob eine Wanderung, ein Fallschirmsprung, eine Reise oder oder oder. Aber eins dabei ist wichtig: Mache all diese Sachen für DICH. Weil sie DIR gut tun.
    Mach die Augen auf. Es gibt so viel Schönes zu sehen. Total egal, ob es ein Schmetterlingsschwarm ist, der dich umzingelt, du eine Sternschnuppe siehst, lachende Kinder beim Spielen oder ein Panorama, dass dir die Luft wegnimmt.
    Das Leben ist schön! ;) Auch als Single.
    Ich glaube fest daran, dass dann auch noch der richtige Partner kommt. Und bis dahin lasse ich es mir gut gehen und halte die Augen offen.;)
     
    05.10.2019 #9
  10. Mentalista
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    05.10.2019 #10
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  11. WolkeVier
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    Ich finde, man sollte zuerst einmal rausfinden, was man selbst schon so mitgebracht hat in die Beziehung und wo die eigenen Anteile des gemeinsamen Scheiterns liegen. Was die Verletzungen angeht, lohnt sich mE eine genaue Überprüfung, was einen so verletzt hat und warum. Manchmal kommt man zum Ergebnis, dass es einen gar nicht hätte verletzen müssen.
    Ich glaube, dass man sich auch auf was Neues einlassen kann, bevor man das Alte ganz abgeschlossen hat. Muss man halt damit rechnen, dass es einen immer wieder mal packt.
    Im deinem Fall glaube ich allerdings, dass du zumindest warten solltest, bis dein Krieg beendet ist. Erst dann dürfte da wirklich Platz sein für Neues.
     
    05.10.2019 #11
  12. Ungezähmt
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    Ich find´ es sehr wichtig, dass man dem neuen Menschen, den man da kennenlernt, auf keinen Fall schon im Vorneherein gedanklich irgendetwas unterstellt, das einem in irgendeiner vorherigen Beziehung passiert ist.
    Z.B. nur weil ich schon mal betrogen oder sonst irgendwie schlecht behandelt wurde, wird der Neue das bestimmt genauso machen.

    Ich würde auch damit warten solche Dinge dem Neuen zu erzählen.
    Erst mal schauen, wie er so ist und was ER so erzählt.

    Mein Ex hat, als wir uns kennenlernten, über seine Ex´en hergezogen, da war ich völlig geplättet.
    Das fand ich unmöglich. Hat er bestimmt auch über mich, nachdem er sich von mir getrennt hatte.

    Es ist ein ganz neuer Mensch, der da in unser Leben tritt. Dem sollte man alle Chancen geben, ihn kennenzulernen.
    Vielleicht ist´s ja endlich DER Herzensmensch.
     
    05.10.2019 #12
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  13. Bee246
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    Die Frage, wann man bereit ist eine neue Beziehung einzugehen, hängt mE davon ab, woran die vorherige Beziehung gescheitert ist (und natürlich auch wie lang und intensiv diese war).
    Wenn man sich "nur" auseinandergelebt hat, ist vermutlich weniger zu verarbeiten, als wenn man vom Partner betrogen wurde oder andere gravierende Dinge vorgefallen sind ...
    Auch der Ablauf der Trennungsphase spielt eine Rolle, Rosenkriege, Sorgerechtsstreitigkeiten etc. kosten viel Kraft und Energie und sind für eine neue Beziehung eine echte Herausforderung.
    Man muss nicht vollkommen abgeschlossen haben, aber es sollte auch Tage geben, an denen sich die Gedanken nicht dauernd um die/den EX drehen ...

    Gewisse Dinge brauchen mE Zeit und diese sollte man sich - für sich - auch nehmen, weil man nur dann möglichst unvoreingenommen und auch vertrauensvoll in eine neue Beziehung gehen kann.

    ABER nicht alles was man aus einer gescheiterten Beziehung mitnimmt ist "Beziehungsmüll" und schließlich sind auch diese Erfahrungen ein Teil von uns ;).
     
    05.10.2019 #13
  14. Bee246
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    Affären als Trostpflaster oder zur Ablenkung :rolleyes:;) ...
    Funktioniert bei mir leider nicht, aber da tickt vermutlich jede/r anders ;).
     
    05.10.2019 #14
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  15. beo

    beo

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    Alles wunderschöne Theorie, aber ist man sich immer bewusst, wo man noch der Heilung bedarf? Selbst mit den höchsten Ansprüchen ehrlich mit sich zu sein. Es gibt Wunden die kann man alleine heilen, aber es gibt auch die, die sich nur durch gute Erfahrungen heilen lassen, deswegen macht es keinen Sinn sich den guten Erfahrungen zu verschließen. Ab wann es gesund ist, sich wieder ins Leben zu werfen kann man nur aus dem eigenen Bauch entscheiden und man sollte nicht zu kritisch sein, auch eine Übergangsbeziehung kann nett sein.
     
    05.10.2019 #15
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